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Warum schälen sich meine Nägel in Schichten ab und was kann ich dagegen tun?

Wenn sich Nägel in Schichten ablösen: Ursachen verstehen, Nägel stärken

Wenn sich die Nägel an der Spitze in feinen Schichten ablösen, wirkt jede noch so sorgfältige Maniküre nach kurzer Zeit angegriffen. Dieses „Schichteln“ ist weit verbreitet – meist nicht gefährlich, aber hartnäckig und optisch störend. Um gezielt etwas dagegen tun zu können, hilft ein Blick auf die Ursachen. Im Folgenden geht es darum, was im Nagel passiert, warum er sich aufspaltet und wie Sie ihn mit realistisch umsetzbaren Schritten wieder stabiler bekommen.


Was im Nagel passiert, wenn er sich in Schichten ablöst

Fingernägel bestehen aus mehreren dicht übereinanderliegenden Hornschichten aus Keratin. Normalerweise sind diese Schichten kompakt verbunden. Beginnen sie sich zu lösen, wirkt die Nagelspitze ausgefranst, rau und schält sich in dünnen Lagen ab.

Typische Auslöser und Verstärker sind:

  • Austrocknung: Häufiger Kontakt mit Wasser, Putzmitteln oder Lösungsmitteln entzieht dem Nagel Fett und Feuchtigkeit. Die Hornschichten verlieren ihre Elastizität und den inneren Zusammenhalt, der Nagel splittert leichter.
  • Mechanische Belastung: Nägel, die als „Werkzeug“ herhalten müssen – etwa zum Öffnen von Dosen, Abkratzen von Etiketten oder Tippen auf harten Oberflächen – bekommen feine Mikro-Risse. Diese können sich bis in die einzelnen Schichten fortsetzen.
  • Häufiges Feilen und Polieren: Zu grobes oder falsch ausgeführtes Feilen, vor allem schnelles Hin-und-her-„Sägen“, schwächt den Rand und begünstigt das spätere Aufspalten.
  • Nagellack und Entferner: Intensiv oder sehr häufig verwendeter Entferner, insbesondere mit viel Lösungsmittel oder Alkohol, trocknet zusätzlich aus.
  • Nährstoffmangel oder innere Faktoren: Eine stark einseitige Ernährung, Crash-Diäten, chronischer Stress oder bestimmte Erkrankungen können sich ebenfalls in einer schlechteren Nagelqualität zeigen.

Oft kommen mehrere dieser Punkte zusammen. Der Vorteil: An vielen Stellschrauben lässt sich drehen – mit etwas Konsequenz verbessert sich die Nagelsubstanz meist deutlich.


Schritt für Schritt zu stabileren Nägeln im Alltag

1. Nägel schonend kürzen und formen

Bei schälenden Nägeln ist kurz tatsächlich sinnvoller als lang – so verhindern Sie, dass sich Risse weiter nach oben ziehen.

Achten Sie beim Feilen darauf:

  • immer in eine Richtung feilen, nicht hektisch hin und her
  • eine feine Feile verwenden statt grober, harter Feilflächen
  • mit wenig Druck zu arbeiten, insbesondere an den Seitenrändern

Schere und Knipser setzen den Nagel stärker unter Spannung und können neue Risse provozieren. Die Feile ist die sanftere Wahl.

2. Feuchtigkeit und Fett gezielt zuführen

Nägel profitieren von regelmäßiger, unspektakulärer Pflege:

  • Nutzen Sie eine reichhaltige Hand- und Nagelcreme und massieren Sie sie in Nägel und Nagelhaut ein.
  • Konzentrieren Sie sich bewusst auf die Nagelränder und die Nagelhaut, denn dort entstehen die neuen Zellen, aus denen der Nagel „herauswächst“.

Wichtiger als Spezialprodukte ist die Regelmäßigkeit: lieber mehrmals täglich ein wenig als gelegentlich eine „Pflegekur“.

3. Nägel vor Wasser und Reinigungsmitteln schützen

Wasser an sich ist nicht das Problem – die Wiederholung macht den Unterschied. Besonders bei:

  • Abwasch
  • Putzen
  • längeren Bädern oder sehr häufigem Händewaschen

lohnt sich der Griff zu Haushaltshandschuhen. Modelle mit Baumwollbeschichtung innen sind angenehmer und verhindern, dass die Haut darunter zusätzlich aufquillt.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

  • „Nägel müssen atmen“ – ein Missverständnis: Nägel sind Hornsubstanz und haben keinen Gasaustausch wie die Lunge. Trotzdem reagieren sie empfindlich auf Dauerlackierung. Sinnvoll sind lackfreie Phasen, um gezielt pflegen und mögliche Veränderungen erkennen zu können – nicht, weil der Nagel Sauerstoff braucht.
  • Übergriffige Maniküre-Techniken: Radikales Zurückschieben oder Abschneiden der Nagelhaut macht den Bereich um den Nagelansatz anfällig für Reizungen. Die Nagelhaut ist eine natürliche Schutzbarriere und sollte behutsam behandelt, nicht entfernt werden.
  • Zu harter Feilendruck: Grobe Feilen und starker Druck machen den Nagelrand brüchig. Die Oberfläche wirkt zunächst glatt, neigt aber später eher zum Aufsplittern.
  • Der unterschätzte Einfluss von Wasser: Ständiges Aufquellen und anschließendes Austrocknen – etwa durch häufige, ungeschützte Nässe – schwächt die Nagelstruktur langfristig, auch wenn das im Alltag unspektakulär wirkt.

Kleine Gewohnheiten, große Wirkung: Praxistipps für gesunde Nägel

  • Kurze, tägliche Pflegeroutine: Hände und Nägel ein- bis mehrmals täglich eincremen, abends zusätzlich ein paar Tropfen Öl in Nagel und Nagelhaut einarbeiten.
  • Schonende Reinigung: Lauwarmes Wasser, milde Seife und gründliches, aber sanftes Abtrocknen – eher tupfen als kräftig rubbeln.
  • Ausgewogene Ernährung: Nägel profitieren von einer insgesamt guten Versorgung mit Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Sie sind kein exaktes „Gesundheitsbarometer“, geben aber Hinweise auf den Allgemeinzustand.
  • Wann zum Arzt? Wenn sich Ihre Nägel deutlich verändern, verfärben, Schmerzen auftreten oder das Schichteln trotz konsequenter Pflege über längere Zeit anhält, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. So lassen sich andere Ursachen – etwa Hauterkrankungen oder Mangelzustände – gezielt prüfen.

Kurz zusammengefasst

Schälende Nägel sind meist ein Zeichen für Überlastung und Austrocknung: häufige Wasserkontakte, Reinigungsmittel, mechanischer Stress und zu wenig Schutz arbeiten dabei Hand in Hand. Mit kurz gehaltenen Nägeln, sanftem Feilen, konsequenter Feuchtigkeits- und Fettpflege sowie Handschuhen bei typischen Belastungen lässt sich viel auffangen. Bleibt das Problem hartnäckig oder treten zusätzliche Auffälligkeiten auf, gehört es in ärztliche Hände.


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