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Warum haben meine Nägel Rillen und ist das gesundheitlich bedenklich?

Wenn Nägel Rillen bekommen: Was dahintersteckt – und wann Sie hellhörig werden sollten

Rillen in den Nägeln bemerkt man oft erst im richtigen Licht oder wenn der Lack nicht mehr schön glatt wirkt. Plötzlich sieht der Nagel uneben aus, manchmal „alt“ oder brüchig – und die Frage liegt nahe: Ist das noch normal oder steckt mehr dahinter?

Im Folgenden geht es darum, welche Arten von Rillen es gibt, was sie bedeuten können und in welchen Situationen Sie das besser ärztlich abklären lassen. Außerdem finden Sie praktische Hinweise, was Sie selbst für ruhigere, gepflegt wirkende Nägel tun können.


Längs oder quer: Was Ihre Nagelstruktur über Sie verrät

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Rillen:

  • Längsrillen: Sie ziehen sich vom Nagelbett bis zur Spitze.
  • Querrillen: Sie verlaufen seitlich über den Nagel.

Längsrillen – meist harmlos, oft altersbedingt

Feine Längsrillen sind weit verbreitet und gelten häufig als normale Folge des Älterwerdens. Die Nagelplatte wächst dann nicht mehr überall gleichmäßig, wodurch die Oberfläche streifig wirkt.

Auch trockene Nägel, häufiges Händewaschen, Desinfektionsmittel oder aggressive Reinigungsmittel können dazu führen, dass Längsrillen deutlicher hervortreten.

In den meisten Fällen sind solche Rillen kein Krankheitszeichen, sie stören vor allem optisch.

Querrillen – genauer hinschauen lohnt sich

Querrillen oder Eindellungen wirken meist markanter und betreffen oft mehrere Nägel zugleich. Sie entstehen, wenn das Nagelwachstum zeitweise ausgebremst oder gestört war, zum Beispiel:

  • nach einer schweren Erkrankung mit hohem Fieber
  • nach einem stärkeren Stoß oder Quetschen des Nagels
  • bei chronischer Reizung oder Entzündung im Bereich des Nagelfalzes

Querrillen sind nicht automatisch ein Alarmzeichen, weisen aber eher darauf hin, dass der Nagel in der Vergangenheit belastet war. Bleiben sie bestehen, werden ausgeprägter oder treten zusammen mit anderen Auffälligkeiten auf, ist es sinnvoll, das medizinisch anschauen zu lassen.


Was Sie selbst ändern können: Alltag, Pflege, Gewohnheiten

Vieles, was Nägel stresst oder unterstützt, spielt sich im Alltag ab – oft ohne dass man darüber nachdenkt.

  • Schutz im Alltag
    Beim Putzen, Spülen oder Arbeiten mit Reinigungsmitteln Handschuhe tragen. So reduzieren Sie Dauer-Kontakt mit Wasser, Chemikalien und Reibung.

  • Sanfte Nagelpflege
    Nägel lieber feilen als schneiden, mit einer feinen Feile und in eine Richtung, statt hektisch hin und her. Das schont die Nagelplatte.

  • Feuchtigkeit für Nägel und Nagelhaut
    Eine einfache, rückfettende Creme oder ein Pflegeöl, regelmäßig in Nägel und Nagelhaut einmassiert, kann trockene Nägel geschmeidiger und optisch glatter wirken lassen.

  • Ausgewogene Ernährung
    Eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen unterstützt ein gesundes Nagelwachstum – auch wenn sie bestehende Rillen nicht von heute auf morgen verschwinden lässt.


Typische Stolperfallen – und wie Sie Ihre Nägel davor schützen

Einige verbreitete Gewohnheiten verstärken Rillen optisch oder schwächen die Nägel zusätzlich:

  • Aggressive Nagelwerkzeuge
    Starkes Polieren mit groben Buffern dünnt die Nagelplatte aus. Der Nagel wird empfindlicher und kann unruhiger wirken.

  • Zu häufiges Entfernen von Lacken
    Dauer-Lackieren plus häufiges Entfernen, vor allem mit stark entfettenden Entfernern, trocknet Nägel deutlich aus. Rillen und Splittern fallen dann mehr ins Auge.

  • Nägel als Werkzeug benutzen
    Dosen aufhebeln, Etiketten abkratzen, Verpackungen aufknibbeln – all das kann die Nagelwurzel mechanisch reizen und strukturelle Veränderungen begünstigen.

  • Nagelhaut wegschneiden
    Wird die Nagelhaut verletzt, kann der Bereich irritiert werden, in dem der Nagel gebildet wird. Die Folge können unregelmäßige Wachstumszonen sein.


Kleine Veränderungen, große Wirkung: Praktische Tipps für glatter wirkende Nägel

Rillen lassen sich meist nicht vollständig „wegpflegen“. Das Erscheinungsbild können Sie aber spürbar verbessern:

  • Schonendes Glätten
    Bei oberflächlichen Rillen kann ein sehr feines, gelegentliches (!) Polieren helfen, die Oberfläche gleichmäßiger wirken zu lassen. Wichtig ist Zurückhaltung – zu viel Polieren macht den Nagel dünn und bruchanfälliger.

  • Regelmäßige Hand- und Nagelpflege-Routine
    Hände waschen, gut abtrocknen und anschließend eine Creme oder ein leichtes Öl in Nägel und Nagelhaut einmassieren. Konsequent angewendet, sieht man den Unterschied oft erst nach einigen Wochen – dafür dann recht deutlich.

  • Rillen optisch ausgleichen
    Ein glättender Unterlack füllt leichte Unebenheiten und sorgt dafür, dass Farblack ruhiger wirkt. Die Rillen bleiben vorhanden, fallen aber weniger auf.

  • Zeit geben
    Fingernägel wachsen langsam. Je nach Person dauert es Monate, bis ein Nagel einmal komplett herausgewachsen ist. Veränderungen brauchen entsprechend Geduld.


Kurz zusammengefasst

Rillen in den Nägeln sind sehr häufig und in vielen Fällen harmlos, vor allem zarte Längsrillen, die mit den Jahren zunehmen. Querrillen weisen eher darauf hin, dass das Nagelwachstum zeitweise gestört war – etwa durch Verletzungen, Erkrankungen oder chronische Reizung.

Wichtig ist der Gesamteindruck: Kommen Verfärbungen, starke Brüchigkeit, Schmerzen oder Entzündungen dazu, gehört das in ärztliche Hände. Mit schonender Pflege, Schutz im Alltag und einer insgesamt gesunden Lebensweise können Sie Ihre Nägel unterstützen und ihr Erscheinungsbild deutlich beruhigen.


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