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Woran erkenne ich, dass meine Nägel nach zu aggressiver Entfernung geschädigt sind?

Wenn die Maniküre zu viel war: Woran Sie geschädigte Nägel erkennen

Gepflegte Nägel gehören für viele einfach dazu – ob ganz natürlich, mit Gel, Shellac oder klassischem Lack. Problematisch wird es vor allem dann, wenn die Beschichtung wieder herunter soll. Wird dabei zu grob gearbeitet oder zu aggressive Produkte verwendet, reagiert der Nagel: Er wird dünn, empfindlich und brüchig. Im Folgenden lesen Sie, woran Sie erkennen, dass Ihre Nägel tatsächlich geschädigt sind, welche Reaktionen nach einer Entfernung noch im Rahmen liegen – und ab wann Sie genauer hinschauen sollten.


Was im Nagel wirklich passiert, wenn er überbeansprucht wird

Der sichtbare Nagel besteht aus mehreren dicht übereinanderliegenden Keratinschichten. Diese Struktur gibt ihm Stabilität und eine gewisse Elastizität. Greifen Sie mit starkem Feilen, unsachgemäßem Abziehen von Gel oder Lack oder sehr aggressiven Entfernern ein, wird genau dieses Schichtsystem angegriffen: Der Nagel verliert Substanz und Feuchtigkeit.

Besonders kritisch ist alles, was „abknibbeln“ oder „abpulen“ bedeutet. Wird Gel oder Lack abgekratzt, lösen sich oft die obersten Nagelschichten gleich mit. Auch intensives oder zu grobes Feilen – vor allem auf der Nageloberfläche – dünnt die Platte aus.

Die natürliche Schutzschicht des Nagels wird dadurch geschwächt. Er reagiert empfindlicher auf Druck, Stöße, Reinigungsmittel oder Wasser und neigt eher zu Rissen und Verfärbungen. Diese Folgen sind selten direkt nach der Behandlung voll sichtbar, sondern werden meist in den folgenden Tagen deutlicher.


Deutliche Warnsignale: So erkennen Sie geschädigte Nägel

Wenn mehrere der folgenden Anzeichen gleichzeitig auftreten, ist das ein Hinweis auf überbeanspruchte Nägel:

  • Dünne, „weiche“ Nägel: Der Nagel lässt sich leicht biegen, wirkt instabil und wenig widerstandsfähig.
  • Starke Empfindlichkeit: Schon Tippen auf der Tastatur, Druck oder kaltes Wasser können unangenehm sein oder leicht schmerzen.
  • Raue, unebene Oberfläche: Die Nagelplatte wirkt matt, aufgeraut oder zeigt kleine Rillen und Vertiefungen.
  • Abblätternde Nagelschichten: Vor allem an der Spitze spaltet sich der Nagel in dünne Schichten, die sich lösen.
  • Brüchige Kanten: Die Ränder reißen schnell ein, häufig an den Seiten.
  • Weiße Flecken oder Punkte: Typisch nach mechanischer Belastung, zum Beispiel nach zu starkem Feilen oder Stoßen.
  • Rötung oder Reizung der Nagelhaut: Wurde zu nah oder zu grob an der Nagelhaut gearbeitet, ist die Umgebung oft gerötet, empfindlich oder leicht wund.

Ein einzelnes mildes Symptom kann nach einer Entfernung noch im Rahmen sein. Wenn sich jedoch mehrere dieser Zeichen kombinieren, spricht vieles für eine Schädigung durch zu harte Behandlung.


Häufige Fehler, die Nägel unnötig strapazieren

Bestimmte Gewohnheiten setzen den Nägeln besonders zu – oft ganz unbewusst:

  • Abziehen statt fachgerecht entfernen: Gel- oder Shellac-Schichten abknibbeln, abkratzen oder „abziehen“ hebt fast immer Nagelschichten mit an.
  • Zu grobe Feilen: Grobkörnige Feilen wirken wie Schleifpapier und tragen schnell zu viel Material ab.
  • Zu viel Druck beim Feilen: Besonders auf der Nageloberfläche führt starkes Hin- und Herfeilen dazu, dass die Platte deutlich ausdünnt.
  • Lange Einwirkzeiten aggressiver Entferner: Häufiges oder langes Einweichen in stark entfettenden Entfernern trocknet Nagel und Nagelhaut massiv aus.
  • Keine Pausen zwischen intensiven Behandlungen: Wer direkt nach der Entfernung wieder eine neue, stark haftende Beschichtung aufträgt, nimmt dem Nagel jede Erholungszeit.

Sanfte Strategien: Wie Sie Ihre Nägel in der Erholungsphase unterstützen

Wenn Sie erste Schadzeichen bemerken, lohnt es sich, bewusst gegenzusteuern:

  • Pausen einlegen: Für einige Wochen auf Gel, Shellac und ähnliche Systeme verzichten, damit sich die Nagelplatte erholen kann.
  • Kurz tragen: Kürzere Nägel brechen weniger schnell und sind alltagstauglicher zu schützen.
  • Sanft feilen statt schneiden: Eine feinkörnige Feile verwenden, ohne Druck, möglichst in eine Richtung.
  • Wasser- und Putzkontakt begrenzen: Beim Putzen, Abwaschen oder längeren Wasserkontakt möglichst Handschuhe tragen.
  • Nagelhaut nicht bearbeiten: Nicht schneiden oder abreißen; wenn nötig nur vorsichtig zurückschieben.
  • Warnzeichen ernst nehmen: Bei Schmerzen, starken Verfärbungen, Schwellungen oder Veränderungen am Nagelbett ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Kurz zusammengefasst

Geschädigte Nägel nach einer zu aggressiven Entfernung erkennen Sie vor allem an Ausdünnung, erhöhter Empfindlichkeit, rauer Oberfläche, abblätternden Schichten und brüchigen Kanten. Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass die Struktur der Nagelplatte angegriffen ist. Mit Schonung, kurzen Nägeln, behutsamer Pflege und Behandlungs-Pausen haben die meisten Nägel die Chance, sich wieder zu stabilisieren. Bleiben Beschwerden bestehen oder kommen deutliche Veränderungen hinzu, sollte medizinisch geprüft werden, ob mehr dahintersteckt.


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