Telefon 0662 / 26126083
Wie gehe ich mit Make-up-Produkten um, die ich nach einer Augen- oder Hautinfektion verwendet habe?

Beauty nach einer Infektion: So gehen Sie richtig mit Ihrem Make-up um

Eine Augen- oder Hautinfektion ist schon lästig genug – richtig kompliziert wird es, wenn mitten drin Mascara, Foundation und Co. im Einsatz waren. Spätestens danach stellt sich die Frage: Kann ich das alles noch benutzen, oder schminke ich mir damit die nächste Infektion gleich wieder ins Gesicht? Was lässt sich retten, was gehört konsequent entsorgt?

Im Folgenden geht es darum, wie Sie Ihr Make-up nach einer Infektion systematisch durchgehen, reinigen oder aussortieren – und was Sie künftig tun können, um gar nicht erst in diese Zwickmühle zu kommen.


Warum Make-up nach einer Infektion zum Risiko werden kann

Bei einer Augen- oder Hautinfektion sind fast immer Mikroorganismen im Spiel: Bakterien, Viren oder Pilze. Verwenden Sie in dieser Zeit Make-up, können diese Erreger auf Pinseln, Schwämmchen, Applikatoren und in den Produkten selbst landen – und dort eine Weile überleben.

Besonders heikel ist alles, was direkt an Schleimhäute oder entzündete Hautpartien geht: also Mascara, Eyeliner, Kajal, Concealer, Foundation, Lippenstifte und Lipgloss.
Flüssige und cremige Produkte sind dabei problematischer als trockene Puder – sie bieten Keimen schlicht bessere „Lebensbedingungen“.

Wichtig ist:
Auch wenn die Infektion abgeklungen ist, können sich Erreger noch in Produkten oder Tools befinden und eine erneute Reizung oder Infektion begünstigen. Ein einmaliger, konsequenter „Hygiene-Check“ nach überstandener Infektion ist daher sinnvoll – und oft die kleinere Zumutung im Vergleich zu einem Rückfall.


Schritt für Schritt: So prüfen und reinigen Sie Ihre Produkte

1. Zuerst klären: Um welche Infektion ging es?

Je nach betroffener Region stehen andere Produkte im Fokus:

  • Augeninfektion (z. B. Bindehautentzündung):
    Im Blick behalten: Mascara, Eyeliner, Kajal, Lidschatten, Wimpernzange, Augenpinsel.

  • Hautinfektion oder stark entzündete Haut:
    Relevant sind vor allem Foundation, Concealer, Puder, Rouge, Bronzer, Schwämmchen und Gesichtspinsel.

  • Lippenbereich betroffen:
    Prüfen Sie Lippenstifte, Lipliner, Lipgloss und sonstige Lippenprodukte besonders kritisch.

2. Produkte sortieren: Was sollte entsorgt werden?

Als Orientierung, ohne Anspruch auf absolute Starrheit:

  • Mascara & flüssige Eyeliner
    Nach Augeninfektionen in der Regel konsequent wegwerfen. Sie kommen sehr nah ans Auge, sind feucht und kaum zuverlässig zu „retten“.

  • Lipgloss, flüssige Lippenfarben mit Applikator
    Nach Infektionen im Lippenbereich besser austauschen. Der Applikator taucht immer wieder ins Produkt ein – damit landen auch Keime im Inneren.

  • Flüssige Foundation & Concealer mit Applikator
    Wenn sie auf entzündeter oder infizierter Haut verwendet wurden – vor allem direkt aus dem Flakon auf die Haut – ist ein Austausch ratsam.

  • Puderprodukte (Lidschatten, Rouge, Kompaktpuder)
    Die oft pragmatische Lösung: Mit einem sauberen Messer oder Spatel die oberste Schicht dünn abtragen. Wenn Geruch, Farbe und Konsistenz unauffällig sind, können solche Produkte meist weiter verwendet werden.

3. Tools reinigen oder austauschen

  • Make-up-Schwämmchen/Blender
    Nach Infektionen häufiger ein Fall für den Müll. Sie saugen Flüssigprodukte auf, sind porös und dadurch schwer komplett zu reinigen.

  • Pinsel
    Mit einem milden Reinigungsmittel (Pinselreiniger oder sanftes Shampoo) gründlich auswaschen, so lange ausspülen, bis das Wasser klar bleibt, dann vollständig trocknen lassen. Je nach Schwere der Infektion kann es sinnvoll sein, diesen Reinigungsvorgang am nächsten Tag noch einmal zu wiederholen.

  • Wimpernzange, Pinzette etc.
    Metallische Tools lassen sich in der Regel gut retten: Mit alkoholhaltigen Desinfektionstüchern oder entsprechendem Spray gründlich abwischen, anschließend trocknen lassen.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

  • „Es ist zu schade zum Wegwerfen“
    Der Gedanke ist nachvollziehbar, besonders bei teuren Produkten. Trotzdem: Der mögliche gesundheitliche Schaden wiegt meist schwerer als der finanzielle. Entscheidend sind Textur und Verpackung – nicht der Neupreis.

  • „Ich war ja fast gesund, das zählt nicht“
    Solange noch Symptome da sind, können Erreger vorhanden sein – auch im Make-up. Produkte aus dieser Phase sollten Sie so behandeln, als seien sie potenziell kontaminiert.

  • „Einmal drüberwischen reicht schon“
    Gerade bei Mascara, Eyeliner oder stark durchfeuchteten Schwämmchen ist oberflächliches Säubern kosmetisch, aber nicht hygienisch wirksam. Hier ist „halb“ gereinigt praktisch gar nicht gereinigt.

  • Gemeinsame Nutzung von Produkten
    Geteilte Produkte sind ein klassischer Weg, Infektionen weiterzureichen – in beide Richtungen. Nach einer Infektion gilt umso mehr: Keine gemeinsame Nutzung von Mascara, Kajal, Lippenprodukten oder Teintprodukten mit direktem Hautkontakt.


Erprobte Hygienetipps für zukünftige Beauty-Routinen

  • Regelmäßige Pinselreinigung
    Gesichtspinsel idealerweise wöchentlich reinigen, Augenpinsel bei empfindlichen Augen gern häufiger. Das ist nicht übertrieben, sondern solide Prävention.

  • Austauschfristen beachten
    Mascara und flüssige Eyeliner etwa alle drei bis sechs Monate ersetzen. Wenn sich Geruch, Farbe oder Konsistenz vorher verändern, nicht zögern und früher entsorgen.

  • Direkten Hautkontakt am Produkt minimieren
    Wo es geht, Produkte mit Spatel oder sauberem Pinsel entnehmen statt mit den Fingern direkt ins Döschen zu fassen. Das senkt die Keimlast spürbar.

  • Hände waschen vor dem Schminken
    Ein unspektakulärer, aber wirksamer Schritt: saubere Hände, bevor Sie ins Gesicht fassen oder Produkte öffnen.

  • Bei aktiven Infektionen besser pausieren
    Solange eine akute Augen- oder Hautinfektion besteht, Make-up im betroffenen Bereich möglichst weglassen. Das beschleunigt oft die Heilung – und erspart Ihnen späteres Aussortieren.


Kurz zusammengefasst

Make-up, das Sie während einer Augen-, Haut- oder Lippeninfektion verwendet haben, kann Keime aufnehmen und diese später wieder an Haut und Schleimhäute abgeben. Besonders flüssige und cremige Produkte für Augen und Lippen sind dann häufig ein Fall für den Mülleimer. Puderprodukte lassen sich oft durch Abtragen der oberen Schicht weiter nutzen, Pinsel in der Regel retten, Schwämmchen meist eher nicht. Mit klaren Entscheidungen beim Aussortieren und konsequenter Hygiene sinkt das Risiko für erneute Reizungen deutlich.


Ähnliche Fragen