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Ist es unhygienisch, Make-up mit anderen zu teilen?

Make-up teilen: Wie hygienisch ist das wirklich?

Make-up gemeinsam zu benutzen wirkt erst einmal harmlos – besonders unter Freundinnen oder in der Familie. Ein schneller Griff zum Lippenstift der Schwester, einmal eben die Mascara der Freundin benutzen – das fühlt sich oft an wie ein völlig normaler Teil des Alltags.

Die Frage ist nur: Wie unbedenklich ist das wirklich?
Im Folgenden geht es darum, wann das Teilen von Make-up relativ überschaubar ist, wo es eindeutig heikel wird – und was Sie konkret tun können, um das Risiko für Haut- und Augenreizungen möglichst gering zu halten.


Was beim Make-up-Teilen wirklich passiert

Make-up ist nicht nur Farbe auf der Haut. Jedes Produkt berührt Haut, Lippen oder Augen – und damit auch die Mikroorganismen, die dort leben.

Auf unserer Haut und unseren Schleimhäuten tummeln sich Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen. Das ist in der Regel völlig normal und sogar wichtig. Problematisch wird es, wenn diese Keime über Applikatoren oder direkt über das Produkt auf andere Personen übertragen werden. Kritisch sind vor allem:

  • Produkte für die Augen (Mascara, Eyeliner)
  • Produkte für die Lippen (Lippenstift, Lipgloss)
  • Produkte im Tiegel, in die man mit den Fingern hineingreift

Flüssige und cremige Texturen bieten Keimen deutlich bessere Wachstumsbedingungen als pudrige Produkte. Dazu kommt: Je näher ein Produkt an Schleimhäute gelangt – also etwa an Augen oder Lippen – desto empfindlicher reagiert der Körper auf mögliche Erreger.


So können Sie Make-up hygienischer teilen

Das Risiko lässt sich beim Teilen nie komplett ausschalten. Man kann es aber deutlich reduzieren, wenn ein paar Grundregeln beachtet werden:

1. Puder statt Creme teilen
Gepresste Puder, Lidschattenpaletten oder Puderrouge gelten als vergleichsweise hygienisch, weil sie kaum Feuchtigkeit enthalten. Werden sie mit sauberen Pinseln oder Einweg-Applikatoren verwendet, ist das Risiko geringer als bei flüssigen oder cremigen Produkten.

2. Applikatoren nicht direkt an Haut oder Lippen setzen
Statt Lipgloss direkt aus der Verpackung aufzutragen, kann man etwas Produkt auf einen Einweg-Applikator oder einen sauberen Spatel geben. Gleiches gilt für Concealer mit Schwämmchen-Applikator: besser abnehmen und mit einem separaten Tool auftragen, als das integrierte Schwämmchen mehrfach zu teilen.

3. Augenprodukte möglichst nicht teilen
Mascara, flüssiger Eyeliner und Kajal, die direkt am Auge verwendet werden, sollten im Idealfall nur einer Person gehören. Die Augen reagieren äußerst sensibel auf Keime, und Infektionen sind dort besonders unangenehm.

4. Hände vorher waschen
Wenn Produkte im Tiegel oder Stick gemeinsam genutzt werden, sollten die Hände vor der Anwendung gründlich gewaschen sein. Je weniger Keime über die Finger in das Produkt gelangen, desto besser.


Typische Stolperfallen – und warum sie problematisch sein können

Im Alltag schleichen sich schnell Routinen ein, die hygienisch nicht ideal sind – und oft nimmt man sie gar nicht als Risiko wahr:

  • Gemeinsame Mascara
    Die Wimpern liegen direkt am Auge. Beim Herausziehen und Wiedereintauchen des Bürstchens können Keime aus der Umgebung des Auges leicht in die Mascara gelangen und sich dort weiterverbreiten.

  • Tester in Geschäften direkt ins Gesicht auftragen
    Öffentliche Tester werden von unzähligen Personen benutzt. Werden sie direkt an Lippen oder Augen aufgetragen, ist die Keimbelastung häufig deutlich erhöht – selbst wenn sie optisch sauber wirken.

  • Lippenprodukte bei Erkältung oder Herpes teilen
    Wer akute Lippenbläschen, gereizte Lippen oder eine Erkältung hat, sollte Lippenprodukte konsequent für sich behalten. So lassen sich andere vor einer Ansteckung besser schützen.

  • Alte oder offen stehende Produkte weiterreichen
    Mit der Zeit lässt die Wirkung von Konservierungsstoffen nach. Je älter das Produkt und je häufiger es offen stand, desto leichter können sich Keime vermehren – selbst wenn es äußerlich noch okay aussieht.


Praktische Tipps für eine schönere Routine mit mehr Hygiene

Wenn Make-up in der Familie oder im Freundeskreis gelegentlich geteilt wird, helfen ein paar einfache Gewohnheiten:

  • Einweg-Applikatoren für Lippen- und Augenprodukte nutzen, wo immer es möglich ist.
  • Pinsel regelmäßig mit milden Reinigern säubern und vollständig trocknen lassen, bevor sie erneut verwendet werden.
  • Bei Lippenstiften eine kleine Menge mit einem sauberen Spatel abnehmen, statt den Stift direkt aufzutragen.
  • Bei gemeinsam genutzten Produkten bevorzugt auf feste, trockene Texturen wie Puder zurückgreifen.
  • Haltbarkeitsdaten im Blick behalten und Produkte entsorgen, die ungewöhnlich riechen, sich in der Textur verändert haben oder irritierend wirken.

Kurz zusammengefasst

Make-up zu teilen ist nicht grundsätzlich tabu, aus hygienischer Sicht aber durchaus heikel – vor allem bei Produkten für Augen und Lippen sowie bei flüssigen und cremigen Texturen. Je näher ein Produkt an die Schleimhäute kommt und je feuchter die Formulierung, desto vorsichtiger sollte man sein.

Wenn Produkte doch geteilt werden, senken Einweg-Applikatoren, saubere Pinsel und ein bewusster Umgang das Risiko für Reizungen und Infektionen deutlich – auch wenn sie es nicht komplett ausschließen.


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