Klarer Blick: So passt sich Ihr Make-up perfekt an Brille oder Kontaktlinsen an
Wer eine Brille trägt oder Kontaktlinsen benutzt, kennt den Moment: Im Badspiegel wirkt alles stimmig – und dann sehen die Augen hinter den Gläsern plötzlich kleiner, größer oder einfach „anders“ aus. Mascara stempelt sich auf die Gläser, Lidschatten betont Linien, die vorher kaum da waren, oder die Augen fühlen sich mit Linsen schneller gereizt an.
Brillen verändern die Wahrnehmung Ihres Gesichts, Kontaktlinsen das Empfinden Ihrer Augen. Beides lässt sich gut auffangen – wenn das Make-up darauf abgestimmt ist. Im Fokus steht hier nicht der nächste Glam-Look, sondern alltagstaugliche Lösungen von Foundation bis Mascara, die mit Ihrer Sehhilfe zusammenspielen, statt gegen sie.
Wie Brille und Kontaktlinsen Ihr Make-up optisch verändern
Eine Brille ist optisch gesehen eine zusätzliche Linse vor Ihrem Gesicht. Sie filtert nicht nur Licht, sondern beeinflusst auch die Wirkung des Make-ups.
- Kurzsichtigkeit (Minusgläser): Die Gläser lassen die Augen kleiner erscheinen. Sehr dunkle, kompakte Augen-Make-ups können diesen Effekt verstärken und die Augen optisch „versenken“.
- Weitsichtigkeit (Plusgläser): Die Augen werden vergrößert. Jede Linie, jede unruhige Kante und zu viel Produkt treten deutlicher in Erscheinung.
Der Brillenrahmen ist ein weiterer Faktor:
Ein markanter, dunkler Rahmen verträgt in der Regel ein klarer konturiertes Augen-Make-up, ohne erschlagend zu wirken. Sehr filigrane, helle oder rahmenlose Brillen werden dagegen schnell von zu starkem Augen-Make-up „übertönt“.
Kontaktlinsen verändern weniger das Aussehen, dafür aber oft das Empfinden:
- Die Augen neigen eher zu Trockenheit oder reagieren schneller gereizt.
- Bröselnde, sehr pudrige oder stark glitzernde Texturen können stören.
- Hygiene, Produktwahl und die richtige Reihenfolge beim Schminken sind entscheidend, um Reizungen zu vermeiden.
Schritt für Schritt: Make-up für Brillenträgerinnen
1. Teint: Weniger Rutschgefahr auf Nasenrücken und Bügeln
Dort, wo die Brille aufliegt, arbeitet sie wie ein kleiner Abrieb-Test: Foundation sammelt sich an den Nasenpads, löst sich oder hinterlässt Druckstellen.
Im Nasenbereich sind Sie mit leichten Texturen und sparsam dosiertem Produkt im Vorteil. Ein Hauch Foundation oder nur ein korrigierender Concealer reicht oft aus. Wichtig ist der Übergang: Gut verblenden, damit rund um die Gläser keine sichtbaren Ränder entstehen. Wer möchte, kann zum Schluss punktuell abpudern – dünn, nicht zu trocken, damit nichts maskenhaft wirkt.
2. Augen-Make-up je nach Glasstärke
Bei Kurzsichtigkeit
Minusgläser verkleinern die Augen optisch – daher lohnt sich alles, was den Blick öffnet:
- Helle, gern leicht schimmernde Töne auf dem beweglichen Lid lassen die Augen größer wirken.
- Statt dicker Balken entlang des oberen Lids lieber eine feine Betonung des Wimpernkranzes. So entsteht Definition, ohne das Auge zusätzlich zu „verkleinern“.
- Eine dezente Aufhellung im inneren Augenwinkel bringt Frische und lässt müde Augen wacher aussehen.
Bei Weitsichtigkeit
Plusgläser vergrößern. Jeder Patzer wird großzügig mitvergrößert – deshalb zählt hier Präzision mehr als Drama:
- Matte oder nur leicht satinierte Lidschatten sind oft die bessere Wahl, weil stark glänzende Texturen unruhig wirken können.
- Alle Übergänge sorgfältig verblenden. Harte, unverbundene Linien fallen durch die Vergrößerung stark auf.
- Ein feiner Lidstrich statt eines breiten Wings strukturiert das Auge, ohne es zu dominieren.
3. Wimpern und Mascara
Treffen Wimpern permanent auf die Brillengläser, entstehen nicht nur Flecken, sondern auch ein unangenehmes Gefühl beim Blinzeln.
Ideal sind leicht geschwungene Wimpern und eine Mascara, die vor allem am Ansatz betont. So wirkt der Blick definierter, ohne dass die Spitzen ständig an die Gläser stoßen. Wer sehr lange Wimpern hat, kann auf stark verlängernde Formeln verzichten und eher zu einer verdichtenden Mascara greifen.
Kontaktlinsen & Make-up: Was oft schiefgeht
Einige typische Fehler sorgen immer wieder für gereizte Augen – besonders bei empfindlichen Linsenträgerinnen:
Falsche Reihenfolge:
Wer erst schminkt und dann die Linsen einsetzt, riskiert, dass Produktreste an der Linse haften oder direkt ins Auge geraten. Sicherer ist: erst Linsen, dann Make-up.
Krümelnde Texturen:
Stark glitzernde Pigmente, loser Lidschatten oder sehr trockene Puder tendieren dazu, sich zu lösen. Gel- oder Cremeprodukte sind in der Regel weniger „flugfreudig“.
Mascara zu nah an der Wasserlinie:
Wird die Mascara zu tief angesetzt oder die Wasserlinie stark getuscht, lösen sich schneller Partikel und gelangen ins Auge. Mit Linsen ist das besonders unangenehm und kann das Tragegefühl deutlich beeinträchtigen.
Nachlässiges Abschminken:
Rückstände am Lidrand, besonders zwischen den Wimpern, können die Augen dauerhaft reizen. Eine gründliche, aber sanfte Reinigung – ohne Rubbeln – ist für Kontaktlinsenträgerinnen unverzichtbar.
Alltagstaugliche Tipps für ein komfortables, brillentaugliches Make-up
Augenbrauen mitdenken:
Durch die Brille richtet sich der Blick automatisch stärker auf den oberen Gesichtsbereich. Gepflegte, leicht definierte Brauen geben Struktur und lassen den Rahmen harmonischer wirken – ohne die Augen zusätzlich zu beschweren.
Gegengewicht über die Lippen setzen:
Ist der Brillenrahmen sehr präsent, kann ein leicht betonter Mund das Gesicht ausbalancieren. Es braucht dafür keinen knalligen Lippenstift; auch ein satter Nude- oder Rosenholzton kann reichen, um die Proportionen auszutarieren.
Lidrandpflege statt viel Kajal:
Ein sanft betonter Wimpernkranz mit Lidschatten oder einem feinen Stift wirkt oft ruhiger und verträglicher als ein stark geschwärzter Innenrand. Das Auge bleibt klarer, gerade in Kombination mit Linsen.
Für Kontaktlinsen: saubere Tools:
Pinsel und Schwämmchen sollten regelmäßig gereinigt werden. Alte Produktreste und Bakterien finden ihren Weg sonst früher oder später ins Auge.
Brillenbügel und Nasenpads sauber halten:
Auflageflächen sammeln Make-up, Hautfett und Staub. Regelmäßiges Reinigen verhindert Glanzstellen und sichtbare Abdrücke – und fühlt sich auch schlicht angenehmer an.
Kurz zusammengefasst
Brille oder Kontaktlinsen sind kein Make-up-Problem, sondern eine zusätzliche Rahmenbedingung. Brillen beeinflussen vor allem die optische Wirkung: Minusgläser verkleinern, Plusgläser vergrößern die Augen. Kontaktlinsen machen das Auge sensibler für Partikel und Reibung.
Wenn Texturen gezielt gewählt, Übergänge sauber verblendet und Augen, Brauen und Lippen bewusst aufeinander abgestimmt werden, entsteht ein Look, der den Alltag mit Brille oder Linsen entspannt begleitet – statt ihn komplizierter zu machen.