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Wie viel Sonnenschutzcreme brauche ich fürs Gesicht, und welcher LSF ist sinnvoll?

Wie viel Sonnenschutz Ihr Gesicht wirklich braucht – und welcher LSF sinnvoll ist

Wer sich ernsthaft mit Hautpflege beschäftigt, landet früher oder später beim Thema Sonnenschutz. Die Frage ist dann meist nicht ob, sondern wie viel – und ob im Alltag wirklich immer der höchste Lichtschutzfaktor (LSF) nötig ist. Zwischen „ein bisschen reicht schon“ und „bloß nichts dem Zufall überlassen“ ist viel Unsicherheit. Dieser Text ordnet das, was Studien und Empfehlungen hergeben, und soll Ihnen helfen, Sonnenschutz so in den Alltag einzubauen, dass er praktikabel bleibt – und tatsächlich wirkt.


Warum die richtige Menge Sonnenschutz so entscheidend ist

Sonnenschutz wird im Labor unter Bedingungen getestet, die mit unserem Alltag wenig zu tun haben: Die Produkte werden exakt dosiert, lückenlos verteilt und in Ruhe einziehen gelassen. Draußen oder im Badspiegel sieht das anders aus: Es wird gespart, hektisch verteilt, an einzelnen Stellen vergessen.

Der auf der Verpackung angegebene LSF (z. B. 30 oder 50) ist an eine Bedingung geknüpft:
Es müssen etwa 2 Milligramm Produkt pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen werden. Das klingt abstrakt, ist aber der Standard in der Forschung.

In der Praxis nutzen die meisten Menschen nur ungefähr ein Viertel bis die Hälfte dieser Menge. Die Folge: Der Schutz ist deutlich niedriger als erwartet – ein LSF 30 verhält sich dann eher wie ein deutlich kleinerer Faktor.

Zu wenig Sonnenschutz führt langfristig zu:

  • beschleunigter Hautalterung durch UV-Strahlung (Falten, Pigmentflecken)
  • einem erhöhten Risiko für UV-bedingte Hautschäden
  • schneller Rötung und Reizung, vor allem bei empfindlicher Haut

Die gute Nachricht: Man muss dafür keine Küchenwaage ins Bad stellen. Mit einfachen Faustregeln lässt sich die passende Menge recht zuverlässig einhalten.


So dosieren Sie Sonnenschutz fürs Gesicht im Alltag

Für Gesicht und vorderen Halsbereich hat sich als Richtwert etabliert:

  • Etwa 1–1,5 Gramm Sonnenschutz

Das entspricht ungefähr:

  • zwei Fingerlängen Produkt (Zeige- und Mittelfinger komplett mit Creme bedeckt) oder
  • einer haselnussgroßen Menge

Mit dieser Menge lassen sich abdecken:

  • Gesicht
  • Ohren
  • Vorderseite des Halses

Wenn zusätzlich Nacken und Dekolleté geschützt werden sollen, braucht es entsprechend etwas mehr.

Zum LSF lässt sich grob sagen:

  • Im Alltag in Mitteleuropa:
    LSF 30 reicht in der Regel aus, wenn

    • Sie ungefähr die richtige Menge verwenden und
    • sich überwiegend drinnen oder im Schatten aufhalten.
  • Bei intensiverer Sonneneinstrahlung, sehr heller Haut oder viel Zeit im Freien:
    LSF 50 bietet einen größeren Sicherheitspuffer, insbesondere in der Mittagssonne, im Urlaub oder am Wasser.

Wichtig ist dabei: Ein hoher LSF ist kein Freifahrtschein, um stundenlang ungeschützt in der prallen Sonne zu bleiben. Er verlängert die Zeitspanne, bis die Haut Schaden nimmt – hebt sie aber nicht auf.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Die meisten Fehler passieren nicht aus Unwissen, sondern aus Gewohnheit.

Häufig sind es diese Punkte:

  • Zu wenig Produkt
    Ein Hauch Creme, „damit sich die Haut gepflegt anfühlt“, reicht nicht. Wenn die Schicht extrem dünn ist, liegt der Schutz weit unter dem angegebenen LSF.

  • Vergessene Zonen
    Ohren, Haaransatz, Lippenkonturen, seitliche Wangen und der Übergang zum Hals werden häufig übergangen – obwohl sie oft direkt der Sonne ausgesetzt sind.

  • Nur einmal am Tag auftragen
    Schweiß, Reiben an Kragen, Schals oder Masken, das Abtupfen mit einem Taschentuch – all das trägt den Sonnenschutz nach und nach ab. Der Schutz lässt im Laufe des Tages nach, auch wenn man das nicht sofort sieht.

  • Verlass auf Tagescreme mit niedrigem LSF
    Tagescremes mit „LSF 10“ oder „LSF 15“ vermitteln schnell ein Gefühl von Sicherheit, ersetzen aber einen vollwertigen Sonnenschutz kaum – vor allem nicht, wenn man sich länger draußen aufhält oder nur eine dünne Schicht verwendet.


Erprobte Tipps, damit Sonnenschutz zur Gewohnheit wird

Damit Sonnenschutz nicht eine theoretisch gute Idee bleibt, sondern tatsächlich täglich auf der Haut landet, helfen klare Routinen:

  • Sonnenschutz als letzter Pflegeschritt am Morgen
    Erst Reinigung, dann Serum oder Pflegecreme, anschließend der Sonnenschutz als abschließende Schicht. So wird er Teil der festen Abfolge und nicht „optional“.

  • In zwei Schichten auftragen
    Erst etwa die Hälfte der Menge, kurz einziehen lassen, dann den Rest darüber geben. Das erleichtert eine gleichmäßige Verteilung und verringert das Risiko, Stellen auszulassen.

  • Nachtragen bei längerem Aufenthalt im Freien
    Wenn Sie mehrere Stunden draußen sind, schwitzen, schwimmen oder sich häufig ins Gesicht fassen, ist ein erneutes Auftragen etwa alle zwei Stunden sinnvoll – zumindest auf den am stärksten exponierten Stellen.

  • Kleidung und Schatten mit einplanen
    Ein Hut mit breiter Krempe, Sonnenbrille und dicht gewebte Kleidung nehmen der Haut einen Teil der Arbeit ab. Je mehr bedeckt ist, desto weniger Fläche muss regelmäßig eingecremt werden.

  • Auch an bewölkten Tagen dranbleiben
    Ein erheblicher Anteil der UV-Strahlung dringt durch Wolken. Gerade im Frühling und Sommer kann die Haut auch bei bedecktem Himmel Schaden nehmen.


Kurz zusammengefasst

Für Gesicht und vorderen Halsbereich sind etwa eine haselnussgroße Menge oder zwei Fingerlängen Sonnenschutz ein brauchbarer Richtwert. Im normalen Alltag ist LSF 30 meist ausreichend; bei intensiver Sonne, sehr heller oder empfindlicher Haut bietet LSF 50 mehr Spielraum. Entscheidend ist nicht allein die Zahl auf der Tube, sondern ob genügend Produkt aufgetragen, regelmäßig verwendet und bei längeren Aufenthalten im Freien nachgelegt wird.


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