Telefon 0662 / 26126083
Wie viel Sonnencreme brauche ich fürs Gesicht und wie oft sollte ich nachcremen?

Wie viel Sonnencreme braucht Ihr Gesicht wirklich – und wie oft sollten Sie nachlegen?

Sonnenschutz gehört zu den wirksamsten – und zugleich am häufigsten unterschätzten – Schritten in der täglichen Hautpflege. Er schützt nicht nur vor Sonnenbrand, sondern auch vor vorzeitiger Hautalterung und lichtbedingten Hautschäden bis hin zu Hautkrebs.

Trotzdem bleibt die Unsicherheit groß: Wie viel Sonnencreme braucht das Gesicht tatsächlich? Und wie konsequent muss man im Alltag oder am Strand nachcremen?

Im Folgenden finden Sie klare, praktische Orientierung ohne Alarmismus – aber mit Zahlen, an denen Sie sich verlässlich orientieren können.


Warum die richtige Menge Sonnenschutz so entscheidend ist

Der Lichtschutzfaktor auf der Verpackung gilt nur unter Studienbedingungen – also bei einer klar definierten Auftragsmenge. In der Realität verwenden die meisten deutlich weniger.

Wird zu wenig Produkt aufgetragen, fällt der tatsächliche Schutz drastisch geringer aus, teilweise nur ein Bruchteil des angegebenen SPF. Untersuchungen zeigen, dass viele Menschen ungefähr nur die Hälfte der empfohlenen Menge nutzen – und sich damit in trügerischer Sicherheit wiegen.

Hinzu kommt: Das Gesicht ist fast ständig exponiert – auch im Winter, bei Bewölkung, auf dem Weg zur Arbeit, im Auto oder am Fenster. UV-Strahlung dringt durch Wolken und zum Teil durch Glas. Wer seine Haut langfristig schützen will, braucht daher zwei Dinge: genug Produkt und eine gewisse Routine.


Wie viel Sonnenschutz fürs Gesicht? So können Sie es sich merken

Für das Gesicht hat sich als Faustregel folgende Menge bewährt:

  • etwa zwei Fingerlängen Sonnencreme (Zeige- und Mittelfinger)
    oder
  • ca. ½ Teelöffel für Gesicht, Ohren und – falls nicht extra geschützt – den Hals

Damit kommen Sie der empfohlenen Auftragsmenge aus Studien recht nahe. Hilfreich ist dabei:

  • Sonnencreme in mehreren Punkten auf Gesicht und Hals verteilen (Stirn, Wangen, Nase, Kinn, ggf. Hals)
  • gleichmäßig einarbeiten, ohne aggressives Reiben
  • Ohren, Haaransatz, Lippenrand und den Bereich um die Augen (wenn verträglich) bewusst mit einbeziehen

Wenn Sie Hals und Dekolleté zusätzlich schützen möchten, kalkulieren Sie dafür ungefähr noch einmal dieselbe Menge ein. Diese Bereiche bekommen viel Sonne ab und werden bei der Pflege gern übergangen.


Wie oft sollte man nachcremen? Was im Alltag wirklich sinnvoll ist

Die Standardempfehlung lautet: alle zwei Stunden nachcremen, sofern Sie sich länger im Freien aufhalten oder die Haut direkter Sonne ausgesetzt ist.

Besonders wichtig ist Nachcremen:

  • nach starkem Schwitzen
  • nach dem Baden oder Abtrocknen
  • bei längerer Bewegung im Freien
  • bei intensiver Sonne, etwa am Wasser oder im Schnee

Im typischen Büroalltag ohne längere Aufenthalte draußen reicht meist ein großzügiger Auftrag am Morgen. Planen Sie allerdings eine längere Mittagspause im Freien, einen Spaziergang oder Aktivitäten nach der Arbeit, ist es sinnvoll, vorher noch einmal nachzulegen.

Wichtig zu wissen: Nachcremen stellt den Schutz wieder her, wenn Produkt durch Reibung, Schweiß oder Wasser verloren gegangen ist. Es verlängert nicht unbegrenzt die Zeit, die Ihre Haut insgesamt sicher in der Sonne verbringen kann – diese hängt auch vom Hauttyp und der Intensität der UV-Strahlung ab.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Einige Fehler tauchen immer wieder auf:

  • Zu wenig Produkt: Ein kaum sichtbarer Film reicht nicht. Der Schutz hängt direkt an der Menge – im Zweifel etwas großzügiger sein.
  • Nur im Sommer oder bei Sonne: UV-Strahlen sind auch bei Wolken, im Frühling, Herbst und Winter relevant.
  • Nachcremen vergessen: Besonders am Strand, auf Wanderungen oder in der Stadt reibt sich Sonnenschutz schneller ab, als man denkt.
  • Problemzonen auslassen: Ohren, Haaransatz, Nacken, Lippen und Hände werden leicht vergessen, sind aber oft stark exponiert.
  • Verlass auf Make-up mit SPF: Foundation, BB-Cream & Co. werden fast immer zu sparsam aufgetragen, um den angegebenen SPF wirklich zu erreichen.

Praktische Tipps für eine sonnenbewusste Beauty-Routine

Damit Sonnenschutz nicht zur lästigen Pflicht, sondern zur verlässlichen Gewohnheit wird, helfen kleine, realistische Routinen:

  • Tragen Sie jeden Morgen nach der Pflege und vor dem Make-up Ihren Sonnenschutz auf.
  • Nutzen Sie die Zwei-Finger-Regel als einfache Eselsbrücke für die richtige Menge.
  • Stellen Sie sich bei längeren Aufenthalten im Freien einen Timer im Zwei-Stunden-Takt, um ans Nachcremen erinnert zu werden.
  • Beziehen Sie Hals, Nacken, Ohren und Hände konsequent mit ein – diese Bereiche verraten das „Sonnenalter“ oft zuerst.
  • Ergänzen Sie Sonnencreme durch Schatten, Kleidung, Hut und Sonnenbrille – besonders bei starker UV-Belastung.

Kurz zusammengefasst

Für das Gesicht inklusive Ohren und ggf. Hals sollten Sie etwa zwei Fingerlängen oder rund einen halben Teelöffel Sonnencreme einplanen. Tragen Sie den Schutz morgens großzügig auf und cremen Sie nach, wenn Sie länger draußen sind, schwitzen, baden oder sich abtrocknen – idealerweise etwa alle zwei Stunden. Auf diese Weise nutzen Sie den angegebenen Lichtschutzfaktor deutlich näher an seiner tatsächlichen Leistungsfähigkeit und unterstützen Ihre Haut langfristig.


Ähnliche Fragen