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Verschlimmert Make-up Akne oder kann ich es trotzdem verwenden?

Make-up bei Akne: verschlimmert es die Haut – oder darf es bleiben?

Wer mit Akne oder unreiner Haut lebt, kennt den Moment vor dem Spiegel: Abdecken – oder die Haut atmen lassen und alles zeigen? Die Sorge, Make-up könne die Haut „zukleistern“ und Pickel verschlimmern, ist nicht aus der Luft gegriffen. Gleichzeitig wünschen sich viele ein gleichmäßigeres Hautbild, um sich im Alltag sicherer zu fühlen.
Im Folgenden geht es darum, wann Make-up Akne tatsächlich negativ beeinflussen kann, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und wie Sie Foundation & Co. so einsetzen, dass Ihre Haut möglichst wenig zusätzlich belastet wird.


Was hinter der Sorge steckt: Make-up und unreine Haut im Überblick

Akne entsteht durch mehrere Faktoren: Die Talgdrüsen arbeiten überaktiv, Poren verstopfen, es kommt zu Entzündungen – oft begünstigt durch hormonelle Einflüsse. Make-up löst diese Prozesse nicht aus, kann sie aber verstärken, wenn Produkte oder Anwendung ungünstig gewählt sind.

Problematisch wird es vor allem dann, wenn:

  • sehr deckende, schwere Texturen verwendet werden
  • Make-up viele Stunden ununterbrochen auf der Haut bleibt
  • Produkte komedogene (porenverstopfende) Inhaltsstoffe enthalten
  • Abschminken und Reinigung zu oberflächlich ausfallen

Gut formulierte Produkte, die zum Hautzustand passen und gründlich entfernt werden, verschlechtern Akne in der Regel nicht. Auch dermatologische Empfehlungen gehen in diese Richtung: Entscheidend ist weniger die Frage „Make-up ja oder nein?“, sondern „welche Produkte – und wie werden sie verwendet?“.


So integrieren Sie Make-up bei Akne hautschonend in den Alltag

Wenn Sie sich mit Make-up wohler fühlen, gibt es meist keinen zwingenden Grund, darauf komplett zu verzichten. Einige Grundregeln helfen, das Risiko für zusätzliche Unreinheiten klein zu halten:

  1. Auf die Formulierung achten

    • Leichte, atmungsaktiv wirkende Texturen bevorzugen, z. B. flüssige oder gelartige Produkte statt sehr kompakter, wachsig- oder stark öliger Varianten.
    • Nach Hinweisen wie „nicht komedogen“, „ölfrei“ oder „für zu Unreinheiten neigende Haut“ Ausschau halten – das ist keine Garantie, aber ein Anhaltspunkt.
  2. Basispflege nicht vergessen

    • Vor dem Make-up eine passende, eher leichte Feuchtigkeitspflege auftragen, damit die Haut nicht austrocknet und das Make-up gleichmäßiger sitzt.
    • Sonnenschutz tagsüber mitdenken, besonders wenn Sie Wirkstoffe wie Retinoide, AHA/BHA oder Benzoylperoxid verwenden.
  3. Gezielt statt flächig

    • Nur dort abdecken, wo Sie sich wirklich unwohl fühlen – etwa einzelne Pickel, Narben oder stärker gerötete Bereiche.
    • In dünnen Schichten arbeiten und bei Bedarf nach und nach aufbauen statt eine dicke, undurchlässige Schicht aufzutragen.
  4. Pinsel, Schwämme und Hände sauber halten

    • Pinsel und Schwämme regelmäßig mit einem milden Reiniger oder Brush-Cleanser säubern, damit sich Bakterien nicht ansammeln.
    • Vor dem Schminken die Hände waschen, besonders wenn Sie Produkte mit den Fingern auftragen.

Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Einige Gewohnheiten können dazu führen, dass sich die Haut unter Make-up eher verschlechtert. Ein paar Beispiele:

  • Make-up über Nacht tragen
    Bleibt Make-up auf der Haut, vermischt es sich mit Talg, Schweiß und Schmutzpartikeln. Die Haut kann schlechter regenerieren, Poren verstopfen leichter – ein klassischer Nährboden für neue Unreinheiten.

  • Aggressives Abschrubben
    Wer Make-up „wegschrubbt“, reizt die Haut unnötig. Zu scharfe Reiniger, grobe Peelings oder aggressive Abschminktücher können die Hautbarriere schwächen und Entzündungen verstärken.

  • Zu viele Schichten
    Primer, stark deckende Foundation, Concealer, Setting-Puder und eventuell noch ein Fixing-Spray – das alles übereinander kann die Haut unnötig belasten und das anschließende Reinigen erschweren.

  • Alte oder geteilte Produkte
    Abgelaufene Produkte oder das gemeinsame Benutzen (z. B. von Mascara, Concealer, Puderdose) erhöhen die Keimbelastung. Bei ohnehin entzündlicher Haut kann das problematisch werden.


Erprobte Tipps für Make-up, das Ihre Haut respektiert

Mit ein paar bewussten Routinen lässt sich das Verhältnis zwischen Make-up und Akne deutlich entspannen:

  • Abends konsequent abschminken
    Make-up zunächst lösen, etwa mit einem Reinigungsöl, Balm oder einem milden Make-up-Entferner, danach mit einem sanften Gel oder Schaum nachreinigen (Double Cleansing). Die Haut soll sauber sein, ohne sich gespannt oder „ausgetrocknet“ anzufühlen.

  • Auf die Haut „hören“
    Beobachten Sie, wie Ihre Haut auf einzelne Produkte reagiert. Wenn Sie nach einigen Tagen bis Wochen vermehrt Unreinheiten, Unterlagerungen oder Rötungen bemerken, lohnt es sich, das Produkt probeweise wegzulassen.

  • Make-up-freie Tage einplanen
    Wenn es Ihr Alltag zulässt, der Haut immer wieder Tage ohne Foundation oder Concealer gönnen – zum Beispiel am Wochenende oder im Homeoffice. Das ist kein Muss, kann aber den Druck aus der Situation nehmen.

  • Nicht ständig nachschichten
    Statt tagsüber immer wieder neue Schichten nachzulegen, überschüssigen Glanz lieber vorsichtig mit einem sauberen Tuch oder Blotting Paper abnehmen. Das wirkt frischer, ohne die Poren zusätzlich zu belasten.


Kurz zusammengefasst

Make-up verursacht Akne nicht, kann aber – bei ungeeigneten Formulierungen, zu schweren Texturen oder unzureichender Reinigung – Unreinheiten verstärken.
Wenn Sie auf leichte, möglichst nicht komedogene Produkte achten, die Haut abends gründlich, aber schonend reinigen und nicht in Schichten übertreiben, spricht in den meisten Fällen nichts gegen Make-up. Wichtig ist ein realistischer, respektvoller Umgang mit der eigenen Haut – und die Erinnerung daran, dass Ihr Wohlbefinden mehr zählt als ein makelloses Finish.


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