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Wie oft darf man AHA/BHA-Peelings verwenden?

Wie oft ist zu oft? So häufig können Sie AHA- und BHA-Peelings wirklich verwenden

Chemische Peelings mit AHA und BHA gehören inzwischen fast zur Grundausstattung vieler Pflegeroutinen – und das aus gutem Grund. Sie lösen abgestorbene Hautschüppchen, sorgen für ein glatteres Hautbild und können Unreinheiten reduzieren. Genau weil sie so wirksam sind, stellt sich aber eine entscheidende Frage: Wie oft kann man sie anwenden, ohne die Haut zu überfordern?

Im Folgenden geht es darum, wovon die passende Häufigkeit tatsächlich abhängt, welche Warnsignale Ihre Haut sendet – und wie Sie AHA/BHA so einsetzen, dass sie helfen, statt zu schaden.


Was AHA und BHA mit Ihrer Haut machen – und warum das Timing zählt

AHA (Alpha-Hydroxysäuren wie Glycol- oder Milchsäure) wirken in erster Linie an der Oberfläche. Sie lösen die „Klebstoffe“ zwischen abgestorbenen Hornzellen, sodass sich diese leichter ablösen. Die Haut wirkt ebenmäßiger, glatter und nimmt nachfolgende Pflege besser auf. Besonders profitieren eher trockene, normale oder sonnengeschädigte Hauttypen.

BHA (Beta-Hydroxysäure, in der Kosmetik meist Salicylsäure) arbeitet ebenfalls an der Oberfläche, kann aber zusätzlich in die Poren eindringen. Dort löst sie Talg- und Hornablagerungen, die zu Mitessern und Unreinheiten beitragen. Deshalb ist BHA vor allem bei Mischhaut und fettiger, zu Akne neigender Haut beliebt.

Beide Säuren kurbeln die Zellerneuerung an. Der Effekt ist gewünscht – solange das Regenerationsvermögen der Haut mithält. Wird zu oft oder zu stark gepeelt, kann die Hautbarriere ins Wanken geraten: Rötungen, Trockenheit, Brennen oder gesteigerte Empfindlichkeit sind typische Folgen.

Die „richtige“ Häufigkeit ist deshalb kein fixer Wert, sondern immer ein persönliches Gleichgewicht.


Orientierungswerte: So oft können Sie AHA/BHA-Peelings in der Praxis nutzen

Eine universelle Empfehlung gibt es nicht, aber einige erprobte Richtwerte, die vielen als Startpunkt dienen:

Für Einsteigerinnen und empfindliche Haut:

  • Einstieg: 1–2 Mal pro Woche
  • Produkte mit niedriger bis mittlerer Konzentration wählen
  • Reaktionen der Haut über mindestens zwei bis vier Wochen beobachten

Für eher robuste, unempfindliche Haut:

  • 2–3 Mal pro Woche vertragen viele problemlos
  • Mit milden Formulierungen kommen manche auch mit täglicher Anwendung zurecht
  • Häufigkeit immer stufenweise erhöhen (z. B. zunächst jede zweite Nacht, dann nach Bedarf steigern)

Für fettige, unreine Haut:

  • BHA wird häufig 3–4 Mal pro Woche eingesetzt
  • Bei sehr guter Verträglichkeit sind kürzere Intervalle möglich
  • Begleitend immer auf ausreichend Feuchtigkeit und Barriereschutz achten

Neben der Häufigkeit selbst spielen weitere Faktoren eine große Rolle:

  • Konzentration der Säuren
  • pH-Wert des Produkts
  • Kombination mit anderen aktiven Inhaltsstoffen (z. B. Retinoide, höher dosiertes Vitamin C)
  • Allgemeiner Zustand der Hautbarriere (z. B. nach intensiver Sonne, Kälte, Krankheit oder aggressiver Reinigung)

Wenn „mehr“ zu viel wird: Häufige Fehler bei AHA/BHA-Peelings

1. Zu schnell, zu oft starten
Direkt mit täglicher Anwendung und hoher Konzentration einzusteigen, wirkt anfangs beeindruckend: Die Haut fühlt sich weich an, Poren scheinen verfeinert. Kurz darauf folgen nicht selten Rötungen, Brennen, Trockenheit oder ein dauerhaft gespanntes Gefühl.

2. Zu viele Peelings gleichzeitig verwenden
AHA-Cleanser, BHA-Toner und zusätzlich ein intensives Peeling-Serum – in der Summe ist das für die meisten Hauttypen zu viel. Auch wenn jedes Produkt für sich genommen mild wirkt, kann die Kombination die Haut überlasten.

3. Empfindliche Zonen nicht aussparen
Nasenflügel, Mundwinkel, Augenpartie oder Hals reagieren häufig schneller gereizt. Diese Bereiche benötigen oft weniger Produkt, eine geringere Frequenz oder sollten teilweise ausgespart werden.

4. Trotz Reizung weitermachen
Anhaltende Rötung, Brennen, starke Schuppung oder deutliches Spannungsgefühl sind keine „Eingewöhnung“, sondern ein Warnsignal. In dieser Situation braucht die Haut eine Pause – nicht mehr Säure.

5. Sonnenschutz vernachlässigen
AHA und BHA können die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Ohne täglichen UV-Schutz steigt das Risiko für Reizungen, Pigmentverschiebungen und langfristige Sonnenschäden.


Sanft, aber wirksam: So finden Sie Ihre persönliche AHA/BHA-Frequenz

  • Langsam einschleichen:
    Beginnen Sie mit 1–2 Anwendungen pro Woche am Abend. Bleibt die Haut nach einigen Wochen ruhig, können Sie die Häufigkeit schrittweise erhöhen.

  • Immer nur ein neues Produkt auf einmal:
    Führen Sie neue Wirkstoffe nacheinander ein. So lässt sich klarer erkennen, was Ihre Haut mag und was nicht.

  • Auf die Hautreaktionen achten:
    Ein leichtes, kurzes Prickeln direkt nach dem Auftragen kann im Rahmen sein. Dauerhaftes Brennen, intensive Rötungen oder starke Schuppung sprechen dagegen dafür, Konzentration oder Häufigkeit zu reduzieren – oder das Produkt zu wechseln.

  • Feuchtigkeit konsequent einbauen:
    AHA/BHA gehören idealerweise in eine Routine mit milder Reinigung, gut verträglicher Feuchtigkeitspflege und ggf. Barrierestärkern (z. B. Ceramide, Panthenol).

  • Morgens Sonnenschutz verwenden:
    Bei regelmäßigen chemischen Peelings sollte ein breitbandiger UV-Schutz am Morgen zur Routine gehören.


Kurz zusammengefasst

Wie oft AHA- oder BHA-Peelings sinnvoll sind, hängt von Hauttyp, Produktstärke und den übrigen Wirkstoffen in Ihrer Routine ab. Für viele sind 2–3 Anwendungen pro Woche ein realistischer Ausgangspunkt. Mehr ist nur dann eine Option, wenn die Haut dauerhaft stabil wirkt: keine anhaltenden Rötungen, kein Brennen, keine übermäßige Trockenheit.

Entscheidend ist letztlich weniger, was theoretisch „möglich“ wäre, sondern wie Ihre Haut ganz konkret reagiert.


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