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Was ist der Unterschied zwischen Reinigung und Peeling und wie oft sollte ich peelen?

Reinigung oder Peeling? Wie Sie Ihre Haut unterscheiden – und richtig pflegen

Reinigung, Peeling, Double Cleanse – bei all den Begriffen wirkt Hautpflege schnell komplizierter, als sie sein müsste. Ausgerechnet diese Grundlagen entscheiden aber darüber, ob Ihre Haut ruhig und ausgeglichen bleibt oder gestresst reagiert. Im Folgenden lesen Sie, worin sich Reinigung und Peeling tatsächlich unterscheiden, wie oft ein Peeling sinnvoll ist und worauf Sie im Alltag achten sollten, damit Ihre Haut davon profitiert – und nicht überfordert wird.


Warum Reinigung und Peeling nicht dasselbe sind

Beide klingen nach „sauber machen“, verfolgen aber unterschiedliche Ziele und greifen unterschiedlich tief in die Hautprozesse ein.

Reinigung
Die tägliche Reinigung nimmt Ihnen vor allem das vom Tag (oder der Nacht) mitgebrachte „Ballastmaterial“ von der Haut:

  • Schmutz und Staub
  • Schweiß
  • überschüssigen Talg
  • Make-up- und Sonnencreme-Reste

Sie arbeitet vorwiegend an der Oberfläche und sollte die Hautbarriere möglichst wenig irritieren. Eine gut gewählte Reinigung verhindert, dass sich Poren unnötig zusetzen, und bereitet die Haut darauf vor, Wirkstoffe aus der anschließenden Pflege besser aufzunehmen.

Peeling
Ein Peeling setzt etwas tiefer an. Es entfernt gezielt abgestorbene Hautschüppchen, die:

  • den Teint fahl wirken lassen
  • Poren optisch vergrößern
  • zu verstopften Poren und Unreinheiten beitragen können

Grob unterscheidet man:

  • Mechanische Peelings mit Partikeln, die durch Reibung wirken
  • Chemische Peelings mit Säuren (z. B. AHA/BHA), die die „Klebepunkte“ zwischen den Hautschüppchen lösen

Peelings greifen stärker in die Erneuerungsprozesse der Haut ein als eine klassische Reinigung. Genau deshalb sind sie wirksam – aber auch etwas, das man mit Augenmaß einsetzen sollte.


Wie oft peelen? Orientierung für verschiedene Hauttypen

Wie häufig ein Peeling sinnvoll ist, hängt im Wesentlichen von Ihrem Hauttyp, der Art des Peelings und der restlichen Routine ab. Starre Regeln helfen hier weniger als eine grobe Richtung und das eigene Gespür.

Normale bis leicht fettige Haut

  • mechanisches Peeling: etwa 1-mal pro Woche
  • mildes chemisches Peeling: je nach Verträglichkeit 1–3-mal pro Woche

Empfindliche oder trockene Haut

  • eher milde chemische Peelings mit niedriger Säurekonzentration
  • Einstieg: 1-mal pro Woche, bei Rötungen oder Spannungsgefühl seltener

Mischhaut oder zu Unreinheiten neigende Haut

  • reagiert oft besser auf chemische Peelings (z. B. mit BHA)
  • je nach Verträglichkeit 1–3-mal pro Woche
  • nicht zusätzlich mit groben mechanischen Peelings kombinieren

Entscheidend: Ihre Haut gibt die Rückmeldung. Wirkt sie nach dem Peelen anhaltend gerötet, brennt oder spannt sie deutlich, ist entweder die Häufigkeit zu hoch, das Produkt zu stark – oder beides.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Zu viel des Guten
Tägliches oder sehr häufiges Peelen schwächt auf Dauer die Hautbarriere. Die Folge können paradoxerweise mehr Unreinheiten, Trockenheit und Rötungen sein – also genau das, was man eigentlich verhindern wollte.

Mehrere Peelings gleichzeitig
Reinigung mit Peelingkörnchen, dazu ein Peeling-Gel und noch ein „Exfoliating Toner“: In Summe entsteht schnell eine Überdosierung, selbst wenn jedes Produkt für sich harmlos wirkt. Die Haut kennt keine Produktnamen – sie reagiert nur auf die Gesamtbelastung.

Mechanisch peelen und zu stark reiben
Kräftiges Rubbeln ist niemals nötig. Besonders bei empfindlicher, geröteter Haut oder sichtbaren Äderchen verschlechtert es die Situation eher. Ein Peeling soll unterstützen, nicht „abschmirgeln“.

Direkt nach dem Peeling starke Sonne
Nach einem Peeling ist die Haut häufig lichtempfindlicher. Ohne Sonnenschutz steigt das Risiko für Reizungen und Pigmentflecken. Wer regelmäßig chemisch peelend arbeitet, kommt um konsequenten Sonnenschutz im Alltag kaum herum.


Sanfte Praxis-Tipps für eine ausgeglichene Routine

  • Reinigung: zweimal täglich
    Morgens und abends mit einer milden Reinigung, die nicht brennt, nicht stark schäumt und die Haut nach dem Abspülen nicht „quietschig“ trocken hinterlässt.

  • Peeling am Abend nutzen
    Abends hat die Haut Zeit, sich zu beruhigen und zu regenerieren. Nach dem Peeling eine schlichte, beruhigende Pflege (z. B. mit Feuchthaltesubstanzen, ohne viele zusätzliche „Aktivstoffe“) auftragen.

  • Langsam starten
    Ein neues Peeling zuerst nur 1-mal pro Woche einbauen. Wenn die Haut nach einigen Wochen stabil bleibt, lässt sich die Häufigkeit vorsichtig erhöhen.

  • Auf Hautgefühl achten
    Brennen, starkes Spannen, sichtbare Schuppung oder immer wiederkehrende Rötungen sind Warnsignale. Dann gilt: Peeling-Pause, Routine vereinfachen, Fokus auf Feuchtigkeit und Barriereschutz.

  • Sonnenschutz nicht vergessen
    Besonders bei chemischen Peelings gehört ein täglicher Sonnenschutz mit ausreichendem SPF quasi zur Pflichtausstattung. Ohne ihn verschenkt man nicht nur Ergebnisse, sondern erhöht auch das Risiko für Schäden.


Kurz zusammengefasst

Reinigung entfernt täglich Schmutz, Talg und Make-up und bildet das Fundament jeder Pflegeroutine. Peelings setzen zusätzlich an, lösen abgestorbene Hautschüppchen und können das Hautbild sichtbar verfeinern – vorausgesetzt, sie werden dosiert eingesetzt. Gereinigt wird idealerweise morgens und abends, gepeelt je nach Hauttyp und Produkt in der Regel 1–3-mal pro Woche. Entscheidend ist, die Haut nicht permanent „zu bearbeiten“, sondern ihr genug Zeit zur Regeneration zu lassen.


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