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Wie integriert man AHA- oder BHA-Peelings in die Abendroutine?

Strahlende Haut am Abend: So fügen Sie AHA- und BHA-Peelings sinnvoll in Ihre Routine ein

Chemische Peelings mit AHA oder BHA gehören zu den wirksamsten Zutaten für ein glatteres, ebenmäßigeres Hautbild – und sorgen gleichzeitig für viele Fragezeichen. Wann verwendet man sie am besten? Wie häufig? Und was verträgt sich damit, ohne die Haut aus dem Gleichgewicht zu bringen?
Im Folgenden lesen Sie, wie Sie AHA- oder BHA-Peelings Schritt für Schritt in Ihre abendliche Routine einbauen, worauf Sie achten sollten und welche typischen Fehler sich leicht vermeiden lassen. So nutzen Sie die Vorteile der Säuren, ohne Ihre Haut unnötig zu stressen.


Was AHA und BHA leisten – und warum der Abend dafür ideal ist

AHA (Alpha-Hydroxysäuren) und BHA (Beta-Hydroxysäuren) wirken als chemische Peelings: Sie lösen abgestorbene Hautschüppchen, glätten die Oberfläche und lassen den Teint insgesamt feiner erscheinen.

  • AHA (z. B. Glykolsäure oder Milchsäure) arbeitet vor allem an der Hautoberfläche. Sie wird häufig bei trockener, normaler oder reifer Haut eingesetzt, weil sie zusätzlich Wasser in der Haut binden kann.
  • BHA (z. B. Salicylsäure) ist fettlöslich. Sie kann in die Poren eindringen, Talg und Verhornungen lösen und ist deshalb bei fettiger oder zu Unreinheiten neigender Haut besonders sinnvoll.

Der Abend ist ein guter Zeitpunkt, weil die Haut sich nachts regeneriert und Sie direkt anschließend beruhigende, feuchtigkeitsspendende Pflege auftragen können. Außerdem lässt sich so die erhöhte Lichtempfindlichkeit durch AHA besser auffangen – vorausgesetzt, Sie tragen tagsüber konsequent Sonnenschutz.


Schritt für Schritt: So bauen Sie ein AHA- oder BHA-Peeling ein

Eine klare, überschaubare Routine schützt davor, die Haut zu überfordern. Ein mögliches Schema für den Abend:

  1. Sanfte Reinigung
    Entfernen Sie Make-up, Sonnenschutz und Schmutz mit einem milden Reiniger. Die Haut sollte sauber sein, aber nicht „quietschend“ trocken oder gespannt wirken.

  2. Haut gut abtrocknen
    Tupfen Sie das Gesicht mit einem Handtuch vorsichtig trocken. Viele chemische Peelings werden auf trockener Haut besser vertragen und reizen weniger.

  3. AHA oder BHA auftragen
    Tragen Sie das Peeling nach Herstellerangabe in einer dünnen Schicht auf Gesicht und ggf. Hals auf, die Augen- und Lippenpartie aussparen.
    Lassen Sie das Produkt einige Minuten einziehen; die meisten Formulierungen bleiben auf der Haut und werden nicht abgewaschen.

  4. Beruhigende Pflege danach
    Anschließend ein feuchtigkeitsspendendes Serum und eine nicht reizende, pflegende Creme auftragen. Das unterstützt die Hautbarriere und gleicht die exfolierende Wirkung aus.

  5. Häufigkeit langsam steigern
    Starten Sie zum Beispiel mit 1–2 Abenden pro Woche. Verträgt Ihre Haut das gut, können Sie die Häufigkeit Schritt für Schritt erhöhen – immer orientiert an Ihrem Hautgefühl.


Typische Stolperfallen – und wie Sie Ihre Haut davor schützen

Im Umgang mit Säuren wiederholen sich bestimmte Fehler immer wieder:

  • Zu schnell, zu viel, zu oft
    Wer direkt täglich startet, hohe Konzentrationen wählt oder mehrere Peelings kombiniert, landet oft bei Rötungen, Trockenheit oder Brennen.

  • AHA und BHA mit starken Reizstoffen mischen
    In Kombination mit anderen intensiven Wirkstoffen (z. B. hoch dosierten Retinoiden, starken Vitamin-C-Formulierungen) kann die Haut rasch an ihre Grenzen kommen. Weniger Produkte sind hier meist effektiver.

  • Kein täglicher Sonnenschutz
    Vor allem AHA kann die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Ohne konsequenten Sonnenschutz steigt das Risiko für Pigmentflecken und andere UV-Schäden.

  • Ungeduld bei Unreinheiten
    BHA braucht Zeit, bis sich verstopfte Poren sichtbar bessern. Wer nach kurzer Zeit abbricht oder ständig die Produkte wechselt, nimmt sich selbst die Chance auf stabile Ergebnisse.


Sanfte Strategie: Praxistipps für eine ausgewogene Abendroutine

Damit AHA oder BHA langfristig einen Nutzen haben, ohne die Haut zu überlasten, helfen ein paar einfache Grundsätze:

  • Mit niedriger Frequenz starten
    Besonders bei empfindlicher oder reaktiver Haut ist ein langsamer Einstieg sinnvoll. Beobachten Sie Ihre Haut über mehrere Wochen, nicht nur von Abend zu Abend.

  • Auf die Hautbarriere achten
    Setzen Sie auf feuchtigkeitsspendende, möglichst parfumfreie Pflege, die nicht zusätzlich reizt. Beruhigende Inhaltsstoffe (z. B. Panthenol, Bisabolol, reizarm formulierte Ceramide) sind abends nach einem Peeling ideal.

  • Nur ein neues Wirkprodukt gleichzeitig einführen
    So können Sie besser zuordnen, was Ihre Haut mag – und was Probleme macht. Mehrere neue Wirkstoffe auf einmal erschweren die Einschätzung.

  • Körper nicht vergessen
    AHA oder BHA können auch an Rücken, Dekolleté oder Oberarmen hilfreich sein, wenn dort Unreinheiten oder Unebenheiten auftreten. Die gleichen Regeln gelten: langsam starten, Reaktion beobachten, gut eincremen.

  • Konsequenten Sonnenschutz am nächsten Tag verwenden
    Tragen Sie morgens ausreichend Sonnencreme auf und frischen Sie sie bei Bedarf auf, vor allem bei längeren Aufenthalten im Freien.


Kurz zusammengefasst

AHA- und BHA-Peelings können eine abendliche Pflegeroutine sinnvoll erweitern, wenn sie kontrolliert und mit Augenmaß eingesetzt werden. Nach der Reinigung auftragen, mit beruhigender Pflege kombinieren, die Anwendung langsam steigern und tagsüber konsequent Sonnenschutz tragen – auf dieser Basis lässt sich der Nutzen der Säuren ausschöpfen, ohne die Haut zu überfordern. Geduld und eine eher sanfte Herangehensweise zahlen sich hier deutlich mehr aus als „Vollgas“ von Anfang an.


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