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Wie schädlich ist das Abreißen von Nagellack oder Kunstnägeln für die Nagelplatte?

Wenn Nagellack zur Gewohnheit wird: Wie schädlich ist das Abreißen für Ihre Nägel wirklich?

Aus Langeweile, aus Nervosität oder einfach, weil gerade kein Entferner da ist: Man zupft an der Kante, ein Stück geht ab, und ehe man sich versieht, ist der ganze Lack – oder gleich der Kunstnagel – „runter“. Harmlos fühlt sich das oft an, fast ein bisschen befreiend. Für Ihre Nägel ist es das leider nicht.

Im Folgenden geht es darum, was beim Abreißen von Nagellack oder Kunstnägeln tatsächlich in der Nagelplatte passiert, welche Folgen das langfristig haben kann – und wie Sie Ihre Nägel künftig konsequent, aber pragmatisch schonen.


Was Ihre Nagelplatte so empfindlich macht

Die Nagelplatte besteht aus mehreren feinen Schichten verhornter Zellen, die sich wie Dachziegel überlappen. Sie wirkt stabil, ist aber im Kern ein empfindliches Schichtsystem.

Wird Nagellack mit Entferner gelöst, betrifft das im Wesentlichen nur die Farbschicht. Beim Abreißen sieht das anders aus: Sie lösen den Lack oder den Kunstnagel nicht nur von der Oberfläche, sondern reißen häufig die obersten Schichten der Nagelplatte gleich mit ab.

Typische Folgen:

  • die Nageloberfläche wird rau, stumpf und uneben
  • Nägel wirken dünner und sind deutlich druckempfindlicher
  • sie splittern, reißen und brechen leichter
  • es können Verfärbungen und fleckige Strukturen entstehen

Bei Kunstnägeln (z. B. Gel, Acryl, Tips oder Folien) ist der Schaden meist größer. Diese Materialien haften deutlich fester am Naturnagel. Beim gewaltsamen Lösen wirken Zugkräfte, die die Verbindung zwischen den Hornschichten sprichwörtlich auseinanderreißen.


Schonende Alternativen: So entfernen Sie Lack und Kunstnägel richtig

Richtig entfernt, hinterlassen Lack und Kunstnägel deutlich weniger Spuren. Ganz ohne Einfluss geht es nie, aber der Unterschied zum Abreißen ist erheblich.

Nagellack entfernen

  • Verwenden Sie einen geeigneten Nagellackentferner (mit oder ohne Aceton, je nach Verträglichkeit).
  • Tränken Sie ein Wattepad großzügig, legen Sie es für einige Sekunden auf den Nagel und wischen Sie den Lack dann ab, statt hektisch zu reiben.
  • Wiederholen Sie den Vorgang, bis der Nagel wirklich lackfrei ist – nicht mit Gewalt „den Rest wegschrubben“.

Kunstnägel entfernen

  • Orientieren Sie sich möglichst an den Empfehlungen Ihres Nagelstudios oder Herstellers.
  • Häufig wird zunächst die Oberfläche vorsichtig abgefeilt, um die Materialschicht zu reduzieren.
  • Je nach System (Gel, Acryl, Shellac usw.) ist ein spezieller Remover mit definierter Einwirkzeit notwendig.
  • Wenn Sie unsicher sind: Eine professionelle Entfernung im Studio ist in der Regel deutlich schonender als das eigenständige Abreißen zu Hause.

Zwischen zwei Kunstnagel- oder Gel-Anwendungen sind lackfreie Pausen sinnvoll. Die Nagelplatte hat so Gelegenheit, sich in Ruhe zu regenerieren, statt dauerhaft unter einem harten Überzug zu stehen.


Typische Stolperfallen – und warum sie Ihren Nägeln schaden

Einige Gewohnheiten klingen banal, richten aber erstaunlich viel Schaden an:

  • Lack „abknibbeln“, sobald er splittert
    Die losen Stellen wirken verlockend, aber beim Ziehen erwischen Sie fast immer auch die obersten Nagelschichten. Die Oberfläche wird zunehmend porös.

  • Kunstnägel abhebeln, wenn sie sich lösen
    Gerade an den Rändern setzt man gern „mal kurz“ an. Dabei kann der Naturnagel teilweise mit abreißen – schmerzhaft, mit dünnen Stellen, die lange brauchen, um herauszuwachsen.

  • Rauhe Nageloberfläche einfach überlackieren
    Optisch sieht der Nagel vorübergehend glatter aus, das Problem bleibt darunter bestehen. Die geschädigte Struktur bricht mit der nächsten Belastung umso eher.

  • Verletzte Nägel hart feilen
    Grobe Feilen, viel Druck und Hin-und-her-Bewegungen verstärken vorhandene Risse und Schichten. Was stabilisieren soll, verschlimmert den Schaden.


So unterstützen Sie geschwächte Nägel im Alltag

Wenn Ihre Nägel bereits durch Abreißen oder häufige Kunstnägel geschwächt sind, helfen einfache, konsequent umgesetzte Schritte mehr als jedes Wundermittel.

  • Kürzer tragen
    Kurze Nägel sind mechanisch stabiler. Hebelkräfte beim Stoßen oder Hängenbleiben werden reduziert – es bricht weniger.

  • Schonend feilen statt schneiden
    Feilen in eine Richtung, mit einer feinen Feile, ist für strapazierte Nägel sanfter als hartes Knipsen oder Reißen mit der Schere.

  • Nagelhaut in Ruhe lassen
    Nagelhaut schützt den nachwachsenden Bereich. Wer daran reißt oder schneidet, öffnet Eintrittspforten für Keime und fördert Entzündungen.

  • Hände und Nägel regelmäßig eincremen
    Eine reichhaltige Hand- und Nagelpflege (z. B. mit Ölen oder speziellen Nagelcremes) hält die Nagelränder geschmeidiger und reduziert Brüchigkeit.

  • Pausen einbauen
    Planen Sie lackfreie Phasen ein – insbesondere nach längeren Kunstnagel-Perioden. In diesen Pausen kann die Nagelplatte ohne zusätzliche Belastung nachwachsen.


Kurz zusammengefasst

Das Abreißen von Nagellack oder Kunstnägeln greift die Nagelplatte wesentlich stärker an, als es der kurze Moment des „Runterziehens“ vermuten lässt. Durch die mechanische Gewalt lösen sich häufig die obersten Schichten des Naturnagels mit. Die Folge: dünne, raue, schnell brechende Nägel.

Mit einem geeigneten Entferner, kontrollierter Feiltechnik, bewussten Pflegegewohnheiten und regelmäßigen Pausen geben Sie Ihren Nägeln die Chance, stabil und glatt nachzuwachsen – statt sie mit jeder „Knibbelaktion“ wieder zurückzuwerfen.


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