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Was hilft bei brüchigen oder weichen Nägeln?

Brüchige oder weiche Nägel: Was wirklich hilft – und was nicht

Brüchige, splitternde oder weiche Nägel sind mehr als ein rein kosmetisches Thema. Sie reißen ein, bleiben an Stoffen hängen, machen Schwierigkeiten beim Tippen oder Anziehen – kurz: Sie nerven im Alltag. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von häufiger Belastung über unglückliche Pflegegewohnheiten bis hin zu inneren Faktoren wie Ernährung oder Hormonen.
Im Folgenden geht es darum, was hinter brüchigen Nägeln stecken kann, welche Pflege tatsächlich sinnvoll ist – und welche Gewohnheiten Ihren Nägeln auf Dauer gut tun.


Warum Nägel brüchig werden – ein Blick auf die Ursachen

Nägel bestehen aus mehreren Lagen verhärtetem Keratin. Diese Schichten brauchen einerseits Stabilität, andererseits ein gewisses Maß an Elastizität. Werden sie ständig entfettet, aufgeweicht, mechanisch strapaziert oder chemisch angegriffen, verlieren sie ihre Struktur: Die Nagelplatte splittert, reißt leichter ein oder wirkt weich und faserig.

Typische äußere Auslöser sind:

  • häufiges Händewaschen mit stark entfettenden Reinigern
  • regelmäßiger Kontakt mit Putz- und Lösungsmitteln ohne Schutzhandschuhe
  • sehr häufiges Lackieren und wieder Entfernen von Nagellack
  • trockene Heizungsluft, starke Temperaturwechsel, intensive Sonne oder UV-Licht

Hinzu kommen innere Einflussfaktoren, die man im Alltag leicht unterschätzt:

  • einseitige Ernährung mit wenig Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen
  • strenge oder lang anhaltende Diäten
  • zu geringe Flüssigkeitszufuhr
  • hormonelle Veränderungen (z. B. in Schwangerschaft, Wechseljahren, Schilddrüsenerkrankungen)

Wenn die Probleme über längere Zeit anhalten, sich deutlich verschlimmern oder zusätzlich andere Beschwerden auftreten, lohnt sich eine ärztliche Abklärung. Dann geht es darum zu klären, ob hinter den brüchigen Nägeln eine Erkrankung oder ein Nährstoffmangel steckt – und nicht nur belastende Gewohnheiten.


Alltagstaugliche Schritte für stärkere Nägel

Was brüchigen oder weichen Nägeln hilft, lässt sich auf drei Grundprinzipien herunterbrechen: schützen, befeuchten, schonend behandeln.

1. Nägel vor Wasser und Chemikalien schützen
Dauerhafter Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln weicht die Nagelplatte auf und entfettet sie. Beim Putzen, Spülen oder Arbeiten mit Reinigern sind Haushaltshandschuhe kein Luxus, sondern eine einfache Schutzmaßnahme – auch wenn es im ersten Moment umständlich wirkt.

2. Nägel regelmäßig mit Fett und Feuchtigkeit versorgen
Nagel- und Nagelhautöle oder reichhaltige Handcremes sorgen dafür, dass die Nagelplatte geschmeidiger bleibt und weniger schnell austrocknet. Gut funktioniert eine feste Routine: zum Beispiel jeden Abend etwas Öl in Nagel und Nagelhaut einmassieren.

3. Sanft feilen statt schneiden
Nägel möglichst feilen, nicht mit der Schere kürzen. Dabei in eine Richtung feilen, ohne hektisches Hin-und-her-Sägen. So entstehen weniger feine Risse an der Kante, die später zu größeren Einrissen werden.

4. Nägel nicht zu lang wachsen lassen
Sehr lange Nägel wirken im Alltag wie kleine Hebel – ein unbedachter Stoß genügt. Eine kurze bis mittlere Länge verteilt die Belastung besser und reduziert das Risiko für Absplittern und Risse.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Manche Gewohnheiten sind so eingeschliffen, dass man sie kaum bemerkt – für die Nägel sind sie dennoch Stress.

  • Nägel als Werkzeug nutzen: Dosen anheben, Etiketten abkratzen, Verpackungen aufreißen – all das gehört eigentlich nicht zu den Aufgaben einer Nagelplatte.
  • Zu häufiges Polieren: Polierblöcke glätten zwar die Oberfläche, schleifen aber jedes Mal etwas Material ab. Wer zu oft poliert, dünnt die Nägel nach und nach aus.
  • Aggressive Nagellackentferner: Stark entfettende Entferner entziehen dem Nagel zusätzlich Feuchtigkeit und Fett. Besonders bei häufigem Gebrauch macht sich das bemerkbar.
  • Nägelkauen oder -knibbeln: Mechanische Belastung, kleine Verletzungen der Nagelhaut und der Einfluss von Speichel setzen der Nagelstruktur sichtbar zu.

Vieles davon lässt sich mit etwas Bewusstsein reduzieren. Die Veränderung ist nicht über Nacht sichtbar, aber nach einigen Wochen sieht man an den nachwachsenden Partien meist einen Unterschied.


Erprobte Tipps für nachhaltig gepflegte Nägel

Einige Gewohnheiten haben sich in der Praxis bewährt, wenn es darum geht, Nägel dauerhaft widerstandsfähiger zu machen:

  • Regelmäßige Nagel- und Nagelhautpflege: Ein einfaches Ritual – etwa abends ein Öl oder eine reichhaltige Creme einmassieren – hilft der Nagelplatte, flexibel zu bleiben, statt spröde zu werden.
  • Milde Handreinigung: Handseifen sollten die Haut nicht „quietschsauber“ entfetten. Nach dem Waschen Hände und Nägel gut abtrocknen, anschließend eincremen.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine Ernährung mit ausreichend Eiweiß, viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und hochwertigen Fetten unterstützt nicht nur die Nägel, sondern auch Haut und Haare insgesamt.
  • Genug trinken: Eine angemessene Flüssigkeitszufuhr ersetzt keine Pflege von außen, kann aber dazu beitragen, dass Nägel weniger trocken und stumpf wirken.
  • Nagellack bewusst einsetzen: Lackpausen einbauen, statt die Nägel ohne Unterbrechung zu lackieren. In diesen Phasen können sich Nagelplatte und Nagelhaut erholen.

Wer diese Punkte konsequent einige Wochen durchhält, erkennt Verbesserungen meist zuerst an der Nagelwurzel – dort, wo der neue, stabilere Nagel nachwächst.


Kurz zusammengefasst

Brüchige oder weiche Nägel entstehen häufig durch eine Mischung aus äußerer Belastung, unpassender Pflege und gelegentlich auch inneren Faktoren wie Ernährung oder Hormonen. Entscheidend ist ein Zusammenspiel aus Schutz (Handschuhe, vorsichtiger Umgang), Pflege (Öle, Cremes, sanftes Feilen) und einem insgesamt gesunden Lebensstil.
Bleiben die Beschwerden trotz guter Pflege bestehen, kommen Verfärbungen, Schmerzen oder andere Symptome hinzu, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll – auch um ernstere Ursachen nicht zu übersehen.


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