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Welche Unterschiede gibt es zwischen klassischem Nagellack, Gel-Lack und Shellac?

Klassischer Nagellack, Gel-Lack oder Shellac: Was passt wirklich zu Ihren Nägeln?

Wer sich dauerhaft gepflegte Nägel wünscht, landet früher oder später bei der gleichen Frage: Reicht klassischer Nagellack, oder soll es doch ein Gel-Lack oder Shellac sein? Optisch ähneln sich die Systeme, im Alltag verhalten sie sich aber deutlich unterschiedlich – vor allem, was Haltbarkeit, Aufwand und die Belastung für den Naturnagel angeht.

Im Folgenden lesen Sie, wie sich die drei Varianten konkret unterscheiden, welche Vor- und Nachteile sie haben und für wen welche Lösung sinnvoll ist.


Drei Systeme, ein Ziel: Schöne Nägel – mit unterschiedlichen Wegen

Auf den ersten Blick sind alle drei Varianten „einfach nur Lack“. Technisch gesehen stecken dahinter aber verschiedene Systeme mit anderen Eigenschaften.

Klassischer Nagellack

  • Trocknet an der Luft
  • Lässt sich mit herkömmlichem Nagellackentferner abnehmen
  • Hält im Schnitt nur wenige Tage, abhängig von Alltag und Handarbeit

Gel-Lack (oft als „UV-/LED-Lack“ bezeichnet)

  • Wird in mehreren dünnen Schichten aufgetragen
  • Härtet unter UV- oder LED-Licht aus
  • Deutlich kratz- und stoßfester als normaler Lack
  • Die Entfernung ist aufwendiger: Anrauen und/oder Ablösen mit speziellem Remover

Shellac (als Komplettsystem zu verstehen)

  • Ebenfalls eine UV- oder LED-härtende Lacktechnik
  • Funktioniert mit exakt aufeinander abgestimmtem Base-, Farb- und Topcoat
  • Die Haltbarkeit liegt meist zwischen klassischem Lack und stabilen Gelmodellagen
  • Je nach System durch Einweichen mit Spezialentferner oder durch Kombination aus Anrauen und Remover entfernbar

Wichtig: Shellac ist kein Sammelbegriff für alle UV- oder Gel-Lacke, sondern ein bestimmtes System eines Herstellers. Im Alltag wird der Begriff allerdings gern für sämtliche UV-Lacke verwendet – fachlich ist das nicht korrekt, aber verbreitet.


So unterscheiden sich die Systeme im Alltag wirklich

Entscheidend ist nicht, wie die Produkte heißen, sondern wie sie sich in Ihrem Alltag schlagen: Wie lange halten sie, wie viel Aufwand bedeuten sie, und was passiert mit dem Naturnagel?

Haltbarkeit

  • Klassischer Lack: etwa 2–7 Tage, bei intensiver Handarbeit oft kürzer
  • Gel-Lack: in der Regel 2–3 Wochen, bei sorgfältigem Auftrag auch länger
  • Shellac-Systeme: häufig zwischen 10 und 21 Tagen

Glanz & Optik

  • Klassischer Lack: sehr große Farbpalette; Glanz lässt sich mit Topcoat verstärken, nimmt aber meist schneller ab
  • Gel-Lack & Shellac: typischer, gleichmäßiger „Gel-Glanz“, der über die gesamte Tragezeit relativ stabil bleibt

Aufwand beim Auftragen

  • Klassischer Lack: schnell, unkompliziert, ideal für spontanes Umlackieren zu Hause
  • Gel-Lack & Shellac: mehrstufiges Vorgehen (Vorbereitung, Base, Farbe, Top – jeweils mit Aushärtung), braucht etwas mehr Zeit, Konzentration und sauberes Arbeiten

Schutz des Naturnagels

  • Klassischer Lack: bildet nur eine dünne Schicht, schützt minimal
  • Gel-Lack & Shellac: wirken wie eine dünne, stabile „Schutzschale“ und können Nägel vor Absplittern und Einreißen bewahren – allerdings nur, wenn Auftrag und Entfernung fachgerecht erfolgen

Typische Stolperfallen – und wie Sie Ihre Nägel schützen

Schäden entstehen selten durch das Produkt allein, sondern meistens durch falsche Anwendung oder zu häufige Belastung.

Zu häufiges, aggressives Entfernen

  • Klassischer Lack: sehr häufiges Ablackieren mit stark entfettenden Entfernern trocknet Nägel und Nagelhaut aus.
  • Gel-Lack & Shellac: Abfeilen ohne Gefühl oder das „Herunterpulen“ der Beschichtung kann die Nagelplatte dauerhaft ausdünnen.

Unzureichende Vorbereitung

  • Nagelöl oder Handcreme direkt vor dem Lackieren mindern die Haftung – der Lack blättert dann schneller ab, egal welches System verwendet wird.

Zu dicke Schichten

  • Unabhängig von der Lackart: Dick aufgetragene Schichten trocknen bzw. härten schlecht durch, werden weich und splittern erheblich schneller.

Dauerbelastung ohne Pausen

  • Wer Gel-Lack oder Shellac dauerhaft trägt, ohne zwischendurch abzunehmen, sieht irgendwann kaum noch, wie es dem Naturnagel tatsächlich geht. Feine Risse oder beginnende Schädigungen bleiben leicht unbemerkt.

Erprobte Tipps für gepflegte Nägel – unabhängig vom System

Unterm Strich entscheidet nicht nur das System, sondern der Umgang damit. Ein paar Grundregeln helfen immer.

  • Regelmäßige Pausen einplanen
    Lassen Sie Ihre Nägel zwischendurch für einige Tage unlackiert. So können Sie Struktur, Stärke und eventuelle Schäden besser beurteilen.

  • Nagelhaut pflegen
    Nagelöl oder eine leichte Pflegecreme auf Nagelhaut und Nagelplatte halten das Gewebe geschmeidig und machen Nägel weniger bruchanfällig.

  • Schonende Entfernung

    • Klassischer Lack: zu einem milden Entferner greifen, danach Hände waschen und eincremen oder ölen.
    • Gel-Lack/Shellac: Beschichtung nicht einfach „abziehen“. Besser nach Anleitung arbeiten – vorsichtig anrauen, mit Remover einweichen, dann behutsam abtragen oder professionell machen lassen.
  • Auf die Nagellänge achten
    Sehr lange Nägel werden stärker mechanisch belastet – gerade bei weicher oder splitternder Nagelstruktur erhöht das das Risiko für Brüche und Risse.

  • Handschutz im Alltag
    Bei viel Wasser, Reinigungsmitteln oder Desinfektionsmitteln sind Handschuhe sinnvoll. Das schützt nicht nur die Haut, sondern auch die Nagelplatte und die Nagelhaut.


Kurz zusammengefasst

Klassischer Nagellack ist ideal, wenn Sie flexibel bleiben möchten, gern selbst umlackieren und sich nicht langfristig an eine Farbe binden wollen.

Gel-Lack und Shellac-Systeme lohnen sich, wenn Sie sich zwei bis drei Wochen lang glänzende, widerstandsfähige Nägel wünschen und bereit sind, etwas mehr Zeit in sorgfältigen Auftrag und schonende Entfernung zu investieren.

Am Ende zählen drei Fragen:
Wie viel Haltbarkeit brauchen Sie wirklich? Wie empfindlich sind Ihre Nägel? Und wie viel Pflegeaufwand möchten Sie akzeptieren?


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