Telefon 0662 / 26126083
Was ist der Unterschied zwischen AHA, BHA und PHA?

Säuren in der Hautpflege: Was AHA, BHA und PHA wirklich unterscheidet

Warum diese Säuren überall auftauchen – und was dahintersteckt

AHA, BHA und PHA sind in modernen Pflegeroutinen fast allgegenwärtig. Sie sollen für ebenmäßigere, glattere und strahlendere Haut sorgen – klingen aber zunächst nach Chemiesaal statt Badezimmer.
Im Folgenden geht es darum, was sich hinter den Kürzeln verbirgt, worin sich die einzelnen Säuren unterscheiden und welche Variante sich für welchen Hauttyp anbietet. Ziel ist, dass Sie Ihre Produkte gezielter auswählen können, statt „irgendetwas mit Säure“ zu benutzen.

Drei Säuregruppen, ein Ziel: glattere, feinere Haut

Alle drei Gruppen – AHA, BHA und PHA – verfolgen denselben Grundgedanken:
Sie lösen die Verbindungen abgestorbener Hautzellen, fördern damit eine sanfte Exfoliation und können so für eine glatter wirkende Oberfläche sorgen. Gleichzeitig können nachfolgende Produkte besser eindringen.

AHA – Alpha-Hydroxysäuren

  • Wasserlöslich
  • Arbeiten vor allem an der Hautoberfläche
  • Häufig empfohlen bei fahler, trockener oder sonnengeschädigter Haut
  • Können die Haut glatter erscheinen lassen und das Hautbild insgesamt feiner wirken lassen

BHA – Beta-Hydroxysäuren

  • Fettlöslich
  • Können in talggefüllte Poren eindringen
  • Werden gerne bei unreiner, fettiger oder zu Mitessern neigender Haut eingesetzt
  • Helfen, verstopfte Poren zu lösen und Unreinheiten entgegenzuwirken

PHA – Poly-Hydroxysäuren

  • Größere Moleküle als AHA
  • Dringen langsamer und weniger tief in die Haut ein
  • Gelten als besonders mild und werden oft für empfindliche oder trockene Haut empfohlen
  • Können die Hautoberfläche glätten und zugleich Feuchtigkeit binden

Alle drei wirken auf die „Klebstoffe“ zwischen abgestorbenen Zellen in der oberen Hautschicht – unterscheiden sich aber deutlich in Eindringtiefe, Geschwindigkeit und Verträglichkeit.

So integrieren Sie AHA, BHA und PHA sinnvoll in Ihre Pflegeroutine

Wer Säuren in die Routine aufnehmen möchte, fährt mit einem strukturierten, eher vorsichtigen Einstieg meist besser als mit Aktionismus.

1. Hautbedürfnis prüfen

  • Neigung zu Trockenheit, fahlen Teint → eher AHA oder PHA testen
  • Neigung zu Glanz, Mitessern, Unreinheiten → eher zu BHA greifen
  • Sehr empfindliche Haut → zunächst PHA in Betracht ziehen

2. Langsam starten

  • Zunächst 1–2 Mal pro Woche anwenden
  • Bei guter Verträglichkeit allmählich steigern
  • Immer nur ein neues Säureprodukt zur gleichen Zeit einführen

3. Reihenfolge in der Routine

  • Nach der Reinigung, vor Seren und Feuchtigkeitscreme
  • Tagsüber im Anschluss konsequent Sonnenschutz verwenden, da exfolierte Haut empfindlicher auf UV-Strahlung reagieren kann

4. Reaktion beobachten

  • Leichtes Kribbeln zu Beginn ist möglich
  • Starkes Brennen, deutliche Rötung oder anhaltende Reizung sind Warnsignale: Häufigkeit reduzieren oder pausieren

Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Zu schnell, zu viel
Ein Klassiker: direkt tägliche oder sogar mehrfache Anwendung. Das resultiert nicht in „schneller schöner Haut“, sondern oft in Irritationen und Rötungen. Besser ist ein langsamer Aufbau.

Mehrere Säuren übereinander schichten
AHA, BHA und PHA wild zu kombinieren, erhöht das Risiko für Überreizung, besonders bei sensibler Haut. In vielen Fällen genügt eine Säuregruppe völlig – gezielt eingesetzt statt „alles auf einmal“.

Kein Sonnenschutz
Nach AHA und anderen Exfoliants reagiert die Haut empfindlicher auf UV-Strahlung. Ohne täglichen Sonnenschutz steigt das Risiko für Schäden, egal wie gut die übrige Pflege ist.

Individuelle Hautreaktionen ignorieren
Produkte, die bei anderen gefeiert werden, können bei Ihnen Reizungen auslösen. Wenn die Haut dauerhaft gestresst reagiert, ist das ein klares Signal, die Stärke, Häufigkeit oder den Produkttyp zu überdenken.

Erprobte Tipps für eine Hautpflege mit Säuren, die zu Ihnen passt

  • Mit niedrigen Konzentrationen und seltener Anwendung beginnen.
  • Auf die eigene Haut achten: Häufig ist weniger tatsächlich mehr.
  • Säuren mit beruhigenden, feuchtigkeitsspendenden Produkten kombinieren.
  • Tagsüber konsequent Sonnenschutz nutzen.
  • Bei bekannter Empfindlichkeit können PHA einen sinnvollen Einstieg darstellen.

Kurz zusammengefasst

AHA, BHA und PHA verfolgen dasselbe Ziel: die Haut kontrolliert zu exfolieren. Die Wege dorthin unterscheiden sich:
AHA sind wasserlöslich, wirken hauptsächlich an der Oberfläche und werden häufig bei trockener, fahler Haut eingesetzt.
BHA sind fettlöslich, dringen besser in die Poren ein und bieten sich bei öliger, zu Unreinheiten neigender Haut an.
PHA gelten als besonders mild, binden Feuchtigkeit und sind damit vor allem für empfindliche, eher trockene Haut interessant.

Wer langsam startet, die eigene Haut ernst nimmt und Sonnenschutz nicht als Option, sondern als Standard versteht, kann Säuren gezielt und langfristig in die persönliche Routine integrieren.

Ähnliche Fragen