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Wie sollte ein Nagelstudio mit Lebensmitteln und Getränken im Behandlungsbereich umgehen?

Hygienestandard im Fokus: Wie Nagelstudios mit Essen und Trinken umgehen sollten

Ein Termin im Nagelstudio ist für viele eine kleine Auszeit – zugleich ist der Behandlungsraum ein Arbeitsbereich, in dem mit Feilen, Hautpartikeln, Flüssigkeiten und Staub gearbeitet wird. Genau deshalb ist Hygiene dort keine Nebensache. Die Frage, wie mit Essen und Getränken im Behandlungsbereich umgegangen wird, ist weniger eine Stilfrage als eine Frage von Gesundheit, Sicherheit und Professionalität. Im Folgenden geht es darum, welche Regeln sinnvoll sind, wo Risiken liegen und wie ein verantwortungsbewusst geführtes Studio das Thema klar und kundenorientiert regelt.


Warum Essen und Trinken im Nagelstudio problematisch sein kann

Im Behandlungsbereich eines Nagelstudios kommen Dinge zusammen, die mit Lebensmitteln nur bedingt vereinbar sind.

Während einer Behandlung entstehen etwa:

  • Feilstaub von Natur- und Kunstnägeln
  • feine Hautschüppchen
  • Rückstände von Produkten wie Lacken, Gelen oder Flüssigkeiten
  • mögliche Mikroorganismen auf Händen, Instrumenten und Arbeitsflächen

Diese Partikel verteilen sich in der Luft und setzen sich auf Oberflächen ab – eben auch auf Becherrändern, Flaschenöffnungen oder Snacks. Gleichzeitig greifen Kundinnen und Kunden zu ihrem Getränk oder Essen, während Hände und Nägel gerade bearbeitet werden oder noch nicht wieder gereinigt sind.

Auch für das Team ist Essen am Arbeitsplatz heikel: Wer zwischen zwei Arbeitsschritten „nebenbei“ isst oder trinkt, läuft Gefahr, Produktreste aufzunehmen oder Keime leichter zu übertragen.

Hygienekonzepte aus Beauty, Fußpflege und anderen körpernahen Dienstleistungen empfehlen daher durchgängig, Lebensmittel konsequent von Behandlungsbereichen zu trennen.


Klare Regeln im Alltag: So kann ein Nagelstudio verantwortungsvoll handeln

Ein professionelles Nagelstudio trifft in der Regel eine eindeutige Entscheidung: Im direkten Behandlungsbereich wird nicht gegessen, Getränke sind nur eingeschränkt erlaubt.

Praxistaugliche Lösungen können so aussehen:

  • Keine Speisen an der Behandlungsliege oder am Nageltisch
    Snacks, Süßigkeiten oder belegte Brötchen bleiben grundsätzlich außerhalb des Arbeitsbereichs.

  • Getränke nur in geschlossenen Behältnissen und abseits der Arbeitsfläche
    Zum Beispiel eine Flasche mit Schraubverschluss, die auf einem separaten Beistelltisch steht – nicht neben Feilen, UV-Lampe oder Flüssigkeiten.

  • Klare, freundliche Kommunikation
    Ein kurzer Hinweis bei der Terminbestätigung, am Empfang oder ein dezentes Schild im Studio verhindert Missverständnisse.

  • Getrennte Pausenbereiche für das Team
    Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter essen und trinken im Pausenraum oder zumindest außerhalb des Behandlungsplatzes.

So bleibt der Behandlungsplatz klar als hygienischer Arbeitsbereich definiert, ohne dass die Atmosphäre leidet – im Gegenteil: Struktur und Professionalität werden sichtbar.


Häufige Stolperfallen – und wie Studios sie vermeiden können

Im Alltag tauchen immer wieder Situationen auf, die aus hygienischer Sicht heikel sind:

  • Kaffeetasse direkt neben dem Nageltisch
    Offene Tassen „fangen“ Feilstaub und Produktpartikel regelrecht ein. Besser: geschlossene Flasche – oder gar kein Getränk direkt am Platz.

  • „Nur schnell“ ein Snack am Arbeitsplatz
    Wenn das Team zwischen zwei Kundinnen hastig am Nageltisch isst, schadet das nicht nur der Hygiene, sondern auch der Außenwirkung.

  • Kinder mit Snacks im Behandlungsbereich
    Begleitpersonen mit offenen Getränken, Keksen oder Chips sorgen für zusätzliche Krümel und Partikel – und erschweren Sauberkeit und Ordnung.

  • Unklare oder wechselnde Regeln
    Wenn es vom jeweiligen Mitarbeitenden abhängt, ob jemand essen oder trinken darf, führt das zu Diskussionen. Einheitliche, begründete Regeln sind einfacher und wirken professioneller.


Praxistipps für einen hygienischen und angenehmen Studiobesuch

Für Kundinnen und Kunden:

  • Planen Sie Ihre Mahlzeiten idealerweise vor oder nach dem Termin, nicht während der Behandlung.
  • Falls Sie ein Getränk mitbringen, wählen Sie eine verschließbare Flasche und stellen Sie diese nicht direkt auf den Nageltisch.
  • Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie kurz nach den Studio-Regeln – ein seriöses Studio wird Ihnen das gerne erläutern.

Für Studios:

  • Legen Sie eine klare, leicht verständliche Hausregel zu Essen und Trinken im Behandlungsbereich fest.
  • Kommunizieren Sie diese freundlich, zum Beispiel bei der Terminbestätigung, am Empfang oder auf Ihrer Website.
  • Richten Sie – wenn möglich – einen kleinen Wartebereich ein, in dem Begleitpersonen etwas trinken können, ohne den Behandlungsplatz zu stören.
  • Schulen Sie Ihr Team, damit die Regeln im Alltag konsequent und einheitlich umgesetzt werden.

Kurz zusammengefasst

Im Behandlungsbereich eines Nagelstudios haben Lebensmittel und offene Getränke aus hygienischer Sicht nichts verloren. Feilstaub, Hautpartikel und Produktreste lassen sich kaum von Essen und Trinken fernhalten – mit Folgen für Kundschaft und Team. Ein gut strukturiertes Studio trennt Behandlungszone und Verzehrbereich, formuliert nachvollziehbare Regeln und sorgt so für eine saubere, sichere und professionell wirkende Umgebung.


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