Hygienestandards im Nagelstudio: So wichtig sind klare Reinigungs- und Desinfektionspläne
Ein Besuch im Nagelstudio soll wohltuend sein – nicht zur Belastung werden. Weil bei Maniküre und Pediküre dicht an Haut und Nägeln gearbeitet wird, entscheiden klare Reinigungs- und Desinfektionspläne darüber, ob die Behandlung sicher ist. Sie schützen Kundinnen, Kunden und Mitarbeitende vor Keimen, schaffen ein verlässliches Arbeitsumfeld und erfüllen in vielen Fällen auch gesetzliche Vorgaben. In diesem Artikel lesen Sie, wie ein professionelles Studio solche Pläne im Alltag nutzt – und woran Sie erkennen, ob ein Studio hygienisch sauber geführt ist.
Warum strukturierte Hygienepläne im Nagelstudio unverzichtbar sind
Im Nagelstudio kommen Feilen, Fräser und andere Instrumente regelmäßig mit kleinsten Haut- und Nagelpartikeln in Kontakt. Das ist unkritisch, solange sauber gearbeitet wird – kann aber zum Problem werden, wenn Bakterien, Pilze oder Viren auf diesem Weg von Person zu Person übertragen werden. Besonders riskant ist es, wenn die Haut verletzt ist oder die Nagelhaut eingerissen wurde.
Ein durchdachter Reinigungs- und Desinfektionsplan stellt sicher, dass
- Flächen regelmäßig gereinigt und keimarm gehalten werden
- Instrumente zuverlässig aufbereitet werden
- Infektionsrisiken so weit wie möglich reduziert werden
- Zuständigkeiten im Team eindeutig geregelt sind
Es geht also nicht darum, dass „alles irgendwie sauber wirkt“, sondern um ein verbindliches System mit klaren Abläufen, festen Zeiten und dokumentierten Schritten.
So sollte ein Nagelstudio Reinigungs- und Desinfektionspläne in den Alltag einbinden
Ein professionell geführtes Nagelstudio verlässt sich nicht auf Routinegefühl oder Improvisation, sondern arbeitet nach festen Strukturen. Typische Bausteine sind:
1. Tages- und Behandlungsrhythmus
- Täglich: Bodennassreinigung, Reinigung häufig berührter Oberflächen (z. B. Empfangstresen, Türgriffe), Kontrolle und Reinigung der Waschräume.
- Nach jeder Kundin / jedem Kunden: Desinfektion der Arbeitsfläche, konsequenter Austausch von Einwegmaterial, vollständige Aufbereitung der verwendeten Instrumente.
2. Instrumentenaufbereitung in festgelegten Schritten
- Grobe Reinigung, z. B. Entfernen von Staub und sichtbaren Rückständen
- Reinigung mit Wasser und geeignetem Reinigungsmittel
- Desinfektion nach Herstellerangaben, inklusive Einhaltung der Einwirkzeiten
- Gründliche Trocknung und anschließende trockene, hygienische Lagerung
3. Händehygiene als fester Bestandteil
- Händewaschen und ggf. Desinfektion vor und nach jeder Behandlung – für Mitarbeitende selbstverständlich, für Kundinnen und Kunden oft mit angeboten
- Nutzung von Einmalhandtüchern oder berührungsfreier Lufttrocknung
4. Schriftliche Pläne und Checklisten
- Hinterlegte Pläne oder Aushänge im Personalbereich, auf die alle Zugriff haben
- Klare Regelung: Wer erledigt welche Aufgabe, wie oft, womit und nach welchem Schema?
Typische Stolperfallen – und wie verantwortungsvolle Studios sie vermeiden
Hygienemaßnahmen scheitern selten am guten Willen, sondern an der Praxis. Typische Schwachstellen:
- Unklare Zuständigkeiten: Wenn niemand konkret verantwortlich ist, bleiben Aufgaben liegen.
- Zu kurze Einwirkzeiten: Desinfektionsmittel werden zu früh abgewischt und können nicht ausreichend wirken.
- Fehler bei der Instrumentenlagerung: Saubere Instrumente werden in der Nähe von benutzten Instrumenten oder Abfällen aufbewahrt.
- Mangelnde Schulung: Neue Mitarbeitende kennen den Hygieneplan nur oberflächlich und füllen Lücken mit Improvisation.
- Fokus auf Optik: Flächen wirken ordentlich, werden aber nicht regelmäßig desinfiziert.
Verantwortungsvolle Studios reagieren darauf mit klaren Arbeitsanweisungen, regelmäßigen Einweisungen und internen Kontrollen. Hygiene ist dort kein einmaliges Projekt, sondern Teil des laufenden Qualitätsmanagements.
Praxisnahe Empfehlungen, an denen sich Nagelstudios orientieren können
Damit Reinigungs- und Desinfektionspläne nicht in Ordnern verstauben, sondern im Alltag lebendig bleiben, helfen einige pragmatische Maßnahmen:
- Standardisierte Abläufe: Für jede Behandlung ist definiert, was vor, während und nach der Sitzung zu reinigen oder zu desinfizieren ist.
- Deutlich beschriftete Behälter: Getrennte, klar gekennzeichnete Behälter für gebrauchte Instrumente, aufbereitete Instrumente und unterschiedliche Abfallarten.
- Sichtbare Sauberkeit mit System: Frische Einwegunterlagen, gepflegte Waschbereiche und übersichtliche, aufgeräumte Arbeitsplätze, an denen die Struktur erkennbar ist.
- Regelmäßige Auffrischung im Team: Hygiene wird bei Besprechungen immer wieder kurz thematisiert, Änderungen werden direkt kommuniziert.
- Einfache Dokumentation: Reinigungs- und Desinfektionsintervalle werden in übersichtlichen Listen abgehakt; das ist schnell erledigt und schafft Verbindlichkeit.
Für Kundinnen und Kunden ist das ein deutliches Signal: Wer Hygiene so transparent und strukturiert handhabt, arbeitet meist insgesamt professionell.
Kurz zusammengefasst
Ein Nagelstudio, das Sicherheit ernst nimmt, arbeitet mit klaren, schriftlich festgelegten Reinigungs- und Desinfektionsplänen. Darin ist geregelt, wie häufig welche Flächen gereinigt werden, wie Instrumente Schritt für Schritt aufbereitet werden und wer im Team welche Aufgaben übernimmt. Das senkt Infektionsrisiken, schafft verlässliche Abläufe und sorgt für ein Umfeld, in dem sich Menschen guten Gewissens behandeln lassen und Mitarbeitende gut arbeiten können.