Frische im Nagelstudio: So oft sollten Handtücher und Unterlagen wirklich gewechselt werden
Ein professionelles Nagelstudio definiert sich nicht nur über perfekte Modellagen und saubere Lackierungen. Entscheidend sind auch Hygiene, klare Abläufe und ein sichtbarer Anspruch an Sauberkeit. Handtücher, Auflagen und Unterlagen stehen dabei im Dauereinsatz – sie nehmen Hautpartikel, Feilstaub, Schweiß, Produktreste und Flüssigkeiten auf und liegen direkt unter den Händen Ihrer Kundinnen und Kunden.
Die Frage ist also: Wie oft müssen diese Textilien tatsächlich gewechselt und gewaschen werden, damit der Arbeitsbereich nicht nur „ordentlich aussieht“, sondern wirklich hygienisch bleibt? Die folgenden Punkte fassen grundlegende Standards zusammen und übersetzen sie in praktikable Routinen für den Studio-Alltag.
Warum frische Handtücher und Unterlagen so entscheidend sind
Im Nagelstudio kommen mehrere Faktoren zusammen: intensiver Hautkontakt, Feuchtigkeit, Feil- und Gelschichtstaub, Nagelreste und gelegentlich kleine Mikroverletzungen an der Nagelhaut. Auf Textilien sammeln sich dadurch schnell Verunreinigungen, auch wenn sie auf den ersten Blick harmlos wirken.
Wer hier bewusst und konsequent arbeitet, erreicht gleich mehrere Ziele:
- eine deutlich hygienischere Umgebung für Kundinnen und Kunden
- einen professionellen, vertrauenswürdigen Gesamteindruck
- ein geringeres Risiko, dass sich Keime auf Flächen und Textilien vermehren
- ein spürbar angenehmeres Gefühl während der Behandlung
Gerade Handtücher und Unterlagen, auf denen Hände und Unterarme direkt aufliegen, sind keine „Dauerlösung“ für mehrere Personen hintereinander – sie sollten als persönliches Textil pro Kundin bzw. Kunde verstanden werden.
Wie oft wechseln? Grundregeln für den Studio-Alltag
In gut geführten Studios haben sich im Wesentlichen diese Richtlinien bewährt:
Handtücher:
Handtücher, auf denen Hände abgelegt oder abgetrocknet werden, sollten nach jeder Kundin und jedem Kunden ausgetauscht werden. Ein zweites Mal zu verwenden, „weil es noch gut aussieht“, ist keine sinnvolle Option.
Stoffunterlagen und Auflagen:
Textilunterlagen, auf denen Hände oder Arme während der Behandlung liegen, werden ebenfalls nach jeder Behandlung gewechselt – oder konsequent mit frischen Einmalauflagen abgedeckt.
Einmalunterlagen (z. B. Papier oder Vlies):
Einwegprodukte gehören nach jeder Person in den Müll und werden durch neue ersetzt. Hier sollte es keine Ausnahmen geben.
Bei sichtbarer Verunreinigung:
Unabhängig von allen Rhythmen gilt: Sobald eine Unterlage oder ein Handtuch sichtbar verschmutzt ist (z. B. durch Flüssigkeiten, Staubansammlungen, Produktreste), wird es sofort ausgetauscht – auch mitten im Termin, wenn nötig.
Mit diesen einfachen Regeln erfüllen Sie übliche Hygienestandards im Dienstleistungsbereich und zeigen Ihren Kundinnen und Kunden klar, dass Sauberkeit bei Ihnen nicht verhandelbar ist.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
Selbst in organisierten Studios schleichen sich Routinen ein, die auf Dauer problematisch sind. Typische Beispiele:
„Noch gut“ wirkende Handtücher für mehrere Kundinnen:
Ein Handtuch kann sauber wirken und trotzdem mit Schweiß, Hautschuppen, Staub oder Produktresten belastet sein. Verlassen Sie sich nicht auf den optischen Eindruck.
Dekohandtücher in Doppelrolle:
Handtücher, die hübsch drapiert sind und gleichzeitig im direkten Kontakt mit Händen verwendet werden, funktionieren nur dann, wenn sie genauso konsequent gewechselt werden wie klassische Gebrauchshandtücher. Sonst werden sie zur Hygienelücke mit Deko-Charakter.
Unklare Verantwortlichkeiten im Team:
Wenn niemand sich konkret zuständig fühlt, bleibt die Wäsche zu lange liegen, Körbe werden voll und die Versuchung steigt, „ausnahmsweise“ noch einmal das gleiche Handtuch zu verwenden.
Zu niedrige Waschtemperaturen:
Reine „Schonwäsche“ sorgt allenfalls für optische Sauberkeit. Keime werden dabei nicht unbedingt zuverlässig reduziert. Gerade Studio-Textilien sollten so heiß gewaschen werden, wie es das Material zulässt.
Erprobte Praxistipps für eine hygienische Routine
Damit Hygiene im Alltag nicht als zusätzliche Belastung empfunden wird, braucht es vor allem klare Struktur:
Feste Wechsel-Regel:
Legen Sie verbindlich fest: eine Person = ein frisches Handtuch + eine frische Unterlage. Kein „Wenn es noch geht“ und keine Ausnahmen bei Zeitdruck.
Ausreichender Textilbestand:
Halten Sie so viele Handtücher und Auflagen vorrätig, dass ein voll gebuchter Tag ohne Engpässe machbar ist. Wer ständig „auf Kante“ plant, wird in stressigen Phasen eher Kompromisse eingehen.
Waschpraxis optimieren:
Handtücher und waschbare Unterlagen sollten bei der höchstmöglichen, materialverträglichen Temperatur gewaschen werden. Ein gutes Vollwaschmittel unterstützt dabei. Bei starker Nutzung kann es sinnvoll sein, zusätzlich auf einen Hygienezusatz zu setzen.
Klare Abläufe im Team:
Definieren Sie feste Zuständigkeiten: Wer sammelt die Wäsche? Wer startet die Maschine? Wer kümmert sich ums Trocknen und Einsortieren? Wenn diese Abläufe Routine sind, laufen sie nebenbei.
Saubere Lagerung:
Frische Textilien gehören trocken, staubgeschützt und unbedingt getrennt von gebrauchter Wäsche gelagert. Offene Regale direkt neben dem Arbeitsbereich sind nur dann sinnvoll, wenn sie sauber gehalten und regelmäßig überprüft werden.
Kurz zusammengefasst
Im Nagelstudio sollten alle Handtücher und Unterlagen, die mit Händen, Armen oder Produkten in Kontakt kommen, grundsätzlich nach jeder Kundin und jedem Kunden gewechselt werden. Einmalunterlagen werden direkt entsorgt, Stoffunterlagen und Handtücher bei möglichst hoher, materialgerechter Temperatur gewaschen. Klare interne Regeln, ausreichende Vorräte und feste Zuständigkeiten sorgen dafür, dass Hygiene nicht als Zusatzaufgabe empfunden wird, sondern als selbstverständlicher Bestandteil Ihres professionellen Studioalltags.