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Welche Maßnahmen sollte ein Nagelstudio in Zeiten erhöhter Infektionsgefahr, z.B. Grippewellen, zusätzlich ergreifen?

Sicher schön: Hygiene im Nagelstudio in Zeiten erhöhter Infektionsgefahr

Sobald Grippeviren oder andere Erreger verstärkt unterwegs sind, rückt ein Thema im Nagelstudio unweigerlich nach vorne: Hygiene. In einem Umfeld, in dem viele Hände aufeinandertreffen und teils über längere Zeit behandelt werden, entscheidet ein durchdachtes Hygienekonzept über mehr als nur den ersten Eindruck – es schützt Kundschaft und Team gleichermaßen.

Im Folgenden geht es darum, welche zusätzlichen Maßnahmen in Phasen erhöhter Infektionsgefahr sinnvoll sind, wie sie sich alltagstauglich umsetzen lassen und woran Sie erkennen, ob ein Studio wirklich verantwortungsvoll arbeitet.


Warum Hygiene im Nagelstudio mehr ist als nur Sauberkeit

Nagelstudios arbeiten nah an der Haut, an Nägeln, an kleinen Verletzungen – und das meist im Minutentakt mit wechselnden Personen.

Gerade während Grippewellen oder anderen Infektionsphasen steigt das Risiko, dass Viren und Bakterien über Hände, Arbeitsflächen oder die Raumluft weitergegeben werden. Für Sie ist der Studiobesuch vielleicht eine Stunde Wellness. Für das Team bedeutet er an einem Tag mehrere Dutzend Kontakte mit unterschiedlichen Menschen.

Zusätzliche Hygienemaßnahmen sind deshalb kein bürokratischer Luxus, sondern ein gezielter Schutz für:

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Schwangere, chronisch Kranke und ältere Personen
  • das gesamte Team, das täglich vielen potenziellen Infektionsquellen begegnet

Es geht nicht darum, ein Labor zu schaffen, sondern darum, die Ansteckungsgefahr mit überschaubarem Aufwand so weit wie möglich zu senken – durch klare Abläufe, die wirklich eingehalten werden.


Konsequent und sichtbar: Was Studios jetzt zusätzlich tun können

In Phasen erhöhter Infektionslage reicht „normale Sauberkeit“ nicht aus. Dann sollten Studios einige Punkte deutlich verstärken:

  • Häufigeres Desinfizieren der Hände:
    Mitarbeitende sollten vor und nach jeder Behandlung die Hände desinfizieren – sichtbar und routiniert. Die Kundschaft wird idealerweise gleich zu Beginn gebeten, sich die Hände zu waschen oder zu desinfizieren.

  • Intensivere Flächendesinfektion:
    Arbeitsflächen, Armauflagen, Lampen, Werkzeuge, Griffe und Kartenterminals sollten nach jedem Termin mit geeigneten Desinfektionsmitteln behandelt werden. Nicht „wenn man dazu kommt“, sondern nach einem festen Schema.

  • Einwegmaterialien, wo immer es sinnvoll ist:
    Feilen, Buffer, Zeletten, Pads und Handtücher können – je nach Material – pro Person frisch verwendet und anschließend entsorgt oder gewaschen werden. Das reduziert Kreuzkontaminationen deutlich.

  • Lüften und Luftqualität im Blick behalten:
    Regelmäßiges Stoßlüften senkt die Konzentration von Erregern in der Luft. In Studios ohne gute Frischluftzufuhr können Luftreiniger mit geeigneten Filtern eine sinnvolle Ergänzung sein, ersetzen aber das Lüften nicht vollständig.

  • Mund-Nasen-Schutz situationsabhängig einsetzen:
    Bei hohen Infektionszahlen kann ein Mund-Nasen-Schutz für Mitarbeitende eine zusätzliche Barriere sein – vor allem bei enger Arbeit am Gesicht oder bei sehr hohem Kundenaufkommen. Ob die Maske Pflicht ist, richtet sich nach den jeweils geltenden Regeln, sinnvoll kann sie trotzdem sein.

  • Terminorganisation anpassen:
    Mehr Luft zwischen Terminen reduziert Wartezeiten und Gedränge, erleichtert die gründliche Desinfektion der Arbeitsplätze und verhindert überfüllte Räume. Weniger Hektik, mehr Hygiene.


Typische Stolperfallen – und wie ein Studio sie besser löst

Selbst gut organisierte Studios geraten im Alltag schnell ins Straucheln, wenn es stressig wird. Typische Schwachstellen:

  • Desinfektion nach Gefühl statt nach Plan:
    Mal gründlich, mal gar nicht – je nach Zeitdruck. Besser sind feste Routinen, Checklisten oder klare „Zwischenrituale“ zwischen zwei Terminen.

  • Mehrweg-Instrumente ohne klaren Aufbereitungsprozess:
    Werkzeuge, die bei mehreren Personen zum Einsatz kommen, dürfen nicht nur feucht abgewischt werden. Sie müssen entsprechend den Herstellerangaben gereinigt, desinfiziert und – sofern vorgesehen – sterilisiert werden.

  • Schweigen statt Erklären:
    Wer Hygienemaßnahmen nicht kommuniziert, wirkt im Zweifel nachlässig, auch wenn er eigentlich sorgfältig arbeitet. Transparenz schafft Vertrauen – und verhindert Missverständnisse.

  • Zu volle Wartebereiche:
    Gerade in Grippezeiten sollte die Devise gelten: lieber weniger Menschen gleichzeitig im Raum. Terminplanung und Raumaufteilung können hier viel entschärfen.


Praktische Hinweise, worauf Sie als Kundin oder Kunde achten können

Ob ein Nagelstudio verantwortungsvoll mit Hygiene umgeht, lässt sich meist schon in den ersten Minuten erkennen. Typische Merkmale:

  • Am Eingang oder Empfang steht Händedesinfektion bereit.
  • Mitarbeitende desinfizieren sichtbar ihre Hände vor jeder neuen Behandlung.
  • Arbeitsplätze werden zwischen den Terminen gereinigt und desinfiziert – nicht nur kurz „abgewischt“.
  • Feilen und ähnliche Utensilien werden pro Person getrennt verwendet oder offenkundig fachgerecht aufbereitet.
  • Die Räumlichkeiten wirken aufgeräumt, sauber und gut gelüftet, ohne beißende Gerüche von Chemikalien oder Desinfektionsmitteln.
  • Fragen zur Hygiene werden ruhig und sachlich beantwortet, statt abgewiegelt zu werden.

Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt oder Sie sich unwohl fühlen, ist Nachfragen ausdrücklich legitim. Ein professionelles Studio kann seine Abläufe erklären, ohne sich angegriffen zu fühlen.


Kurz zusammengefasst

In Zeiten erhöhter Infektionsgefahr sollten Nagelstudios ihre Hygienestandards gezielt verschärfen: konsequente Hand- und Flächendesinfektion, sinnvoll eingesetzte Einwegmaterialien, gute Lüftung, eine angepasste Terminplanung und bei Bedarf das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Für Sie als Kundin oder Kunde heißt das: Achten Sie auf sichtbare, nachvollziehbare Abläufe und nutzen Sie Ihr Recht zu fragen. So bleibt der Besuch im Nagelstudio nicht nur ästhetisch, sondern auch gesundheitlich gut vertretbar.


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