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Wie behandle ich trockene, rissige Nagelhaut richtig?

Sanfte Rettung für die Nagelhaut: So pflegen Sie trockene, rissige Nagelränder richtig

Trockene, rissige Nagelhaut wirkt nicht nur ungepflegt, sie kann auch richtig wehtun. Besonders in der Heizsaison, nach häufigem Händewaschen oder bei ständigem Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln leidet der empfindliche Bereich rund um die Nägel schnell.

Im Folgenden geht es darum, warum die Nagelhaut mehr ist als bloße „Deko“, wie Sie sie wirksam pflegen und welche Gewohnheiten Sie besser ablegen sollten. Ziel: glatte, geschützte Nagelränder – ohne Reißen, Brennen oder Entzündungen.


Warum die Nagelhaut mehr ist als nur ein optisches Detail

Die Nagelhaut ist ein schmaler Hautsaum, der die Nagelwurzel wie ein Dichtungsring umschließt. Sie bildet eine natürliche Schutzbarriere und hält Schmutz, Bakterien und Pilze davon ab, in den empfindlichen Bereich einzudringen.

Wird sie trocken und spröde, reißt sie leicht ein. Dabei entstehen winzige Verletzungen – ideale Eintrittspforten für Keime. Die Folge: schmerzende Risse, entzündete Nagelränder, im schlimmsten Fall wiederkehrende Entzündungen. Typische Auslöser sind:

  • häufiges Händewaschen und Desinfizieren
  • regelmäßiger Kontakt mit Reinigungsmitteln und Spülwasser
  • trockene Heizungsluft oder Kälte
  • fehlende oder ungeeignete Hand- und Nagelpflege
  • zu starkes Zurückschieben oder konsequentes Wegschneiden der Nagelhaut

Die Aufgabe guter Pflege ist daher nicht, die Nagelhaut „loszuwerden“, sondern sie zu erhalten: geschmeidig, widerstandsfähig und gut durchfeuchtet.


Schritt für Schritt: So pflegen Sie trockene, rissige Nagelhaut im Alltag

1. Vorbereitung: Hände reinigen – aber sanft

Waschen Sie Ihre Hände mit lauwarmem Wasser und einer milden, möglichst nicht austrocknenden Seife. Anschließend sorgfältig abtrocknen, auch zwischen den Fingern. Feuchtigkeit, die in den Falten bleibt, trocknet die Haut später zusätzlich aus.

2. Nagelhaut aufweichen

Ein kurzes Handbad in lauwarmem Wasser für etwa 5–10 Minuten macht die Nagelhaut weicher und nachgiebiger. Ein paar Tropfen neutrales Hautöl oder etwas pflegende Handcreme im Wasser unterstützen den Effekt.

3. Nagelhaut vorsichtig zurückschieben

Die aufgeweichte Nagelhaut behutsam in Richtung Nagelwurzel schieben – entweder mit einem weichen Handtuch, dem Fingernagel oder einem Holzstäbchen/Nagelhautschieber aus Holz. Kein Druck, kein „Schrubben“ und nicht versuchen, festsitzende Haut zu lösen.

4. Niemals reißen – nur Überstände vorsichtig kürzen

Abstehende, verhornte Hautfetzchen können Sie mit einer sauberen, scharfen Nagelhautschere oder einem Nagelhautzwicker minimal kürzen. Wirklich nur das entfernen, was sichtbar absteht. Sobald Sie in weiche, normale Haut kommen, ist Schluss.

5. Reichhaltige Pflege auftragen

Im Anschluss ein Nagel- oder Hautöl sorgfältig in Nagelränder und Nägel einmassieren. Alternativ funktioniert eine reichhaltige Handcreme. Am wirksamsten ist das Ganze abends, wenn die Hände zur Ruhe kommen und die Pflege ungestört einziehen kann.

6. Schutz im Alltag

Bei Hausarbeit, Putzen oder Spülen sollten Handschuhe zur Routine gehören. Sie begrenzen den direkten Kontakt mit Wasser, Reinigungsmitteln und Reizstoffen und entlasten damit sowohl Nägel als auch Nagelhaut.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

  • Nagelhaut abreißen oder abknibbeln
    Das ist eine der sichersten Methoden, sich kleine, schmerzhafte Wunden zu verschaffen. Besser: abstehende Ränder mit einem geeigneten Werkzeug sauber kürzen, nie reißen oder zerren.

  • Zu häufiges oder aggressives Schneiden
    Eine komplett weggeschnittene Nagelhaut kann ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllen. Immer einen dünnen, intakten Hautsaum stehen lassen.

  • Sehr heißes Wasser
    Heißes Wasser löst Fette aus der Haut und lässt sie auf Dauer noch trockener werden. Lauwarmes Wasser reicht völlig aus – für Reinigung und Handbad.

  • Alkoholhaltige Produkte im Übermaß
    Stark entfettende oder alkoholreiche Produkte (z. B. manche Desinfektionsmittel, Nagellackentferner) entziehen der Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Wenn sie nötig sind, anschließend bewusst nachcremen.

  • Nagellackentferner zu oft verwenden
    Viele Entferner trocknen Nägel und Nagelhaut nachweislich aus. Nutzen Sie sie so selten wie möglich, greifen Sie – wenn machbar – zu schonenderen Varianten und cremen oder ölen Sie die Nagelränder danach ein.


Kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung: Pflegeroutinen für gesunde Nagelränder

  • Tägliche Mini-Routine
    Nach jedem Händewaschen eine Handcreme verwenden – gezielt auch über Nagelränder und Nagelflächen streichen, nicht nur über die Handrücken.

  • Abendritual für die Nagelhaut
    Vor dem Schlafengehen ein paar Tropfen Öl oder eine besonders reichhaltige Creme in die Nagelhaut einmassieren. Das dauert wenige Sekunden, macht aber langfristig einen spürbaren Unterschied.

  • Pflege an die Jahreszeit anpassen
    Im Winter, bei viel Heizungsluft oder wenn häufig desinfiziert wird, braucht die Nagelhaut mehr Unterstützung: öfter cremen, regelmäßiger Öl verwenden, draußen Handschuhe tragen.

  • Nagellänge bewusst wählen
    Sehr lange Nägel bleiben leichter hängen, was Zug auf die Nagelhaut ausüben kann. Eine moderate Länge ist für empfindliche Nagelränder meist schonender.

  • Auf Warnsignale achten
    Rötung, pochende Schmerzen, starke Schwellungen oder eitrige Stellen sind keine „Kleinigkeit“. In solchen Fällen ist ein ärztlicher Blick sinnvoll, um Komplikationen zu vermeiden.


Kurz zusammengefasst

Trockene, rissige Nagelhaut ist nicht nur ein kosmetisches Thema, sondern schwächt die Schutzfunktion rund um die Nagelwurzel und kann schmerzhaft werden. Mit lauwarmem Aufweichen, sanftem Zurückschieben, vorsichtigem Kürzen einzelner Überstände und konsequenter Pflege mit Creme oder Öl lässt sich die Nagelhaut in vielen Fällen gut beruhigen.

Verzichten Sie auf Reißen, aggressives Schneiden und dauernden, ungeschützten Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln. So geben Sie Ihren Nägeln die Chance, gesund, glatt und gepflegt auszusehen.


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