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Kann ich Lidschatten oder andere Produkte als Highlighter zweckentfremden?

Kreativ statt kompliziert: Können Sie Lidschatten als Highlighter verwenden?

Viele Highlighter könnten optisch genauso gut als schimmernder Lidschatten durchgehen – und umgekehrt. Die naheliegende Frage: Muss es wirklich ein eigener Highlighter sein, oder reicht ein Griff in die bestehende Palette? Die Antwort ist: teils, teils. Manches lässt sich problemlos umfunktionieren, anderes sieht auf der Haut schnell unruhig oder unvorteilhaft aus.
Im Folgenden geht es darum, welche Texturen sich eignen, worauf Sie achten sollten und wie Sie Lidschatten & Co. so einsetzen, dass der Glow ausgewogen wirkt – und die Haut in Ruhe gelassen wird.


Was Highlighter eigentlich tun – und warum der Name auf der Verpackung zweitrangig ist

Highlighter sollen bestimmte Partien des Gesichts optisch nach vorn holen. Sie fangen das Licht ein und lassen Wangenknochen, Nasenrücken oder Lippenherz definierter und frischer erscheinen.

Ob das Produkt offiziell „Highlighter“ heißt, ist weniger wichtig als drei Dinge:

  • Textur – Puder, Creme oder Flüssigprodukt
  • Finish – dezent glänzend, seidig, schimmernd oder deutlich glitzernd
  • Farbe – abgestimmt auf Hautton und restliches Makeup

Fein schimmernde Lidschatten oder andere subtil reflektierende Produkte können diesen Effekt oft problemlos nachahmen. Entscheidend ist, wie intensiv der Glow sein soll und wie gut sich das Produkt mit der Haut verbinden lässt, statt „obenauf“ zu sitzen.


So nutzen Sie Lidschatten & Co. sinnvoll als Highlighter

Mit ein paar einfachen Grundregeln lassen sich vorhandene Produkte vielseitig umfunktionieren. Einige erprobte Optionen:

1. Helle, schimmernde Lidschatten als klassischer Wangen-Highlighter

  • Wählen Sie einen Ton, der nur leicht heller ist als Ihre Haut und feinen Schimmer statt groben Glitzer enthält.
  • Mit einem kleinen, weichen Pinsel oder sauberen Fingern auf den höchsten Punkt der Wangenknochen auftragen.
  • Ränder sorgfältig ausblenden, damit der Übergang zur Haut weich bleibt.

2. Satin-Lidschatten für dezente Alltagsakzente

  • Seidige, fast matte Lidschatten mit leichtem Sheen wirken sehr natürlich.
  • Ideal für Bürolooks, Brillen-Träger:innen oder alle, die Leuchtkraft wollen, ohne „Highlighter sichtbar aufgetragen“ zu signalisieren.

3. Cremeprodukte für frischen „Glass-Skin“-Effekt

  • Cremiger Lidschatten oder ein farblich zurückhaltender Lippenbalsam können einen nassen, hautähnlichen Glanz erzeugen.
  • Nur eine minimale Menge auf Wangenknochen oder Nasenrücken auftupfen und mit dem Finger einklopfen, nicht reiben.

4. Helle, schimmernde Töne im inneren Augenwinkel und am Brauenbogen

  • Hier dürfen Lidschatten absolut klassisch als Highlight herhalten.
  • Ein kleiner, präziser Pinsel hilft, das Produkt genau dort zu platzieren, wo das Licht sitzen soll.

Typische Stolperfallen – und wie Sie sie umgehen

Beim Zweckentfremden zeigt sich schnell, was sich bewährt und was nicht. Häufige Problemquellen:

  • Zu grober Glitzer
    Große Partikel betonen Poren, Unebenheiten und trockene Stellen. Besser sind fein gemahlene, gleichmäßig reflektierende Texturen.

  • Zu hell oder zu frostig
    Stark weiße, bläulich-silbrige oder „eisige“ Töne können die Haut fahl wirken lassen – insbesondere bei mittleren bis dunklen Hauttönen.

  • Formulierung passt nicht zur Gesichtshaut
    Stark parfümierte oder potenziell reizende Produkte eignen sich nicht für großflächige Anwendung im Gesicht, selbst wenn die Farbe schön wäre.

  • Unpassende Basis darunter
    Puder hält auf abgepuderter oder gut setgepielter Foundation deutlich besser, Cremeprodukte funktionieren auf leicht feuchter, ungepuderter Basis. Wird wild gemischt, drohen Flecken und Rutschspuren.


Praxistipps für Glow ohne Spezialprodukt

Damit Ihr improvisierter Highlighter im Alltag funktioniert und nicht nach Experiment aussieht:

  • Farbwahl am Hautton orientieren

    • Helle Haut: Champagner, Rosé, heller Pfirsich
    • Mittlere Haut: Gold, warmes Beige, klassischer Pfirsich
    • Dunkle Haut: sattes Gold, Bronze, warme Kupfertöne
  • Zurückhaltend dosieren
    Lieber in dünnen Schichten arbeiten und aufbauen, statt auf einmal zu viel Produkt abzusetzen.

  • Verblenden, nicht wegwischen
    Übergänge sind der Unterschied zwischen „schönes Leuchten“ und „sichtbarer Streifen“. Am Ende mit einem sauberen Pinsel zart über die Kanten gehen.

  • Highlights bewusst setzen
    Glanz gezielt auf Wangenknochen, Brauenbogen, inneren Augenwinkel und ggf. das Lippenherz setzen. Bereiche, die ohnehin schnell glänzen (Stirnmitte, Kinn, Nasenflügel), bleiben besser matt.

  • Hautreaktionen ernst nehmen
    Brennen, Jucken oder kleine Unterlagerungen sind ein Warnsignal. Dann gilt: Produkt wieder dort einsetzen, wofür es gedacht war – oder aussortieren.


Kurz zusammengefasst

Lidschatten und andere Makeup-Produkte können durchaus als Highlighter dienen – wenn Textur, Farbe und Finish zusammenpassen. Feine, schimmernde oder satinartige Töne funktionieren meist am zuverlässigsten. Entscheidend sind sparsamer Auftrag, gründliches Verblenden und die Verträglichkeit der Formulierung auf Ihrer Gesichtshaut. Ein expliziter Highlighter ist komfortabel, aber nicht zwingend, wenn Sie Ihre Schminkschublade bewusst und kreativ nutzen.


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