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Wie lange kann ich Cremes, Seren und Sonnenschutz verwenden, nachdem sie geöffnet wurden?

Wie lange sind Cremes, Seren und Sonnenschutz nach dem Öffnen wirklich haltbar?

Im Bad sammeln sich schnell etliche Tiegel, Tuben und Fläschchen – viele halb angebrochen, manche seit Monaten. Die naheliegende Frage: Wie lange kann man das eigentlich verantworten, diese Produkte noch zu benutzen?

Die Haltbarkeit von Cremes, Seren und Sonnenschutz entscheidet nicht nur darüber, ob ein Produkt noch „etwas bringt“, sondern auch darüber, ob es die Haut reizt oder sogar Probleme verursacht. Präparate, die zu lange offen stehen, können an Wirksamkeit verlieren, umkippen oder keimbelastet sein.

Im Folgenden geht es darum, welche Angaben auf der Verpackung wirklich relevant sind, wie sich verschiedene Produktgruppen unterscheiden und was Sie selbst tun können, damit Ihre Pflege länger stabil bleibt.


Was Haltbarkeit in der Kosmetik wirklich bedeutet

Kosmetik wird so formuliert, dass sie über eine bestimmte Zeitspanne stabil bleibt – chemisch, mikrobiologisch und sensorisch (Geruch, Farbe, Textur). Entscheidend sind dabei zwei Kennzeichnungen:

  • Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)
    Für Produkte, die weniger als 30 Monate haltbar sind, muss ein Datum angegeben sein (z. B. „12/2026“). Dieses Datum gilt für ein ungeöffnetes Produkt bei üblicher Lagerung.

  • Symbol der geöffneten Creme („PAO“ – Period After Opening)
    Das kleine Cremetiegel-Symbol mit einer Zahl und „M“ (z. B. 6M, 12M, 24M) zeigt, wie viele Monate nach dem Öffnen das Produkt bei normaler Nutzung verwendet werden sollte.

Da viele Produkte heute mehr als 30 Monate ungeöffnet stabil sind, fehlt auf ihnen ein MHD. Stattdessen ist fast immer nur der geöffnete Tiegel als PAO-Symbol zu finden.

Wichtig ist: Das PAO ist ein Richtwert unter „normalen Bedingungen“. Wer seine Creme ständig im heißen Auto liegen lässt oder mit ungewaschenen Fingern in den Tiegel geht, bewegt sich deutlich außerhalb dieser Annahmen.


Richtwerte für Cremes, Seren und Sonnenschutz im Alltag

Die Haltbarkeit nach dem Öffnen hängt stark von der Formulierung und der Verpackung ab. Als grobe Orientierung haben sich folgende Zeiträume etabliert:

Gesichts- und Körpercremes

  • Typische Herstellerangaben: 6–12 Monate
  • Cremes in Tiegeln sind anfälliger für Verunreinigungen, weil bei jeder Entnahme Keime eingetragen werden.
  • Cremes in Pumpspendern oder Tuben sind meist länger stabil, weil der Inhalt weniger Kontakt mit Luft, Feuchtigkeit und Fingern hat.

Seren

  • Üblich: 6–12 Monate nach Anbruch
  • Sehr wässrige oder leichte Texturen können empfindlicher sein, vor allem bei ungeschützter Lagerung.
  • Produkte mit bestimmten Wirkstoffen – etwa Säuren (AHA/BHA), Vitamin C oder andere Antioxidantien – verlieren häufig schon an Wirksamkeit, bevor sie sichtbar „schlecht“ aussehen oder riechen.

Sonnenschutz

  • Häufig: 6–12 Monate nach dem Öffnen
  • Problematisch ist vor allem Hitze: Wird Sonnenschutz im Auto, in der prallen Sonne oder dauerhaft bei hohen Temperaturen gelagert, kann die Schutzleistung deutlich sinken – auch wenn das Produkt äußerlich noch „normal“ wirkt.

Fehlt das PAO-Symbol auf der Tube, lohnt ein Blick auf die Umverpackung oder den Beipackzettel. Die rechtlich vorgeschriebenen Angaben stehen häufig dort, nicht direkt auf dem Behälter.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Viele Haltbarkeitsprobleme entstehen nicht durch „schlechte“ Produkte, sondern durch den Alltag. Einige klassische Fallen:

  • Tiegel mit den Fingern ausräumen
    Jede Entnahme bringt Keime, Hautschüppchen und Feuchtigkeit ins Produkt. Die Konservierung hat dadurch deutlich mehr Arbeit – irgendwann kippt das System.

  • Lagerung im warmen, feuchten Bad
    Permanenter Dampf, hohe Temperaturen, schwankende Luftfeuchtigkeit – all das ist für die Stabilität ungünstig. Konservierungsmittel werden stärker gefordert, Emulsionen können instabil werden.

  • Sonnenschutz aus der letzten Saison ungeprüft weiterverwenden
    War die Flasche am Strand, im Auto oder wochenlang großer Hitze ausgesetzt, ist es unrealistisch, dass die ursprüngliche Schutzwirkung unverändert geblieben ist.

  • Veränderten Geruch oder Textur ignorieren
    Ranziger, „saurer“ oder deutlich ungewohnter Geruch, Farbänderungen, Phasentrennung (Öl setzt sich ab, „Wasserlachen“ im Produkt) oder Klümpchen sind klare Warnsignale. Solche Produkte gehören nicht mehr auf die Haut.


Erprobte Tipps, damit Ihre Produkte länger frisch bleiben

Ein paar bewusste Routinen machen einen spürbaren Unterschied in der Haltbarkeit:

  • Sauber entnehmen
    Pumpspender oder Airless-Verpackungen sind ideal. Bei Tiegeln möglichst Spatel verwenden, die regelmäßig gereinigt werden, statt ständig mit den Fingern hineinzugehen.

  • Kühl, trocken, lichtgeschützt aufbewahren
    Zimmertemperatur reicht völlig – wichtig ist: kein dauerhaftes Sonnenlicht auf der Verpackung, nicht direkt neben Heizung, Fenster oder auf der warmen Fensterbank. Produkte gehören auch nicht wochenlang ins heiße Auto.

  • Öffnungsdatum notieren
    Ein kleines Datum mit wasserfestem Stift auf der Unterseite oder dem Deckel hilft, Einschätzungen wie „ach, das habe ich doch erst vor Kurzem geöffnet“ zu entlarven.

  • Veränderungen ernst nehmen
    Riecht ein Produkt anders, hat sich getrennt, verfärbt oder fühlt sich auf der Haut plötzlich unangenehm an (Brennen, Jucken, Rötung), ist es sinnvoll, es konsequent zu entsorgen – auch wenn die angegebene PAO-Zeit noch nicht abgelaufen ist.

  • Sonnenschutz besonders streng beurteilen
    Sonnenschutz, der hohen Temperaturen ausgesetzt war oder länger als etwa ein Jahr geöffnet ist, sollte kritisch betrachtet werden. Im Zweifel ist eine frische Tube preiswerter als ein Sonnenbrand oder Langzeitschäden.


Kurz zusammengefasst

Die meisten Cremes, Seren und Sonnenschutzprodukte sind nach dem Öffnen etwa 6 bis 12 Monate sinnvoll nutzbar. Orientierung bietet das Symbol mit dem geöffneten Tiegel und der Monatsangabe.

Wie lange ein Produkt in der Praxis tatsächlich stabil bleibt, hängt jedoch stark von Verpackung, Lagerung und Umgang ab. Achten Sie auf Geruch, Aussehen und Konsistenz – und trennen Sie sich lieber von Produkten, die sich auffällig verändert haben oder auf der Haut unangenehm reagieren.


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