Telefon 0662 / 26126083
Wie kombiniert man Augenpflege sinnvoll mit einem Hautserum oder Gesichtspflege?

Augenpflege und Serum: Wie alles sinnvoll zusammenpasst

Die Haut rund um die Augen ist nicht nur empfindlich, sie reagiert auch sehr deutlich auf alles, was wir mit ihr tun. Entsprechend häufig taucht die Frage auf: Reicht mein normales Serum oder meine Gesichtscreme bis an die Augen heran – oder brauche ich wirklich ein eigenes Produkt? Und falls ja: Was kommt zuerst, was danach, und was kann ich mir vielleicht sparen?

Im Folgenden geht es darum, wie Augenpflege, Serum und Gesichtspflege sinnvoll zusammenspielen, welche Reihenfolge sich bewährt hat und an welchen Stellen Sie genauer hinschauen sollten.


Warum die Augenpartie besondere Aufmerksamkeit braucht

Die Haut um die Augen ist im Vergleich zum restlichen Gesicht deutlich dünner, sie besitzt weniger Talgdrüsen und trocknet deshalb schneller aus. Feine Linien, Knitterfältchen, Schwellungen oder dunkle Schatten wirken hier sofort präsenter als an anderen Stellen.

Viele Seren und Gesichtscremes richten sich in ihrer Formulierung an die „normale“ Gesichtshaut: wirkstoffstark, teils intensiver in der Textur, manchmal mit peelenden oder stark aktiven Inhaltsstoffen. Was im restlichen Gesicht gut funktioniert, kann in der Augenregion bereits zu viel sein – mit Rötungen, Brennen oder Schuppigkeit als Folge.

Eigene Augenpflegeprodukte sind in der Regel milder, leichter und speziell dafür gedacht, die zarte Haut zu unterstützen, ohne sie unnötig zu reizen oder zu überfrachten. Es lohnt sich daher, die vorhandenen Produkte bewusst zu sortieren und in eine Routine zu bringen, die zur Empfindlichkeit Ihrer Augenpartie passt.


Schritt für Schritt: In welcher Reihenfolge Sie Ihre Produkte auftragen

Als Orientierung reicht meist eine einfache Regel: von flüssig und leicht zu cremig und reichhaltig.

  1. Reinigung
    Entfernen Sie Make-up, Sonnenschutz und Schmutz gründlich, aber behutsam. Gerade rund um die Augen gilt: lieber etwas länger mit einem sanften Produkt arbeiten, als mit Druck reiben. Die Haut sollte sauber und frei von Rückständen sein, bevor die Pflege folgt.

  2. Toner (falls verwendet)
    Ein Toner oder ein Gesichtswasser kann helfen, die Haut aufzunehmen wie ein Schwamm. Er gehört auf das Gesicht, aber nicht direkt an die Schleimhäute oder ins Auge. Wattepad oder Hände genügen – in der Augenregion genügt ein vorsichtiger Randbereich.

  3. Serum für das Gesicht
    Tragen Sie Ihr Serum auf das gesamte Gesicht auf – mit etwas Abstand zur unmittelbaren Augenpartie, vor allem, wenn Säuren, Retinoide oder andere intensive Wirkstoffe enthalten sind. Der obere Rand der Wangenknochen ist ein guter Orientierungspunkt.

  4. Augenpflege
    Danach folgt die eigentliche Augenpflege: Creme, Gel oder Serum speziell für diesen Bereich. Eine kleine Menge genügt. Tragen Sie sie entlang des Knochenrandes auf – oben unter der Braue, unten auf dem Orbitaknochen – und klopfen Sie sie sanft ein, ohne direkt an die Wimpernkante zu gehen.

  5. Gesichtscreme
    Anschließend kommt die Gesichtscreme. Sie darf bei verträglicher, milder Formulierung durchaus bis an den äußeren Rand der Augenpartie herangezogen werden, sollte aber nicht ins Auge oder unmittelbar an die Wimpernlinie geraten. So pflegen Sie die Übergangsbereiche, ohne die empfindlichste Zone zu überladen.

  6. Tagsüber: Sonnenschutz
    Am Morgen schließt ein geeigneter Sonnenschutz die Routine ab. Er sollte großflächig aufgetragen werden, die Augenpartie kann vorsichtig mitgeschützt werden – wieder mit Abstand zur Wimpernlinie. Produkte, die stark in die Augen kriechen, eignen sich hier weniger.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Zu viele Schichten an der Augenpartie
Wenn Serum, Augenpflege und Gesichtscreme übereinander bis direkt unter das Auge geschichtet werden, ist das für die meisten Hauttypen zu viel. Die Folge sind nicht „mehr Pflege“, sondern eher Reizungen, Milien (kleine Grieskörnchen) oder ein unangenehmes Spannungsgefühl.

Seren mit intensiven Wirkstoffen zu nah am Auge
Stark peelende oder sehr aktive Seren – etwa mit hohen Konzentrationen an Säuren oder Retinoiden – können, zu nah an der Augenregion platziert, brennen oder die Haut röten. Ein kleiner Sicherheitsabstand rund um die Augen ist hier keine Vorsichtspanik, sondern schlicht vernünftig.

Reiben statt sanftem Einarbeiten
Die dünne Haut um die Augen reagiert empfindlich auf mechanische Belastung. Häufiges, kräftiges Reiben trägt nicht zur Faltenvorbeugung bei, sondern eher zum Gegenteil. Besser ist ein sanftes Einklopfen – kurz, kontrolliert, ohne Zug.

Zu viel Produkt auf einmal
Mehr hilft an der Augenpartie selten mehr. Eine erbsengroße Menge Augenpflege reicht in der Regel für beide Seiten. Überschüsse rutschen leicht in die Augen, führen zu Tränen, Rötungen oder schlicht zu einem unangenehmen Film auf den Lidern.


Erprobte Tipps für eine harmonische Kombination von Augenpflege und Serum

  • Routine beobachten
    Wenn die Augenpartie immer wieder brennt, spannt oder schuppt, ist das ein Signal. Dann lohnt es sich, zunächst die Produktanzahl rund um die Augen zu reduzieren und einzelne Schritte zu pausieren, bis klar wird, worauf die Haut reagiert.

  • Testen an unkritischer Stelle
    Neue, wirkstoffstarke Seren zuerst an einer unempfindlicheren Gesichtspartie ausprobieren – etwa an der Wange. Verträgt die Haut sie dort, können Sie sich vorsichtig etwas näher an die Augenregion herantasten.

  • Abstand halten
    Gerade bei Säuren, Retinoiden oder hochdosierten Wirkstoffen gilt: lieber bis zum oberen Rand der Wangenknochen auftragen und die eigentliche Augenpartie ausgespart lassen. Die Produkte verteilen sich ohnehin ein Stück weit.

  • Sanfte Technik
    Der Ringfinger eignet sich gut, weil man mit ihm automatisch weniger Druck ausübt. Die Augenpflege wird damit leicht eingeklopft statt gerieben – das schont das Gewebe und verteilt die Creme trotzdem ausreichend.

  • Anpassen nach Tageszeit
    Abends vertragen viele eine etwas reichhaltigere Textur, weil danach nichts mehr rutschen muss. Tagsüber sind leichtere Formulierungen sinnvoll, damit Make-up und Sonnenschutz nicht ins Rutschen geraten oder in die Augen laufen.

  • Regelmäßig, aber nicht übertreiben
    Entscheidend ist eine Routine, die Sie konsequent anwenden können – nicht die maximale Anzahl an Produkten. Eine überschaubare, gut verträgliche Abfolge bringt der Haut langfristig mehr als ständig wechselnde, komplexe Kombinationen.


Kurz zusammengefasst

Augenpflege, Serum und Gesichtscreme lassen sich gut miteinander verbinden, wenn drei Punkte stimmen: eine sinnvolle Reihenfolge, ausreichend Abstand zur empfindlichsten Zone direkt am Auge und eine zurückhaltende Produktmenge.

Spezielle Augenpflege ist für die besonders dünne Haut um die Augen häufig die bessere Wahl als der Versuch, alles mit einem Gesichtsserum oder einer -creme abzudecken. Wer die eigene Routine klar strukturiert und die Reaktionen der Haut im Blick behält, schafft eine Pflege, von der sowohl das Gesicht als auch die Augenpartie profitieren.


Ähnliche Fragen