Föhn-Aufsätze wie Diffusor und Konzentrator: So holen Sie das Beste aus Ihrem Styling
Föhn-Aufsätze wirken nebensächlich, sind es aber nicht. Sie entscheiden mit, ob Ihr Haar am Ende definiert oder verfrisst, voluminös oder platt, glänzend oder stumpf aussieht. Ob sanfte Wellen, gebändigte Locken oder glatte Längen – Diffusor und Konzentrator bestimmen, wo Luft und Wärme ankommen und wie intensiv.
Im Folgenden lesen Sie, was die beiden Aufsätze tatsächlich mit Ihrem Haar machen, wofür sie sich eignen und wie Sie sie Schritt für Schritt sinnvoll einsetzen. So föhnen Sie gezielter, schonender und mit deutlich weniger Frustmomenten vor dem Spiegel.
Diffusor und Konzentrator: Was die Aufsätze mit Ihrem Haar wirklich machen
Jeder Aufsatz verändert den Luftstrom – und damit auch, wie sich Ihr Haar beim Trocknen verhält.
Diffusor
Der Diffusor ist der große, meist runde Aufsatz mit „Fingern“, Noppen oder Zacken. Er verteilt die Luft über eine größere Fläche und bremst sie ab. Das ist ideal, wenn Sie:
- natürliche Wellen oder Locken haben
- mehr Stand und Volumen am Ansatz möchten
- Frizz so weit wie möglich begrenzen wollen
Weil die Luft langsamer und weicher auftrifft, trocknet das Haar gleichmäßiger. Die natürliche Wellen- oder Lockenstruktur bleibt besser erhalten, statt „totgeföhnt“ zu werden.
Konzentrator
Der Konzentrator ist der schmale, flache Aufsatz mit enger Öffnung. Er bündelt die Luft zu einem fokussierten Strom. Er ist die bessere Wahl, wenn Sie:
- glatte, kontrollierte Stylings bevorzugen
- einzelne Partien gezielt bearbeiten wollen
- mit Rund-, Skelett- oder Paddlebrush arbeiten
Durch den gerichteten Luftstrom lassen sich Längen glätten, Spitzen formen oder der Ansatz anheben – alles deutlich präziser, als wenn der Föhn ungebremst pustet.
Schritt für Schritt: So setzen Sie Diffusor und Konzentrator richtig ein
Diffusor richtig nutzen
Vorbereiten
- Nach dem Waschen die Haare mit dem Handtuch nur ausdrücken, nicht rubbeln – Reibung produziert Frizz.
- Bei Bedarf eine leichte Leave-in-Pflege, Creme oder Schaum in das handtuchtrockene Haar geben, besonders in Längen und Spitzen.
Föhneinstellung wählen
- Temperatur: eher mittel, Gebläse: niedrig bis maximal mittel.
- Zu heiße Luft lässt Locken austrocknen und fördert Frizz – vor allem, wenn Sie nah an der Kopfhaut arbeiten.
Styling-Technik
- Kopf leicht zur Seite oder nach vorne neigen, damit die Haare in den Diffusor „fallen“ können.
- Eine Haarpartie locker in den Diffusor legen und den Aufsatz behutsam Richtung Kopfhaut führen.
- Einige Sekunden halten, dann zur nächsten Partie wechseln. Nicht ständig umherfahren – das zerreißt die Lockenformation.
- Während des Föhnens möglichst wenig mit den Fingern durchgehen. Jede Unruhe im Haar kostet Definition.
Finish
- Nur etwa 80–90 % trocken föhnen, die Restfeuchtigkeit an der Luft verdunsten lassen. Das wirkt meist natürlicher und weniger „crispy“.
- Zum Schluss die Ansätze leicht auflockern und die Locken vorsichtig aufschütteln, nicht bürsten.
Konzentrator richtig nutzen
Vorbereiten
- Handtuchtrockene Haare in mehrere Sektionen unterteilen – so behalten Sie Kontrolle und Übersicht.
- Nach Wunsch ein glättendes, strukturberuhigendes oder hitzeschützendes Produkt in Längen und Spitzen verteilen.
Föhneinstellung wählen
- Temperatur: mittel bis hoch, Gebläse: mittel – besser kontrollierbar als volle Power.
- Luftstrom stets in Wuchsrichtung der Haare führen, also vom Ansatz zu den Spitzen. Das glättet die Schuppenschicht und bringt mehr Glanz.
Styling-Technik mit Bürste
- Eine Strähne über eine Rundbürste, Flachbürste oder Paddlebrush legen.
- Konzentrator so halten, dass er entlang der Bürste arbeitet – Luftstrom, Bürste und Haar ziehen in die gleiche Richtung.
- Vom Ansatz langsam in die Spitzen föhnen, die Strähne dabei unter Spannung halten. Lieber eine langsame, kontrollierte Bewegung als mehrmals hektisch darübergehen.
Ansatz und Längen formen
- Für Volumen: Strähne am Ansatz mit der Bürste anheben, Luft auf den Ansatz richten und dabei weiterhin in Wuchsrichtung föhnen.
- Für glatte Längen: Jede Strähne so lange in Bahnen ausföhnen, bis sie vollständig trocken ist – halbfeuchte Haare verlieren die Form später gern wieder und frizzeln auf.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
Zu viel Hitze, zu nah am Haar
Dauerhaftes Föhnen mit Maximalhitze aus nächster Nähe rauht die Haaroberfläche auf. Grundregel: etwas Abstand halten und die Temperatur auf der Handfläche testen. Was der Haut zu heiß ist, schadet auch dem Haar.
Ohne Aufsatz föhnen
Ein Föhn ohne Aufsatz verteilt Luft kreuz und quer. Besonders bei Wellen und Locken führt das schnell zu Frizz statt zu Form – das Haar trocknet, aber ohne klare Struktur.
Diffusor bei voller Power
Ein Diffusor mit maximalem Gebläse macht seinen Vorteil zunichte: Die Locken werden herumgewirbelt, statt gestützt zu werden. Besser: weniger Luft, dafür einen Moment länger an jeder Partie bleiben.
Konzentrator gegen die Wuchsrichtung
Wenn der Luftstrom nach oben oder quer durchs Haar bläst, stellt sich die Schuppenschicht auf – das Ergebnis ist stumpfes, frizziges Haar. Deshalb möglichst immer entlang der Haarlänge arbeiten.
Praxiserprobte Tipps für unterschiedliche Haartypen
Kurz zusammengefasst
Diffusor und Konzentrator sind keine Zierde, sondern zwei sehr unterschiedliche Werkzeuge, mit denen Sie Ihren Föhn viel gezielter einsetzen können. Der Diffusor unterstützt Locken und Wellen, bringt sanftes Volumen und reduziert Frizz. Der Konzentrator gibt Kontrolle, Glätte und Form in einzelne Partien. Wer mit moderater Hitze, passender Luftstärke und einer klaren Technik arbeitet, holt aus beiden Aufsätzen deutlich mehr heraus – passend zur eigenen Haarstruktur und zum gewünschten Styling.