Wie die Duftöl-Konzentration Parfums verändert – und warum sich das im Preis zeigt
Parfums gibt es als Eau de Toilette, Eau de Parfum oder Extrait – und der Preisunterschied wirkt auf den ersten Blick oft willkürlich. Hinter den Kürzeln steckt jedoch mehr als ein Marketing-Etikett. Die Konzentration der Duftöle verändert Intensität, Haltbarkeit, Charakter – und am Ende auch die Kosten.
Im Folgenden geht es darum, was die Bezeichnungen tatsächlich bedeuten, wie sich Ihr Dufterlebnis je nach Konzentration verändert und weshalb bestimmte Varianten teurer sind als andere.
Was hinter EDT, EDP und Extrait wirklich steckt
Jedes Parfum basiert im Kern auf zwei Komponenten: Duftölen (also der eigentlichen Parfumkomposition) und einem Träger, meist Alkohol plus etwas Wasser. Die Bezeichnungen geben einen ungefähren Hinweis darauf, wie hoch der Anteil der Duftöle ist:
- Eau de Toilette (EDT): meist etwa 5–12 % Duftöle
- Eau de Parfum (EDP): meist etwa 10–20 % Duftöle
- Extrait / Parfum: oft etwa 20–40 % Duftöle
Diese Spannen sind nicht weltweit verbindlich festgelegt, haben sich aber als gängige Orientierung etabliert.
Die Konzentration hat vor allem Einfluss auf:
- Intensität: Wie deutlich der Duft wahrnehmbar ist
- Sillage: Wie weit Ihre persönliche Duftwolke reicht
- Haltbarkeit: Wie lange der Duft auf Haut oder Kleidung bleibt
- Entfaltung: Wie weich oder markant sich Kopf-, Herz- und Basisnoten im Verlauf zeigen
Wichtig ist: Mehr Duftöl bedeutet nicht automatisch „besser“, sondern zunächst einmal anders. Ein transparenter, luftiger Duft kann als Eau de Toilette stimmiger und eleganter wirken, während er als schweres Extrait seine Leichtigkeit verliert.
Wie sich die verschiedenen Konzentrationen im Alltag anfühlen
Im Alltag spüren Sie den Unterschied weniger an der Bezeichnung auf dem Flakon, sondern daran, wie sich der Duft trägt und verhält.
Eau de Toilette
Wirkt häufig leichter, frischer, „luftiger“.
Typisch:
- passt gut für den Tag und wärmere Temperaturen
- kann großzügiger gesprüht werden
- verfliegt meist schneller, lässt sich aber unkompliziert auffrischen
Eau de Parfum
Wirkt dichter, intensiver, oft auch „runder“ komponiert.
Typisch:
- über mehrere Stunden wahrnehmbar
- wenige Sprühstöße reichen in der Regel
- Herz- und Basisnoten treten meist stärker hervor
Extrait / Parfum
Wirkt sehr konzentriert, sitzt näher an der Haut und zeigt viel Charakter.
Typisch:
- winzige Mengen genügen (häufig eher tupfen als sprühen)
- eignet sich eher für abends oder besondere Anlässe
- kann auf empfindlicher Haut intensiver oder reizvoller wahrgenommen werden
Häufige Irrtümer rund um Konzentration, Qualität und Preis
„Je konzentrierter, desto hochwertiger“
So einfach ist es nicht. Qualität hängt vor allem von der Komposition und den verwendeten Rohstoffen ab. Ein sorgfältig komponiertes Eau de Toilette kann wertiger wirken als ein beliebiges Extrait, bei dem nur „mehr“ nicht zugleich „besser“ bedeutet.
„Eau de Parfum und Extrait sind immer stärker und lauter“
Mehr Duftöl heißt nicht automatisch mehr Projektion. Es gibt Extraits, die sehr hautnah bleiben und eher intim wirken, statt einen Raum zu füllen. Lautstärke ist eine Frage der Konstruktion, nicht nur der Prozentzahl.
„Der Preisunterschied ist reines Marketing“
Die Duftöle sind der teuerste Bestandteil eines Parfums. Höhere Konzentration heißt meist: mehr (und teils kostspieligere) Rohstoffe. Hinzu kommen aufwendigere Formulierungen. Trotzdem fließen natürlich auch Faktoren wie Flakondesign, Markenpositionierung und Produktionsmenge in den Endpreis ein.
„Haltbarkeit hängt nur von der Konzentration ab“
Die Konzentration spielt eine Rolle, aber nicht allein. Entscheidend sind auch: Hauttyp, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Duftfamilie (z. B. flüchtige Zitrusnoten vs. harzige, schwere Noten) und die Stellen, auf die Sie den Duft auftragen.
Praxisnahe Tipps: So finden Sie die passende Konzentration
Einsatz überlegen:
Wann soll der Duft Sie begleiten? Für Büro und Alltag greifen viele zu leichteren Konzentrationen wie Eau de Toilette. Für Abende, besondere Anlässe oder kühlere Monate bietet sich oft ein Eau de Parfum oder Extrait an.
Auf der eigenen Haut testen:
Teststreifen sind nur ein erster Eindruck. Entscheidend ist, wie sich der Duft über mehrere Stunden auf Ihrer Haut entwickelt, wie intensiv Sie ihn wahrnehmen – und ob er Ihnen noch gefällt, wenn er sich gesetzt hat.
Umfeld im Blick behalten:
In Meetings, Großraumbüros, öffentlichen Verkehrsmitteln oder generell bei engem Kontakt sind dezente Düfte oder sparsamer Auftrag oft angenehmer – für Sie und andere.
Auftragetechnik anpassen:
Leichte Konzentrationen: eher großzügig sprühen (Arme, Hals, eventuell Kleidung, Haarspitzen – wenn Sie das gut vertragen).
Hohe Konzentrationen: dosiert arbeiten, punktuell auf gut durchblutete Stellen tupfen oder wenige Sprühstöße aus kurzer Distanz.
Auf das eigene Empfinden hören:
Wenn Ihnen Düfte schnell „zu viel“ werden oder Sie zu Kopfschmerzen neigen, ist eine niedrigere Konzentration meist angenehmer – unabhängig davon, was gerade als „luxuriös“ gilt.
Kurz zusammengefasst
Die Konzentration der Duftöle bestimmt wesentlich, wie intensiv, haltbar und facettenreich ein Parfum wirkt – und das schlägt sich im Preis nieder.
Eau de Toilette ist meist leichter und flüchtiger, Eau de Parfum dichter und länger präsent, Extrait sehr konzentriert und oft besonders nuancenreich. Eine Variante ist nicht per se „besser“ als die andere. Entscheidend ist, was zu Ihrem Alltag, Ihrem Duftgeschmack und Ihrer Haut passt.