Glanz ohne Reue: So pflegen Sie Ihre Nägel nach UV- oder LED-Lack
Wer regelmäßig UV- oder LED-Lack trägt, schätzt den langfristigen Glanz – stellt aber früher oder später fest, dass die Nägel trockener, spröder oder empfindlicher werden. Das ist kein Zufall: Nicht nur der Lack selbst, auch das Entfernen belastet die Nagelplatte und die umliegende Haut.
Im Folgenden geht es darum, welche Produkte Ihre Nägel in dieser Phase wirklich unterstützen, wie Sie sie sinnvoll einsetzen und worauf Sie besser verzichten.
Was UV- und LED-Lack mit Ihren Nägeln machen kann
UV- und LED-Lacke halten so gut, weil sie sehr fest aushärten und eng mit der Nageloberfläche verbunden werden. Damit das funktioniert, wird der Naturnagel meist leicht angeraut. Beim Entfernen kommen außerdem Lösungsmittel und/oder Feilen zum Einsatz.
Typische Folgen:
- Die Nagelplatte verliert Fett und Feuchtigkeit.
- Nägel wirken stumpf, spröde oder splittern leichter.
- Die Nagelhaut trocknet aus und reißt schneller ein.
Entscheidend ist: In der Regel ist nicht die Lichteinwirkung das Hauptproblem, sondern Vorbereitung und Entfernen des Lackes. Mit gezielter Pflege lässt sich diese Belastung jedoch gut abfedern – und der Nagel gewinnt wieder an Elastizität und Widerstandskraft.
Aufbaupflege Schritt für Schritt: So unterstützen Sie Ihre Nägel nach Gel-Maniküre
Nach einer Phase mit UV- oder LED-Lacken lohnt sich eine bewusste „Pflegekur“ für Nägel und Nagelhaut. Diese Produktgruppen können sinnvoll sein:
1. Rückfettende Nagelöle
Öle mit pflanzlichen Inhaltsstoffen (z. B. Nuss- oder Samenöle) gleichen Lipidverluste in Nagel und Nagelhaut aus. Der Nagel wird etwas flexibler, was das Splittern reduziert.
2. Feuchtigkeitsspendende Hand- und Nagelcremes
Cremes mit Glycerin, Harnstoff (Urea) oder ähnlichen Feuchthaltern machen die Haut rund um den Nagel geschmeidiger und nehmen Spannungsgefühle. Ideal nach jedem Händewaschen.
3. Pflegende Nagelstifte oder -fluids
Leichte Fluids oder Stifte für die Nagelkontur lassen sich unkompliziert auftragen, ziehen meist schnell ein und eignen sich für zwischendurch. Praktisch, wenn Sie mehrmals täglich nachpflegen möchten, ohne zu „kleben“.
4. Milde, nicht austrocknende Reiniger
Aggressive Seifen und häufiges Desinfizieren entziehen zusätzlich Fett und Feuchtigkeit. Besser sind milde, pH-hautneutrale Produkte und lauwarmes Wasser – vor allem, wenn Ihre Hände ohnehin strapaziert sind.
5. Schützende Überlacke ohne starke Lösungsmittel
Wenn die Nägel in der „Lackpause“ optisch sehr unruhig wirken, können dünn aufgetragene, pflegend formulierte Klarlacke die Oberfläche kurzfristig glätten. Wichtig ist, dass sie sich später mit schonenden Entfernern wieder ablösen lassen.
Wenn der gute Wille schadet: Häufige Fehler bei der Nagelpflege
Einige Routinen sind gut gemeint, verschlechtern den Zustand der Nägel aber eher:
Zu hartes Feilen oder Buffern
Intensives Anrauen macht die Nagelplatte zunehmend dünn und empfindlich – vor allem, wenn dies bei jeder Maniküre wiederholt wird.
Tägliches Entfernen mit aggressiven Entfernern
Stark entfettende Entferner – besonders in hoher Frequenz – trocknen den Nagel weiter aus und können ihn brüchiger machen.
Nägel als „Werkzeug“ benutzen
Konservendosen öffnen, Etiketten abkratzen, Verpackungen aufhebeln: All das setzt der Nagelspitze mechanisch zu und fördert Absplittern.
Nagelhaut wegschneiden
Radikales Zurückschneiden zerstört schnell die natürliche Schutzbarriere und begünstigt Entzündungen. Schonender: Nach einem Handbad die Nagelhaut nur vorsichtig zurückschieben.
Erprobte Pflegeroutinen für stärkere, gepflegte Nägel
Mit ein paar konsequenten Gewohnheiten können Sie Ihre Nägel nach intensiver UV- oder LED-Nutzung gezielt stärken:
Regelmäßige Ölmassagen
Ein- bis zweimal täglich ein paar Tropfen Nagelöl auf Nagel und Nagelhaut geben und kurz einmassieren. Das fördert Durchblutung und Geschmeidigkeit.
Über Nacht intensiv pflegen
Abends reichhaltig Öl oder Creme auf Hände und Nägel auftragen, Baumwollhandschuhe darüberziehen und über Nacht wirken lassen. So nutzen Sie die Regenerationsphase der Haut optimal.
Nagelpausen einplanen
Zwischen zwei Gel- oder UV-Phasen bewusst Zeiten einbauen, in denen die Nägel unlackiert bleiben und nur gepflegt werden. Das gibt dem Nagel „Luft“, sich zu stabilisieren.
Schonendes Kürzen
Nägel möglichst in eine Richtung feilen statt hektisch hin- und herzubewegen. Eine feinkörnige Feile ist sanfter und vermindert Mikrorisse an der Spitze.
Schutz im Alltag
Beim Putzen, Spülen oder Arbeiten mit Wasser und Reinigern Handschuhe tragen. So schützen Sie nicht nur die Haut, sondern verhindern auch weiteres Austrocknen des Nagels.
Kurz zusammengefasst
UV- und LED-Lacke belasten den Naturnagel vor allem durch das An- und Abtragen. Anschließend brauchen Nägel in erster Linie Fett, Feuchtigkeit und Ruhe. Nagelöle, feuchtigkeitsspendende Cremes, milde Reiniger und gezielte „Nagelpausen“ helfen, die Nagelplatte wieder elastischer und widerstandsfähiger zu machen. Mit einer einfachen, aber konsequent durchgehaltenen Pflegeroutine senken Sie das Risiko für brüchige, spröde Nägel deutlich – und schaffen eine stabile Basis für jede weitere Maniküre.