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Wie pflege ich meine Nagelhaut, wenn ich regelmäßig Gel- oder Acrylnägel trage?

Sanfte Pflege für die Nagelhaut: So bleiben Ihre Nägel trotz Gel & Acryl gesund

Wer regelmäßig Gel- oder Acrylnägel trägt, kennt das Dilemma: Die Modellage sitzt perfekt, aber die Nagelhaut wirkt trocken, gereizt oder reißt immer wieder ein. Gerade die zarte Haut rund um den Nagel gerät bei Kunstnägeln schnell unter Druck – und braucht entsprechend mehr Aufmerksamkeit. In diesem Artikel lesen Sie, warum die Nagelhaut so wichtig ist, wie Sie sie sinnvoll pflegen und welche Gewohnheiten ihr eher schaden als helfen.


Warum Ihre Nagelhaut bei Gel- und Acrylnägeln besondere Aufmerksamkeit braucht

Die Nagelhaut ist kein überflüssiger „Rand“, den man für eine schöne Maniküre einfach loswerden muss. Sie bildet eine natürliche Dichtschicht zwischen Nagelplatte und Haut und erschwert es Bakterien, Pilzen und Schmutz, in den Nagelbereich einzudringen.

Bei Gel- oder Acrylnägeln wird allerdings genau in diesem Bereich gearbeitet: Die Nagelhaut wird zurückgeschoben, die Nageloberfläche angeraut, entfettet und mit verschiedenen Produkten behandelt. Das trocknet die Haut aus und macht sie anfälliger für Reizungen.

Dazu kommen UV- oder LED-Licht bei der Aushärtung, häufige Refill-Termine und im Alltag der Kontakt mit Wasser, Putzmitteln oder Desinfektionsmitteln. Die Folge: Die Nagelhaut wird spröde, kann einreißen, brennen oder schmerzen.

Die gute Nachricht: Sie müssen auf Gel oder Acryl nicht verzichten. Mit einer bewusst gewählten Pflegeroutine lässt sich die Nagelhaut stabil halten – auch bei dauerhaft modellierten Nägeln.


Sanfte Routine: So pflegen Sie Ihre Nagelhaut im Alltag

Eine aufwendige Ritualpflege ist nicht nötig. Entscheidend ist, dass Sie regelmäßig und behutsam vorgehen.

1. Tägliche Feuchtigkeitspflege einbauen
Nutzen Sie ein Nagelöl oder eine reichhaltige Handcreme und arbeiten Sie sie gezielt in die Nagelhaut und den Nagelrand ein. Kurz einmassieren, bis nichts mehr fettig glänzt. Abends vor dem Schlafengehen ist ein guter Zeitpunkt, zusätzlich gern nach jedem Händewaschen.

2. Nagelhaut nur vorsichtig zurückschieben
Wenn Sie die Nagelhaut in Form bringen, verwenden Sie ein weiches Holzstäbchen oder ein gut abgerundetes Kunststofftool. Schieben Sie nur den feinen, losen Hautsaum zurück, der sich ohne Widerstand lösen lässt. Kein Druck, kein Schaben, kein „Freikratzten“ der Nagelplatte.

3. Nach jedem Nagelstudio-Besuch extra pflegen
Direkt nach Auffüllen oder Neuaufbau reagiert die Nagelhaut häufig empfindlicher. In den darauffolgenden Tagen besonders konsequent ölen und cremen, um der durch Feilen und Entfetten entstandenen Trockenheit entgegenzuwirken.

4. Hände vor Wasser und Reinigungsmitteln schützen
Bei Hausarbeit, Putzen oder längerem Abwaschen sind Haushaltshandschuhe keine Nebensache. Sie verhindern, dass Wasser, Spülmittel und Reiniger Nägel und Nagelhaut zusätzlich austrocknen.


Typische Stolperfallen – und wie Sie Ihre Nagelhaut davor bewahren

Rund um Kunstnägel schleichen sich schnell Gewohnheiten ein, die die Nagelhaut mehr stressen als pflegen.

  • Nagelhaut abschneiden
    Das radikale Wegschneiden kann kleine Verletzungen verursachen, die leicht aufreißen oder sich entzünden. Besser: Nur hartnäckige, trockene Hautzipfel, die wirklich abstehen, sehr vorsichtig mit einer feinen Hautschere entfernen – und danach direkt pflegen.

  • Zu aggressive Werkzeuge verwenden
    Metallische Schieber, spitze oder scharfe Tools verletzen die dünne Haut schnell. Ideal sind weiche, abgerundete Hilfsmittel, die eher führen als kratzen.

  • An der Nagelhaut knibbeln oder reißen
    Sobald eine Stelle trocken oder rau wirkt, wandert die Hand fast automatisch hin. Das Abreißen von Hautstückchen führt jedoch schnell zu schmerzhaften Rissen. Reagieren Sie früh: Öl oder Creme statt daran herumzupulen.

  • Zu häufige oder unsachgemäße Modellage
    Sehr kurze Abstände zwischen Refill-Terminen, zu starkes Befeilen der Nagelplatte oder unsaubere Technik reizen den Nagelrand zusätzlich. Achten Sie auf angemessene Intervalle und auf ein Studio, das sorgfältig und hygienisch arbeitet.


Kleine Gewohnheiten, großer Effekt: Praxistipps für eine entspannte Nagelhaut

  • Stellen Sie Nagelöl oder Handcreme dahin, wo Sie sie sehen: ans Bett, neben den Computer oder an den Waschbeckenrand. Sichtbarkeit sorgt dafür, dass die Pflege tatsächlich stattfindet.
  • Wenn die Nagelhaut deutlich gereizt, gerötet oder schmerzhaft ist, legen Sie eine Gel- oder Acrylpause ein. Auch ein paar Wochen ohne Modellage können viel zur Regeneration beitragen.
  • Nutzen Sie lauwarmes Wasser und milde, rückfettende Seifen, damit die Haut nicht unnötig entfettet wird.
  • Bei anhaltender Rötung, pochendem Schmerz, Eiter oder Schwellung ist Selbstbehandlung keine gute Idee. Holen Sie ärztlichen Rat ein, bevor Sie weiter feilen, schieben oder cremen.

Kurz zusammengefasst

Die Nagelhaut ist ein aktiver Schutzrand – und bei Gel- und Acrylnägeln stärker gefordert als sonst. Wenn Sie sie sanft zurückschieben statt aggressiv zu bearbeiten, täglich Feuchtigkeit zuführen, Hände vor Wasser und Reinigern schützen und auf Schneiden und Knibbeln verzichten, sinkt das Risiko für Rötungen, Risse und Schmerzen deutlich. Oft sind es gerade die kleinen, konsequenten Pflegerituale, die dafür sorgen, dass Kunstnägel gut aussehen, ohne dass die Haut darum herum „den Preis zahlt“.


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