Glatter Lack ohne Bläschen: So gelingt der Nagel-Look wie im Studio
Luftblasen im Nagellack können eine ansonsten sorgfältige Maniküre regelrecht entwerten. Statt eines ruhigen, glänzenden Finishs sieht man kleine Erhebungen – und der Look kippt schnell von „Studio“ zu „selbst gemacht“. Die gute Nachricht: Bläschen sind selten reiner Zufall. Meist lassen sie sich auf bestimmte Gewohnheiten beim Lackieren zurückführen – und genau die kann man ändern.
Im Folgenden geht es darum, warum Bläschen entstehen, wie Sie sie Schritt für Schritt vermeiden und welche typischen Fehler Sie sich künftig einfach sparen können.
Warum überhaupt Luftblasen im Nagellack entstehen
Luftblasen haben in der Regel mehrere Auslöser, die sich oft gegenseitig verstärken:
Zu viel Bewegung in der Flasche:
Wird der Lack kräftig geschüttelt, arbeitet man Luft direkt in die Flüssigkeit ein. Diese Luft steigt beim Auftragen nicht vollständig auf, sondern zeigt sich später als Bläschen auf dem Nagel.
Zu dicke Schichten:
Wird viel Lack auf einmal aufgetragen, können weder Luft noch Lösungsmittel gut entweichen. Die obere Schicht wirkt schon trocken, während darunter noch Bewegung ist – ein idealer Nährboden für Blasen.
Unpassende Temperatur:
Sehr warme oder sehr kalte Umgebungsluft verändert die Trocknungszeit. Der Lack trocknet dann ungleichmäßig und kann „kochen“, also Bläschen bilden.
Fettige oder feuchte Nägel:
Creme-, Öl- oder Wasserrückstände verhindern, dass der Lack gleichmäßig haftet. Die Folge sind kleine Krater, Hebungen und Bläschen, weil der Lack sich stellenweise zusammenzieht.
Alter oder zäh gewordener Lack:
Dickflüssige, angebrochene Lacke trocknen langsamer und lassen sich schlechter gleichmäßig verteilen. Auch hier steigt die Bläschengefahr deutlich.
Wenn man diese Ursachen kennt, lässt sich die eigene Routine gezielt anpassen – und das Ergebnis wird merklich ruhiger und glatter.
Schritt für Schritt zu streifenfrei lackierten Nägeln
Für ein gleichmäßiges Ergebnis hilft eine klare, einfach zu wiederholende Reihenfolge:
Nägel reinigen und entfetten
Hände mit Seife waschen, Nägel sorgfältig abtrocknen. Anschließend mit (mildem) Nagellackentferner oder Cleaner über die Nägel gehen, um unsichtbare Rückstände zu lösen. Direkt vor dem Lackieren keine Handcreme verwenden.
Nägel vorbereiten
Die Nageloberfläche sanft glätten, etwa mit einem feinen Buffer. Danach den Schleifstaub gründlich entfernen. Je glatter der Nagel, desto weniger Luftkammern können unter dem Lack entstehen.
Lack richtig vorbereiten
Die Flasche nicht schütteln. Stattdessen einige Sekunden zwischen den Händen rollen oder leicht kippen. So vermischt sich der Lack, ohne dass Luft intensiv eingearbeitet wird.
Dünne Schichten auftragen
Den Pinsel am Flaschenhals gut abstreifen. Lieber zwei bis drei dünne Lagen aufbauen als eine dicke. Jede Schicht sollte kurz anziehen, bevor die nächste folgt.
Ruhige Pinselbewegungen
Den Lack in wenigen, langen Strichen auftragen: Mitte, dann Seiten. Möglichst nicht „herumrühren“ oder mehrfach über dieselbe Stelle fahren, solange der Lack noch anfängt, anzutrocknen – dabei zieht man Luft mit hinein.
Trocknen lassen – ohne zusätzliche Hektik
Nägel an der Luft trocknen lassen, ohne darauf zu pusten oder sie vor Heizungen, Föhn oder direkte Sonneneinstrahlung zu halten. Zu schnelle, ungleichmäßige Trocknung begünstigt Bläschen.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
Einige Routinen sind so verbreitet wie unglücklich:
Flasche vorab kräftig schütteln
Klingt logisch, ist aber kontraproduktiv. Die vielen kleinen Luftbläschen sieht man später auf dem Nagel. Besser: ruhig rollen.
Lackieren direkt nach dem Duschen oder Händewaschen
Der Nagel nimmt Wasser auf, quillt leicht und zieht sich beim Trocknen wieder zusammen. In dieser Phase ist die Oberfläche instabil – Bläschen und Risse werden wahrscheinlicher. Besser: etwas Zeit vergehen lassen.
Schichten zu schnell hintereinander auftragen
Wenn die erste Lage noch weich ist, während die zweite schon antrocknet, entsteht Spannung im Lackfilm. Das Ergebnis kann unruhig, wellig oder blasig wirken.
Lackieren in sehr warmer Umgebung oder in der Sonne
Der Lack härtet außen schnell an, während sich darunter noch Lösungsmittel bewegen. Diese Bewegung sucht sich ihren Weg nach oben – in Form von Bläschen.
Erprobte Tipps für ein ruhig glänzendes Finish
Mit ein paar zusätzlichen Maßnahmen lässt sich das Ergebnis weiter verbessern:
Lack bei Zimmertemperatur lagern
Weder auf der Heizung noch dauerhaft im sehr feuchten Badezimmer. Temperaturschwankungen verändern die Konsistenz.
Zwischendurch kurze Pausen einplanen
Vor allem, wenn Sie mehrere Farbschichten und einen Topcoat verwenden. Jede Schicht sollte kurz „ankommen“, bevor die nächste folgt.
Nicht direkt in Zugluft lackieren
Ventilatoren, offene Fenster oder starker Durchzug trocknen die Oberfläche zu schnell an und machen das Trocknen ungleichmäßig.
Lack rechtzeitig aussortieren
Wenn er Fäden zieht, sich kaum noch glatt ausstreichen lässt oder schon in der Flasche dicke Ränder bildet, wird ein sauberes Finish zur Geduldsprobe. In solchen Fällen lohnt sich ein Ersatz.
Kurz zusammengefasst
Luftblasen im Nagellack entstehen selten „einfach so“. Häufig stecken zu starkes Schütteln, zu dicke Schichten, unpassende Temperaturen oder unzureichend vorbereitete Nägel dahinter. Wenn Sie den Lack nur rollen, in dünnen Schichten arbeiten, die Nägel gründlich entfetten und in einer eher ruhigen, nicht zu warmen Umgebung lackieren, steigt die Wahrscheinlichkeit für ein glattes, professionell wirkendes Ergebnis deutlich.