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Wie sollte mit offenen Wunden oder frischen Verletzungen an Händen und Nägeln im Studio verfahren werden?

Hygiene im Nagelstudio: Wie mit offenen Wunden wirklich umgegangen werden sollte

Offene Wunden oder frische Verletzungen an Händen und Nägeln sind im Nagelstudio ein heikles Thema – für Kundin und Studio gleichermaßen. Es geht nicht nur um schöne Nägel, sondern vor allem um Hygiene, Infektionsschutz und professionelles Arbeiten. In diesem Artikel lesen Sie, wie ein seriöses Studio mit kleinen Verletzungen umgehen sollte, wann eine Behandlung besser unterbrochen wird und was Sie selbst zur Vorbeugung beitragen können.


Warum offene Stellen an Händen und Nägeln ein echtes Risiko sind

Die Haut ist Ihre wichtigste Schutzschicht gegen Keime. Wird diese Barriere durch eine Wunde, eingerissene Nagelhaut oder eine frische Verletzung unterbrochen, haben Bakterien, Viren und Pilze ein leichtes Spiel.

Im Nagelstudio kommen verschiedene Werkzeuge, Feilen, Staubpartikel sowie Flüssigkeiten und Produkte mit Ihrer Haut in Kontakt. Auch in einem Studio mit sehr guter Hygiene bleibt immer ein gewisses Restrisiko.

Hinzu kommt: Durch die mechanische Belastung beim Feilen oder bestimmte Inhaltsstoffe in Produkten kann eine frische Verletzung zusätzlich gereizt werden. Das kann brennen, sich entzünden oder die Heilung unnötig in die Länge ziehen.

Darum gilt eine einfache Grundregel: Offene oder blutende Wunden gehören nicht in den direkten Arbeitsbereich im Studio – und sollten nie nebenbei „mitgemacht“ werden.


Schritt für Schritt: So sollte ein professionelles Studio vorgehen

Wenn Sie mit einer Verletzung an der Hand ins Studio kommen, ist ein klares, hygienisches Vorgehen wichtig:

  1. Sichtkontrolle
    Zu Beginn sollten Hände und Nägel sorgfältig angeschaut werden. Kleinere Risse, eingerissene Nagelhaut oder druckempfindliche Stellen gehören angesprochen, nicht übergangen.

  2. Behandlung an der betroffenen Stelle stoppen
    An Bereichen mit offenen, blutenden oder sehr frischen Wunden darf nicht weitergearbeitet werden. Kein Feilen, kein Drücken, kein Produktauftrag direkt auf die verletzte Stelle.

  3. Reinigung und Schutz
    Die Umgebung der Wunde kann vorsichtig gereinigt und – je nach Ausprägung – mit Pflaster oder Wundschutz abgedeckt werden. Offene Blutungen müssen vollständig gestillt sein, bevor wieder irgendetwas in der Nähe gemacht wird.

  4. Behandlung anpassen
    Wenn möglich, werden nur die unverletzten Finger weiterbehandelt. Sind mehrere Finger betroffen oder ist die Verletzung großflächig, ist es meist sinnvoll, den Termin zu verschieben, statt „irgendwie“ weiterzumachen.

  5. Klare Empfehlung zur weiteren Versorgung
    Bei stark geröteten, geschwollenen, nässenden oder sehr schmerzhaften Stellen sollte die Fachkraft deutlich darauf hinweisen, die Wunde außerhalb des Studios versorgen zu lassen – idealerweise medizinisch.


Typische Stolperfallen – und wie sie sich vermeiden lassen

Im Studioalltag gibt es immer wieder Situationen, die harmlos wirken, aber unnötige Risiken bergen:

  • „Ist doch nur ein kleiner Schnitt“
    Auch kleinste Wunden können Eintrittspforten für Keime sein. Sie sollten nicht ignoriert, sondern konsequent geschützt werden.

  • Feilen über verletzte Nagelhaut
    Das vergrößert die Wunde, verschleppt Keime in andere Bereiche und verursacht oft vermeidbare Schmerzen.

  • Produkte auf offene Stellen auftragen
    Gele, Flüssigkeiten oder Staub in der Wunde können stark brennen und Reizungen verstärken – bis hin zur Entzündung.

  • Weiterarbeiten bei Blutkontakt
    Sobald Blut sichtbar wird, muss die Arbeit an dieser Stelle sofort unterbrochen, die Wunde versorgt und das benutzte Werkzeug gründlich gereinigt bzw. ausgetauscht werden.


Praktische Tipps für gesunde Hände im Studioalltag

Mit ein paar Gewohnheiten können Sie selbst viel dazu beitragen, dass Ihre Besuche im Nagelstudio sicher und entspannt bleiben:

  • Vor dem Termin Hände und Nägel prüfen
    Schauen Sie kurz auf Fingerkuppen, Nagelhaut und die Bereiche um den Nagel herum. Bei frischen Wunden oder Entzündungen ist es oft klüger, den Termin zu verschieben.

  • Nicht an der Nagelhaut reißen oder zupfen
    Das führt schnell zu schmerzhaften Rissen. Besser: Nagelhaut nur sanft zurückschieben und regelmäßig mit Pflegeöl oder -creme versorgen.

  • Schmerzen sofort ansprechen
    Wenn während der Behandlung etwas brennt, zieht oder plötzlich stark weh tut, sagen Sie unmittelbar Bescheid. Je früher reagiert wird, desto kleiner bleibt die Verletzung.

  • Auf sichtbare Hygiene im Studio achten
    Frische Unterlagen, saubere Arbeitsflächen und desinfizierte Werkzeuge sind keine Kür, sondern Pflicht – und ein gutes Kriterium, um die Professionalität eines Studios einzuschätzen.


Kurz zusammengefasst

Offene Wunden und frische Verletzungen an Händen oder Nägeln brauchen im Nagelstudio besondere Sorgfalt. An verletzten Bereichen wird nicht weitergearbeitet, sondern gereinigt, geschützt und – falls nötig – der Termin angepasst oder abgebrochen. So sinkt das Risiko für Infektionen deutlich, und die natürliche Heilung der Haut wird nicht gestört. Wer auf Hygiene, sorgfältige Arbeitsweise und offene Kommunikation mit dem Studio achtet, kann Nagelpflege in der Regel sicher genießen.


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