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Wie oft sollten Türgriffe, Lichtschalter und andere häufig berührte Flächen im Nagelstudio gereinigt werden?

Hygienestandard im Nagelstudio: Wie oft sollten häufig berührte Flächen gereinigt werden?

Ein professionelles Nagelstudio lebt nicht nur von perfekten Ergebnissen, sondern auch von sichtbar gepflegten Räumen und verlässlich gelebter Hygiene. Gerade Türgriffe, Lichtschalter und andere häufig berührte Flächen sind dabei wichtiger, als viele vermuten. Sie können Keime übertragen und gehören deshalb fest in jedes Hygienekonzept. Im Folgenden geht es darum, wie oft solche Flächen gereinigt werden sollten, worauf es dabei ankommt und wie sich ein hygienischer Alltag im Studio ohne großen Aufwand organisieren lässt.


Warum Kontaktflächen im Nagelstudio so sensibel sind

In einem Nagelstudio treffen täglich viele Menschen aufeinander, meist in relativ engem Raum. Kundinnen und Kunden berühren Türgriffe, Empfangstheken, Kartenterminals, Stühle und Armlehnen – oft direkt vor oder nach einer Behandlung.

Über die Hände können Keime, Bakterien und Viren sehr leicht von einer Person zur nächsten wandern. Flächen, die von vielen nacheinander angefasst werden, funktionieren daher wie kleine „Verteilzentren“ für Erreger.

Im Unterschied zu Instrumenten werden Kontaktflächen nicht sterilisiert, sondern regelmäßig gereinigt und – je nach Bereich und Bedarf – zusätzlich desinfiziert. Eine konsequente Routine senkt das Risiko spürbar und sorgt zugleich für einen gepflegten, professionellen Gesamteindruck.


Wie oft ist sinnvoll? Orientierung für den Studio-Alltag

Eine starre Pflichtvorgabe gibt es nicht. Aus Hygienerichtlinien und Empfehlungen aus Dienstleistungs- und Gesundheitsbereichen haben sich aber praxistaugliche Standards ergeben, an denen Sie sich gut orientieren können:

  • Türgriffe im Eingangsbereich und zur Toilette:
    Mehrmals täglich reinigen, zum Beispiel alle 2–4 Stunden – abhängig vom Besucheraufkommen – und zusätzlich nach sichtbarer Verschmutzung.

  • Lichtschalter und Handläufe:
    Mindestens einmal täglich reinigen, bei hoher Frequenz eher zwei- bis dreimal am Tag.

  • Empfangstheke, Kartenterminal, Kugelschreiber:
    Mehrfach täglich abwischen, besonders nach Stoßzeiten und wenn offensichtlich viele Personen sie genutzt haben.

  • Armlehnen, Tischflächen, Lampenknöpfe am Arbeitsplatz:
    Nach jedem Kundenkontakt reinigen, da hier direkter Hautkontakt stattfindet.

  • Toiletten- und Waschbereich:
    Türklinken, Wasserhähne, Spender und Tasten mehrmals täglich sowie nach Bedarf reinigen und gegebenenfalls desinfizieren.

Grundsatz: Sobald eine sichtbare Verschmutzung vorhanden ist – etwa Staub, Creme, Make-up oder Getränkeflecken –, sollte sofort gereinigt werden, unabhängig vom vorgesehenen Zeitintervall.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Selbst in gut organisierten Studios schleichen sich Gewohnheiten ein, die die Hygiene unbemerkt schwächen können:

  • Nur einmal am Tag „groß“ putzen:
    Eine gründliche Endreinigung ist wichtig, reicht für stark berührte Flächen aber nicht aus. Sie brauchen regelmäßige Zwischenschritte über den Tag verteilt.

  • Desinfizieren ohne vorher zu reinigen:
    Auf verschmutzten Flächen können Desinfektionsmittel ihre Wirkung nicht voll entfalten. Schmutz und Staub gehören zuerst entfernt, danach kann bei Bedarf desinfiziert werden.

  • Unklare Zuständigkeiten im Team:
    Sind Aufgaben nicht eindeutig verteilt, bleibt die Reinigung oft liegen. Klare Zuständigkeiten verhindern dieses „niemand fühlt sich zuständig“-Problem.

  • Feuchte Tücher zu lange verwenden:
    Mehrfach genutzte Wischtücher können selbst zur Keimquelle werden. Besser sind Einmalprodukte oder frisch gewaschene Tücher, die regelmäßig gewechselt werden.


Praktische Hygieneroutine, die sich wirklich umsetzen lässt

Hygiene muss im Alltag handhabbar bleiben. Klare, einfache Abläufe helfen, ohne dass ständig zusätzlicher Stress entsteht:

  • Reinigungsplan gut sichtbar aushängen:
    Legen Sie fest, welche Flächen zu welchen Zeiten gereinigt werden (z. B. morgens, nach jeder Kundin, nach Stoßzeiten, abends) und machen Sie den Plan für alle zugänglich.

  • Feste „Hygiene-Momente“ etablieren:
    Zum Beispiel:
    – Kurzreinigung des Empfangsbereichs nach jeder Terminwelle
    – Reinigung der Arbeitsfläche nach jedem Kunden
    – Türgriffe vor der Mittagspause und vor Studioschluss

  • Reinigungsmaterial dort platzieren, wo es gebraucht wird:
    Tücher und geeignete Reinigungsmittel sollten direkt an Tür, Empfangstheke und Arbeitsplätzen stehen. Je weniger Wege, desto wahrscheinlicher wird die Routine eingehalten.

  • Mitarbeitende gezielt einweisen:
    Je konkreter Abläufe beschrieben sind, desto zuverlässiger werden sie umgesetzt. Kurze, schriftliche Anleitungen an den jeweiligen Stationen können unterstützen.

  • Dokumentation nutzen:
    Eine einfache Checkliste, auf der markiert wird, wann welche Flächen gereinigt wurden, schafft Transparenz, Verbindlichkeit und schnell eine neue Gewohnheit.


Kurz zusammengefasst

Häufig berührte Flächen im Nagelstudio sollten nicht „nach Gefühl“, sondern nach einem klaren System gereinigt werden. Türgriffe, Empfangsbereich und Toiletten brauchen mehrfache Reinigungsintervalle über den Tag, Arbeitsflächen und Armlehnen werden idealerweise nach jedem Kundenkontakt gesäubert. Entscheidend ist die Kombination aus planmäßiger Reinigung, schneller Reaktion bei sichtbarer Verschmutzung und gut organisierten Abläufen im Team. So schützen Sie Gesundheit und Wohlbefinden Ihrer Kundschaft – und stärken zugleich das professionelle, vertrauenswürdige Erscheinungsbild Ihres Studios.


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