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Wie oft sollte ich meine Nägel eine Pause von Lack oder Gel gönnen?

Wie viel Pause Ihre Nägel wirklich von Lack und Gel brauchen

Viele tragen inzwischen fast dauerhaft Nagellack, Gel oder andere Modellagen – Hände sind schließlich ein Blickfang und oft das, was anderen zuerst auffällt. Irgendwann taucht dann fast zwangsläufig die Frage auf: Müssen meine Nägel davon eigentlich mal „durchatmen“? Und wenn ja: wie oft und wie lange?
In diesem Artikel geht es darum, was Lack und Gel tatsächlich mit dem Naturnagel machen, wann eine Pause sinnvoll ist und wie Sie Ihre Nägel in dieser Zeit gezielt stärken können.


Was Dauer-Maniküre mit Ihren Nägeln macht

Der Naturnagel besteht aus vielen übereinanderliegenden, verhornten Zellen, die zusammen eine feste Platte bilden. Er „atmet“ nicht, sondern wird über das Nagelbett mit Nährstoffen versorgt. Der Mythos vom „erstickenden“ Nagel durch Lack oder Gel hält sich hartnäckig – stimmt so aber nicht. Trotzdem bleibt eine permanente Beschichtung nicht folgenlos.

Regelmäßiges Lackieren ist in der Regel gut verträglich, sofern Sie schonend ablackieren. Belastend wird es vor allem durch:

  • häufiges, intensives Feilen und Polieren
  • aggressives Entfernen von Gel, Shellac oder anderen Modellagen
  • dauerhaftes Tragen ohne Erholungsphasen

Die Folge: Nägel können dünner und trockener wirken, schneller splittern, raue Stellen oder Rillen entwickeln. Eine bewusste Pause gibt der Nagelplatte Zeit, sich zu stabilisieren und die Oberfläche wieder glatter werden zu lassen.


Wie oft eine Nagel-Pause sinnvoll ist

Wie viel Auszeit Ihre Nägel brauchen, hängt vor allem davon ab, womit Sie sie beanspruchen.

1. Klassischer Nagellack

  • Tragen Sie regelmäßig Lack (inklusive Base- und Topcoat), ist eine Pause von etwa 7–14 Tagen alle 4–8 Wochen sinnvoll.
  • Das gilt besonders, wenn Sie häufig acetonhaltigen Entferner nutzen oder Ihre Nägel von Natur aus eher trocken sind.

2. Gel, Shellac oder ähnliche Systeme

  • Bei durchgehender Modellage ist nach jeweils 2–3 Anwendungen eine Pause von 2–4 Wochen empfehlenswert – immer abhängig davon, wie Ihre Nägel aussehen und sich anfühlen.
  • Haben Sie bereits Risse, Druckempfindlichkeit oder das Gefühl, dass der Nagel „papierdünn“ ist, kann eine längere Pause sinnvoll sein, bis sich die Nägel wieder fester anfühlen.

3. Sichtbare Schäden als Warnsignal
Spätestens bei diesen Zeichen sollten Sie unbedingt eine längere Auszeit einplanen:

  • starkes Splittern
  • weiche, „gummiartige“ Nägel
  • deutliche Rillen und brüchige Kanten

Dann geht es nicht mehr nur um Kosmetik, sondern darum, den Nagel nicht weiter zu schwächen.


Typische Fehler, die Nägel zusätzlich belasten

Viele Gewohnheiten schaden den Nägeln mehr als der Lack selbst – auch während einer Pause:

  • Lack oder Gel abknibbeln
    Dabei reißen Sie regelmäßig die obersten Nagelschichten mit ab. Das macht Nägel dünn und rau.
  • Zu aggressives Feilen
    Grobe Feilen und wildes Hin-und-her-Feilen rauen die Nagelkante auf und begünstigen Splittern.
  • Starke, entfettende Entferner im Dauereinsatz
    Sie trocknen Nagel und Nagelhaut aus, die Platte wirkt dann matt und brüchig.
  • Nägel als „Werkzeug“ benutzen
    Dosen aufhebeln, Etiketten ablösen, Verpackungen aufreißen – all das zerrt an der empfindlichen Nagelspitze.

Solche Belastungen können jede Erholungsphase zunichtemachen, selbst wenn Sie aktuell keinen Lack tragen.


So unterstützen Sie Ihre Nägel in der Lack-Pause

Eine Pause bedeutet nicht, die Hände einfach „laufen zu lassen“. Mit ein paar gezielten Schritten können Sie die Regeneration aktiv unterstützen.

  • Nagelhaut regelmäßig einölen
    Pflegen Sie Nagelhaut und Nagelwall täglich mit einem leichten Öl oder einer reichhaltigen Creme. Das fördert ein glatteres, gleichmäßigeres Nachwachsen.
  • Schonend feilen statt schneiden
    Nutzen Sie eine feine Feile und arbeiten Sie möglichst in eine Richtung. So minimieren Sie Mikrorisse und beugen abplatzenden Kanten vor.
  • Lieber kürzer als zu lang
    Kürzere Nägel brechen seltener und können sich in Ruhe „stabilisieren“, statt ständig irgendwo hängen zu bleiben.
  • Handschuhe bei Hausarbeit
    Wasser, Spülmittel und Reiniger entfetten und trocknen den Nagel aus. Handschuhe sind ein einfacher, aber äußerst effektiver Schutz.
  • Ernährung im Blick behalten
    Ausreichend Eiweiß, Vitamine (vor allem Biotin und B-Vitamine) und Mineralstoffe unterstützen das Nagelwachstum von innen – das merkt man nicht über Nacht, aber auf Dauer.

Je konsequenter Sie diese Punkte umsetzen, desto mehr holen Sie aus jeder Lack-Pause heraus.


Kurz zusammengefasst

Nägel müssen nicht „atmen“, brauchen aber Erholung von Feilen, Entfernen und permanenter Beschichtung.
Bei normalem Nagellack reicht meist alle paar Wochen eine Pause von etwa ein bis zwei Wochen. Bei Gel, Shellac und ähnlichen Systemen sind nach mehreren Anwendungen längere Unterbrechungen von zwei bis vier Wochen sinnvoll – vor allem, wenn die Nägel bereits dünn, weich oder brüchig wirken. In dieser Zeit sind milde Pflege, Schutz und umsichtiges Feilen wichtiger als radikales „gar nichts tun“.


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