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Welche Schritte gehören zu einer schonenden Nagelreinigung vor der Pflege?

Sanft und gründlich: So gelingt eine schonende Nagelreinigung vor der Pflege

Gepflegte Hände lassen uns sofort ordentlicher, oft auch professioneller wirken. Bevor allerdings Öl, Creme oder Lack zum Einsatz kommen, braucht es eine Reinigung, die gründlich ist – aber die Nägel nicht strapaziert. Viele greifen hier zu scharfen Mitteln oder groben Werkzeugen und wundern sich später über brüchige Nägel oder gereizte Nagelhaut.

Im Folgenden geht es darum, welche Schritte wirklich sinnvoll sind, in welcher Reihenfolge sie am meisten bringen und worauf Sie besser verzichten – ohne Perfektionsdruck, aber mit einem klaren Blick auf das Wesentliche.


Warum eine milde Nagelreinigung die Basis jeder Maniküre ist

Bevor Sie an Pflege oder Farbe denken, sollten Schmutz, alte Lackreste und lose Hautpartikel weg – möglichst schonend.

Eine sorgfältige, milde Reinigung hat gleich mehrere Effekte:

  • Pflegestoffe aus Creme und Öl dringen besser ein.
  • Die Nageloberfläche wirkt glatter und Lack hält gleichmäßiger.
  • Verfärbungen und Ablagerungen unter dem Nagelrand lassen sich reduzieren.
  • Die zarte Nagelhaut wird weniger gereizt und bleibt intakt.

Entscheidend ist das Maß. Übertriebene „Perfektion“ schadet: zu starkes Feilen, hartes Auskratzen unter dem Nagel oder scharfe Reinigungsmittel trocknen die Nägel aus, machen sie spröde oder verletzen die Nagelplatte – und genau das zeigt sich meist erst nach einiger Zeit.


Schritt für Schritt: Die ideale Reihenfolge bei der Nagelreinigung

1. Hände waschen und einweichen

Starten Sie mit lauwarmem Wasser und einer milden Seife.

Sind die Nägel stärker verschmutzt, legen Sie die Fingerspitzen 3–5 Minuten in eine Schale mit lauwarmem Wasser, gern mit einem Spritzer Seife. Dadurch werden Nagelhaut und Schmutz weicher und lassen sich später leichter entfernen, ohne kratzen zu müssen.

2. Nagellack schonend entfernen

Alten Lack lösen Sie am besten mit einem Watte- oder Zellulose-Pad und einem geeigneten Entferner.

Statt kräftig zu reiben, tränken Sie das Pad, legen es kurz auf den Nagel, drücken leicht an und ziehen es dann ab. So löst sich der Lack besser, und Sie müssen weniger mechanisch arbeiten – die Nageloberfläche dankt es.

3. Nägel in Form bringen

Kürzen Sie die Nägel nach Bedarf mit einer Feile. Feilen Sie möglichst in eine Richtung und mit leichtem Druck, um Splittern zu vermeiden.

Ein grobes Kürzen mit der Schere ist möglich, sollte aber wirklich vorsichtig erfolgen. Schneiden Sie nicht zu nah am Rand und vermeiden Sie harte Kanten, die später einreißen können.

4. Nagelränder vorsichtig reinigen

Für die Unterseite der Nägel reicht ein weiches Nagelbürstchen völlig aus.

Wesentlich ist, auf harte Metallinstrumente oder spitze Gegenstände zu verzichten. Sie können die Nagelplatte anheben, das Nagelbett verletzen und im schlimmsten Fall Entzündungen begünstigen – bloß, um den letzten winzigen Schatten unter dem Nagelrand loszuwerden, lohnt sich das nicht.

5. Nagelhaut nur zurückschieben, nicht schneiden

Nach dem Einweichen lässt sich die Nagelhaut gut mit einem weichen, abgerundeten Stäbchen (z. B. Rosenholz) sanft zurückschieben.

Das Abschneiden der Nagelhaut wird in den meisten Fällen nicht empfohlen. Kleine Schnitte sind schnell gesetzt und dienen Keimen als Eintrittspforte. Optisch wirkt das kurzfristig vielleicht „sauber“, langfristig aber oft problematisch.


Was Nägel unnötig stresst – typische Fehler bei der Reinigung

Einige gut gemeinte Routinen strapazieren die Nägel mehr, als sie nützen:

  • Zu heißes Wasser: Entzieht Haut und Nägeln Feuchtigkeit und macht sie auf Dauer trockener.
  • Hartes „Herumstochern“ unter dem Nagel: Kann die Nagelplatte anheben und das Nagelbett schmerzhaft verletzen.
  • Aggressives Rubbeln mit Handtuch oder Bürste: Rauht die Oberfläche auf und begünstigt Splittern.
  • Nagelhaut abschneiden: Erhöht die Gefahr von Mikroverletzungen, Reizungen und Entzündungen.
  • Zu häufige, intensive Nagelreinigung: Schwächt auf Dauer die natürliche Schutzbarriere – vor allem bei ohnehin trockenen Nägeln.

Sanfte Routine, starker Effekt: Kleine Tipps mit großer Wirkung

  • Kurz einweichen statt „baden“: Ein paar Minuten genügen, um Nagelhaut und Schmutz zu lösen, ohne alles aufzuweichen.
  • Lauwarmes Wasser wählen: Zu hohe Temperaturen sind unnötiger Stress für Haut und Nägel.
  • Feilen statt grob schneiden: So entstehen glattere Kanten, und die Nägel brechen weniger leicht.
  • Regelmäßig, aber maßvoll: Eine gründliche Nagelreinigung alle paar Tage reicht meist völlig, häufiger nur bei Bedarf.
  • Nach der Reinigung immer pflegen: Eine gute Handcreme plus Nagelöl oder entsprechende Pflege hilft, Feuchtigkeit zu halten und die Nagelplatte geschmeidig zu halten.

Kurz zusammengefasst

Eine schonende Nagelreinigung besteht aus wenigen, klaren Schritten: Hände waschen und kurz einweichen, alten Lack sanft entfernen, Nägel vorsichtig in Form feilen, Nagelränder mit einer weichen Bürste reinigen und die Nagelhaut nur zurückschieben, nicht schneiden.

Aggressive Methoden wie starkes Schaben, heißes Wasser oder das Entfernen der Nagelhaut mit der Schere bringen selten Vorteile, aber oft Probleme. Wer hier zurückhaltend vorgeht, schafft eine stabile Grundlage, auf der jede weitere Pflege – vom Öl bis zum Farblack – besser wirken kann.


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