Perfekt matt und makellos: Wie Baking wirklich funktioniert
Ein Hype mit Substanz: Was hinter der Baking-Technik steckt
„Baking“ klingt nach Backofen, meint aber längst eine der auffälligeren Fixiertechniken im Make-up. Die Methode soll den Teint glätten, Concealer länger haltbar machen und ein mattes, fast weichgezeichnetes Finish erzeugen. Vor allem bei aufwendigen Looks, Fotoshootings oder sehr langen Tagen greifen viele zu diesem Trick. Die Frage ist nur: Was genau passiert dabei – und für wen lohnt sich der Aufwand wirklich?
In diesem Artikel lesen Sie, wie Baking funktioniert, welche Produkte Sie brauchen, wer von der Technik profitiert und in welchen Situationen Sie besser darauf verzichten.
Was beim Baking mit Ihrer Haut und Ihrem Make-up passiert
Beim Baking werden Concealer und Co. – meist unter den Augen und an bestimmten Gesichtspartien – mit einer großzügigen Menge losen, transparenten Puders „gebacken“.
Der Ablauf folgt im Kern immer demselben Muster:
- Zuerst wird der Teint mit Foundation und Concealer ausgeglichen.
- Auf die noch leicht feuchten, cremigen Bereiche kommt anschließend eine sichtbare Schicht loser Puder.
- Diese Puderschicht bleibt einige Minuten auf der Haut liegen, statt sofort verblendet zu werden.
Durch die Wärme der Haut verschmilzt der Puder mit der cremigen Basis. Daraus ergibt sich:
- Die geschminkten Partien werden sehr stark fixiert.
- Glanz wird deutlich reduziert, das Finish wirkt matt und „gesetzt“.
- Kleine Unebenheiten und feine Linien können optisch etwas geglättet erscheinen.
Ihren Ursprung hat die Technik im Bühnen- und Drag-Make-up – also dort, wo Make-up extreme Bedingungen überstehen muss: starke Scheinwerfer, Hitze, Schweiß und viele Stunden Tragezeit.
Schritt für Schritt: So wenden Sie die Baking-Technik zu Hause an
Auch im Alltag lässt sich Baking ausprobieren – idealerweise zunächst in einer abgeschwächten Version, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
1. Teint vorbereiten
Reinigen und pflegen Sie Ihre Haut wie gewohnt. Tragen Sie anschließend Foundation auf und setzen Sie Concealer an Stellen, die mehr Deckkraft brauchen, vor allem unter den Augen und in der T-Zone.
2. Concealer kurz „setzen“ lassen
Geben Sie dem Concealer einen Moment Zeit, leicht anzutrocknen. Er sollte noch cremig sein, sich aber nicht mehr komplett verschieben lassen.
3. Puder satt auftragen
Mit einem leicht angefeuchteten Make-up-Schwämmchen oder einem dichten Pinsel nehmen Sie reichlich losen, transparenten Puder auf und pressen ihn sichtbar auf die gewünschten Bereiche: unter den Augen, seitlich der Nase, unterhalb von Bronzer- oder Kontur-Linie oder entlang der Kinnlinie.
4. „Backen“ lassen
Lassen Sie das Puder 3–10 Minuten auf der Haut. In dieser Zeit verbindet sich die Puderschicht mit der cremigen Basis – das sorgt für den typischen Baking-Effekt.
5. Überschuss abnehmen
Streifen Sie den überschüssigen Puder mit einem weichen Pinsel sanft weg. Zurück bleibt eine sehr matte, gleichmäßig wirkende und stark fixierte Grundlage.
Wo Baking schnell schiefgeht – typische Stolperfallen
Baking funktioniert nicht für jede Haut und nicht für jeden Anlass. Häufige Problemquellen sind:
Zu trockene oder reife Haut
Viel Puder auf trockener Haut betont Trockenheitsfältchen und Linien. Statt weichgezeichnet wirkt der Bereich dann schnell stumpf und älter, fast wie kreidig überpudert.
Zu dicke Schichten
Wenn bereits viel Concealer aufgetragen wurde und dann eine massive Puderschicht darüber kommt, wirkt die Partie schnell cakey – also pastig, schwer und auffällig geschminkt, vor allem im Tageslicht.
Unpassender Farbton
Ist der Puder nicht wirklich transparent oder weist er einen deutlichen Farbstich auf, entstehen schnell helle Ränder, Flecken oder ein grauer, aschiger Unterton – besonders im Bereich unter den Augen.
Ungeeignete Anlässe
Für ein normales Büro-Make-up oder sehr natürliche Looks ist intensives Baking meist zu viel. Aus der Nähe sieht man den Aufwand, der Teint wirkt schnell „gemacht“ und weniger hautähnlich.
Für wen Baking sinnvoll ist – und wie Sie die Technik anpassen
Baking spielt seine Stärken vor allem in folgenden Situationen aus:
- bei fettiger oder Mischhaut, die schnell glänzt
- bei langen Tagen, Events oder Abenden, an denen das Make-up nicht ständig aufgefrischt werden soll
- bei hellem, technischem Licht, Fotos oder Videoaufnahmen
Je nach Hauttyp können Sie die Technik abwandeln:
Bei trockener oder reifer Haut
Sehr sparsam dosieren, kürzer „baken“ und eher die T-Zone als die gesamte Augenpartie betonen. Eine gut einziehende, feuchtigkeitsspendende Pflege darunter ist wichtig, damit sich der Puder nicht in Trockenheitsfältchen setzt.
Bei Mischhaut
Fokussieren Sie sich auf die Bereiche, die zum Glanz neigen: Stirnmitte, Nase, Kinn. Unter den Augen nur eine dünne Schicht verwenden oder die Einwirkzeit verkürzen, um Fältchen nicht hervorzuheben.
Bei fettiger Haut
Baking kann helfen, Glanz deutlich zu kontrollieren und die Haltbarkeit spürbar zu verlängern. Dennoch gilt: Haut vorher gut pflegen, damit sie sich nicht ausgetrocknet anfühlt – sonst produziert sie im Zweifel erst recht mehr Talg.
Kurz zusammengefasst
Baking ist eine Fixiertechnik, bei der Concealer und Foundation mit einer dicken Schicht losem Puder bedeckt und für einige Minuten auf der Haut „gebacken“ werden. Die Wärme der Haut sorgt dafür, dass sich Puder und Creme miteinander verbinden. Das Ergebnis ist ein mattes, sehr haltbares und besonders kamerafreundliches Finish.
Gut geeignet ist Baking für fettige oder Mischhaut, für lange Tragezeiten und auffällige Anlässe. Bei trockener oder reifer Haut und bei sehr natürlichen Looks ist eine abgeschwächte, punktuelle Anwendung meist die bessere Wahl.