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Worin unterscheiden sich synthetische und natürliche Make-up-Pinselhaare und was ist besser für mich geeignet?

Natürlich oder synthetisch? Wie Sie die passenden Make-up-Pinsel für sich finden

Auf den ersten Blick sehen Make-up-Pinsel oft austauschbar aus – ein Stiel, ein Borstenkopf, fertig. In der Praxis entscheidet das Material der Haare jedoch stark darüber, wie sich ein Pinsel auf der Haut anfühlt, wie er Produkte aufnimmt und wieder abgibt – und wie Ihr Make-up am Ende aussieht.

Viele stehen früher oder später vor der Frage: Naturhaar oder Synthetik – was ist besser? Für die Haut? Für das Ergebnis? Für den Alltag?
Im Folgenden geht es darum, wie sich beide Varianten unterscheiden, welche Vor- und Nachteile sie haben und woran Sie Ihre Entscheidung festmachen können.


Was hinter natürlichen und synthetischen Pinselhaaren wirklich steckt

Make-up-Pinsel mit natürlichen Haaren bestehen üblicherweise aus Tierhaaren. Synthetische Pinsel werden aus Kunstfasern gefertigt, zum Beispiel aus sehr feinen Polyester- oder Nylonfasern. Beides hat spezifische Eigenschaften – und die merkt man beim Schminken.

Natürliche Pinselhaare …

  • haben meist eine leicht strukturierte, „schuppige“ Oberfläche
  • nehmen pudrige Texturen sehr gut auf und „halten“ sie im Haar
  • geben das Produkt eher weich, diffus und verblendet wieder
  • können sich – je nach Qualität – besonders weich und „fluffig“ anfühlen

Synthetische Pinselhaare …

  • haben eine glattere, weniger poröse Oberfläche
  • saugen weniger Produkt auf und geben mehr direkt an die Haut ab
  • sind bei flüssigen und cremigen Texturen häufig präziser und effizienter
  • sind dank moderner Fasern oft erstaunlich weich, elastisch und formstabil

Eine pauschale Antwort auf „Was ist besser?“ gibt es nicht. Maßgeblich ist, welche Produkte Sie hauptsächlich verwenden, welche Texturen Sie mögen, wie Ihre Haut reagiert – und welche Rolle für Sie Themen wie Hygiene, Tierwohl und Langlebigkeit spielen.


So finden Sie Schritt für Schritt den passenden Pinseltyp

1. Schauen Sie zuerst auf Ihre Lieblingsprodukte

Überlegen Sie, womit Sie sich im Alltag tatsächlich schminken – nicht, was theoretisch in der Schublade liegt.

  • Nutzen Sie überwiegend Puder, Rouge, Bronzer, Lidschatten in Puderform?
    Viele empfinden hier Naturhaarpinsel als besonders angenehm, weil sie Puder sehr fein und gleichmäßig verteilen.
    Gut gemachte, fluffige Synthetikpinsel können heute allerdings ein sehr ähnliches, weiches Ergebnis liefern – ohne Tierhaare, oft mit etwas weniger Produktverbrauch.

  • Arbeiten Sie vor allem mit flüssiger Foundation, Concealer, Creme-Rouge oder -Highlighter?
    Dann sind synthetische Pinsel meist im Vorteil: Sie saugen die Produkte nicht so stark auf, lassen sich besser auswaschen und sorgen oft für ein gleichmäßigeres, streifenfreies Finish.

2. Berücksichtigen Sie Ihre Haut

Die beste Theorie nützt wenig, wenn sich der Pinsel für Ihre Haut nicht gut anfühlt.

  • Bei empfindlicher, leicht irritierbarer oder zu Unreinheiten neigender Haut sind synthetische Pinsel oft die pragmatischere Wahl. Sie lassen sich gründlich reinigen, trocknen schneller und halten häufiges Waschen besser aus.
  • Bei sehr trockener oder sensibler Haut empfinden manche Menschen hochwertige Naturhaarpinsel als besonders sanft, vor allem bei Puderprodukten. Dann ist entscheidend, dass der Pinsel wirklich weich ist und Sie beim Auftrag mit wenig Druck arbeiten.

3. Denken Sie an Ihren Alltag

Wie viel Aufwand möchten Sie in Pflege und Reinigung stecken?

  • Wenn Sie Ihre Pinsel eher selten waschen, unterwegs sind oder es schnell gehen muss, sind synthetische Pinsel meist unkomplizierter: Sie vertragen häufigeres Waschen, trocknen schneller und sind weniger empfindlich gegenüber Reinigungsmitteln.

Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

1. „Natürlich ist immer besser“
Naturhaar klingt hochwertig, ist es aber nicht automatisch. Die Bandbreite reicht von sehr hochwertig bis kratzig und ungleichmäßig verarbeitet. Außerdem können Sie auf Tierhaare allergisch oder empfindlich reagieren. Material allein sagt noch nichts über die Qualität aus.

2. Falsche Textur mit dem falschen Pinsel
Flüssige Produkte mit einem sehr saugfähigen Naturhaarpinsel aufzutragen, ist selten effizient: Ein Teil der Foundation verschwindet im Pinsel, das Ergebnis kann fleckig wirken.
Umgekehrt kann ein sehr dichter synthetischer Pinsel bei Puder schnell zu viel Farbe auf einmal abgeben – das Finish wirkt dann eher maskenhaft als weich.

3. Zu seltenes Reinigen
Egal ob Naturhaar oder Synthetik: Wenn Pinsel selten gereinigt werden, sammeln sich Talg, Make-up-Reste, Hautschüppchen und Bakterien darin. Das ist nicht nur unappetitlich, sondern kann die Haut zusätzlich reizen oder Unreinheiten begünstigen.

4. Pinsel nach nur einem Kriterium wählen
Das Material ist wichtig, aber nicht alles. Form, Dichte, Länge und Größe des Pinselkopfs beeinflussen das Ergebnis genauso stark. Ein guter Puderpinsel funktioniert zum Beispiel nur dann natürlich, wenn er ausreichend fluffig und nicht zu kompakt ist – unabhängig davon, ob Natur- oder Kunsthaar verarbeitet wurde.


Praxistipps für eine gute Entscheidung und lange Freude an Ihren Pinseln

  • Mischen Sie bewusst: Ein häufig bewährter Ansatz ist die Kombination: für Puderprodukte ein weicher, fluffiger Pinsel (Naturhaar oder Synthetik) und für Foundation, Concealer und cremige Produkte synthetische Pinsel.
  • Spielen Sie mit verschiedenen Formen:
    • Abgerundete, nicht zu dichte Pinsel erzeugen meist ein natürliches, softes Ergebnis.
    • Dichtere, kompaktere Pinsel bringen mehr Deckkraft und Präzision, verzeihen aber weniger Fehler.
  • Reinigen Sie regelmäßig:
    • Gesichtspinsel, die häufig benutzt werden: idealerweise etwa einmal pro Woche.
    • Augenpinsel: je nach Nutzung; bei dunklen Farben, cremigen Texturen oder empfindlicher Haut lieber öfter.
  • Richtig trocknen: Nach dem Waschen den Pinsel vorsichtig ausdrücken, die Haare in Form streichen und liegend oder mit dem Kopf nach unten trocknen lassen. So vermeiden Sie, dass Wasser in die Pinselzwinge läuft und den Kleber löst.
  • Auf das Hautgefühl achten: Wenn ein Pinsel kratzt, die Haut danach gerötet ist oder juckt, stimmt etwas nicht – unabhängig von Preis oder Material. Dann ist ein Wechsel sinnvoll, statt sich „dran zu gewöhnen“.

Kurz zusammengefasst

Naturhaarpinsel spielen ihre Stärken vor allem bei pudrigen Produkten aus: Sie können ein besonders weiches, diffuses Finish erzeugen. Synthetische Pinsel sind bei flüssigen und cremigen Texturen meist präziser, hygienischer und pflegeleichter.

„Besser“ ist am Ende das, was zu Ihren Produkten, Ihrer Haut und Ihren eigenen Werten passt. Viele fahren gut damit, beide Varianten zu kombinieren und je nach Textur gezielt den passenden Pinsel zu wählen.


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