Matt oder glowy? So finden Sie das Finish, das wirklich zu Ihrer Haut passt
Ob ein Make-up stimmig wirkt, hängt oft weniger von der Foundation selbst ab als vom Finish: matt oder glowy. Es entscheidet darüber, wie „fertig“ ein Look erscheint, wie lange er frisch aussieht – und ob Sie im Laufe des Tages eher ebenmäßig oder schnell speckig glänzen. Die Frage ist nur: Welcher Effekt passt zu welcher Haut, und worin unterscheiden sich die Looks eigentlich konkret?
Im Folgenden geht es darum, wie Matt- und Glow-Finishes funktionieren, welche Variante Ihre Haut unterstützt, statt sie zu überdecken, und wie Sie typische Fehler umgehen.
Matte Eleganz vs. natürlicher Glow – was steckt dahinter?
„Matt“ beschreibt ein Finish ohne sichtbaren Glanz. Die Haut wirkt ruhiger, Poren und Unebenheiten treten optisch zurück, weil weniger Licht reflektiert wird. Das Gesicht erscheint ausgeglichener, fast wie weichgezeichnet.
Besonders sinnvoll ist ein mattes Finish, wenn Ihre Haut schnell nachfettet oder Sie einen eher zurückhaltenden, „professionellen“ Look bevorzugen – etwa im Job oder bei Anlässen, bei denen das Make-up nicht im Mittelpunkt stehen soll.
Ein „glowy“ Finish arbeitet genau mit dem Gegenteil: bewusstem, kontrolliertem Glanz. Produkte reflektieren Licht und lassen die Haut frischer, praller und oft auch jünger wirken. Dieser Effekt sitzt idealerweise dort, wo das Licht das Gesicht natürlicherweise trifft – zum Beispiel auf den Wangenknochen oder entlang des Nasenrückens.
Wichtig ist die Unterscheidung: Glow ist nicht dasselbe wie fettige oder ölige Haut.
Ein gut platzierter Glow liegt wie ein Film auf der Oberfläche, wirkt gleichmäßig und kontrolliert. Überschüssiger Talg dagegen verteilt sich unregelmäßig, sammelt sich in Poren und Linien und sorgt dafür, dass Make-up verrutscht oder fleckig wird.
Welches Finish zu welchem Hauttyp passt – und warum es keine starren Regeln gibt
Es gibt ein paar Faustregeln, die vielen helfen – sie sind aber Orientierung, keine Dogmen.
Ölige Haut / Mischhaut
Ein komplett glowy Look kann hier schnell „speckig“ und unruhig wirken, weil sich Produktglanz und Eigenglanz addieren. In der Praxis funktioniert meist besser: ein überwiegend mattes Grundfinish, kombiniert mit sehr gezieltem, eher feinem Glow auf ausgewählten Partien. So bleibt der Teint kontrolliert, wirkt aber nicht flach oder pudrig.
Normale Haut
Mit normaler Haut haben Sie die größte Freiheit. Im Alltag greifen viele zu einem natürlichen, leicht matten oder soft glowy Finish, das Unebenheiten etwas ausgleicht, ohne zu geschminkt zu wirken. Für abends, Events oder Fotos können Sie den Glow verstärken – künstliches Licht schluckt viel von der Reflexion.
Trockene Haut
Ein stark mattes Finish kann jede trockene Stelle gnadenlos hervorheben. Die Haut wirkt dann schnell stumpf, müde und älter, als sie ist. Ein leicht glowy oder satinartiges Finish lässt trockene Haut meist lebendiger, glatter und gepflegter erscheinen – vorausgesetzt, die Hautpflege darunter stimmt.
Reife Haut
Sehr stark mattierende, pudrige Texturen setzen sich gern in Fältchen ab und betonen Struktur. Ein feiner, eher subtiler Glow an Wangenknochen und über den Brauen kann dagegen viel Frische zurückbringen. Zu grob schimmernden Produkten direkt in Linien oder um die Augen herum ist Vorsicht geboten – sie legen den Fokus genau dorthin, wo man ihn selten haben möchte.
Letztlich entscheidet aber nicht nur der Hauttyp. Ihr persönlicher Stil, Ihre berufliche Umgebung, Dresscodes und das Licht, in dem Sie sich überwiegend aufhalten (Büro, Tageslicht, Bühne, Studio, Abendveranstaltung), sind genauso relevant.
Es gibt kein „richtiges“ Finish – nur eines, das Ihre Realität besser abbildet als ein anderes.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
Zu viel Glow auf der T-Zone
Stirn, Nase und Kinn glänzen bei vielen ohnehin schneller. Kommt dort zusätzlich ein stark reflektierender Highlighter oder ein sehr glowy Produkt zum Einsatz, wirkt der Teint schnell unruhig, manchmal sogar ungepflegt. Besser: T-Zone eher matt halten und Glow auf die Seitenpartien verlagern.
Komplett matt bei sehr trockener Haut
Ein durchgehend mattes Finish kann Trockenheit betonen, Schüppchen hervorheben und das Gesicht flacher wirken lassen. Wer zu Trockenheit neigt, sollte komplett mattierende Produkte sparsam einsetzen und eher zu „satin“ oder „dewy“ Formulierungen greifen.
Glow mit groben Schimmerpartikeln
Große, sichtbare Glitzerpartikel wirken selten wie gesunde Haut, sondern wie Make-up – und verstärken Poren, Aknenarben oder Fältchen oft zusätzlich. Für einen natürlichen Effekt eignen sich fein gemahlene Texturen ohne sichtbare Glitterstücke deutlich besser.
Zu dicke Schichten
Wenn mattierende und glowy Produkte in mehreren Schichten übereinander aufgetragen werden, stauen sich Texturen gern in Linien und Poren. Das Ergebnis: ein cakey, pastiger Look, der im Laufe des Tages immer unruhiger wird. Weniger Schichten, dafür gezielter platziert, halten meist besser und sehen natürlicher aus.
Praxistipps für ein Finish, das den ganzen Tag funktioniert
Kombinieren statt strikt entscheiden
Matt oder Glow müssen kein Entweder-oder sein. Viele arbeiten mit einem matten Finish in der T-Zone, um Glanz zu kontrollieren, und setzen Glow gezielt auf Wangenknochen, Schläfen und eventuell über den Brauen. So wirkt das Gesicht dimensioniert, ohne zu glänzend zu werden.
Lichtverhältnisse mitdenken
Was im Badezimmer-Spiegel stimmig wirkt, kann im Büro mit Neonlicht schnell zu viel sein. Ein sehr intensiver Glow ist unter starkem Tageslicht oft dominant. Für Fotos, Bühne oder Abendveranstaltungen darf der Effekt hingegen deutlich stärker ausfallen – künstliches Licht nivelliert Reflexion.
Gezielt statt flächig arbeiten
Platzieren Sie Glow dort, wo Licht natürlicherweise fällt: obere Wangen, sanft auf dem Nasenrücken (sparsam), etwas über den Brauen, eventuell am Lippenherz. Glänzende Kinnpartien oder die Mitte der Stirn wirken selten schmeichelhaft. Bereiche, die zum Nachfetten neigen, können gezielt mit Puder oder einem mattierenden Produkt beruhigt werden.
Hautpflege als Basis ernst nehmen
Bei trockener Haut sorgt eine gut durchfeuchtete Basis oft schon für ein leichtes, natürliches Strahlen – dann braucht es weniger zusätzliche Glow-Produkte. Bei öliger Haut hilft eine ausbalancierte Pflege, Sebum zu regulieren, ohne die Haut auszutrocknen. Wer zu aggressiv entfettet, produziert am Ende oft mehr Glanz.
Im Tagesverlauf nachjustieren
Statt immer weiter zu schichten, ist es sinnvoll, überschüssigen Glanz zwischendurch abzunehmen. Blotting Papers oder ein hauchdünn aufgetragenes Puder frischen das Finish auf, ohne es komplett zu verändern. Wichtig: nur drücken, nicht reiben, damit die darunterliegende Base nicht verschoben wird.
Zusammengefasst: Ihr Finish soll Ihre Haut zeigen – nicht verstecken
Matt und glowy sind keine gegnerischen Lager, sondern zwei Werkzeuge im selben Kasten. Öligere und Mischhaut profitiert häufig von einem eher matten Grundlook mit gezielten Glow-Akzenten, während trockene und reife Haut mit einem feinen, kontrollierten Glow meist lebendiger und glatter wirkt.
Entscheidend ist weniger das Label auf dem Produkt, sondern die Wirkung auf Ihrem Gesicht: Passt das Finish zu Ihrem Hautzustand, Ihrem Alltag, Ihrem Stil – und fühlt es sich für Sie selbstverständlich an? Dann ist es das richtige, unabhängig davon, was gerade Trend ist.