Beauty-Tester im Laden: neugierig bleiben – ohne Hygienestress
Tester im Laden sind ideal, um Farben, Texturen und Düfte direkt auf der Haut zu erleben. Gleichzeitig bleibt oft ein mulmiges Gefühl: Wie sauber ist das eigentlich – und riskiere ich damit meiner Haut zu schaden?
Im Folgenden geht es darum, welche Risiken tatsächlich relevant sind, worauf Sie achten sollten und wie Sie Tester im Alltag so nutzen, dass Ihre Haut möglichst gut geschützt bleibt.
Warum Tester heikel sind – und wieso ein bisschen Skepsis gesund ist
Tester gehen im Laufe eines Tages durch viele Hände – und manchmal auch über viele Gesichter. Sie kommen mit Haut, Lippen, Händen und gelegentlich sogar mit Schleimhäuten in Kontakt.
So sammeln sich Keime, Bakterien und – seltener – Viren auf dem Produkt oder am Applikator. Besonders sensibel sind:
- Lippenprodukte
- Mascara und alles für den Augenbereich
- Cremes oder Make-up in offenen Tiegeln
- Produkte, bei denen alle denselben Applikator benutzen
Wer empfindliche, schnell irritierte Haut oder bereits bestehende Hautprobleme hat, merkt solche Belastungen meist eher: Rötungen, Juckreiz oder Unreinheiten treten dann schneller auf.
Das heißt nicht, dass Tester per se „gefährlich“ sind. Aber sie sind auch keine sterilen Medizinprodukte – und sollten entsprechend bewusst und gezielt verwendet werden.
So testen Sie im Laden mit möglichst geringem Risiko
Mit ein paar einfachen Routinen lässt sich das Risiko beim Ausprobieren deutlich verringern.
1. Hände zuerst reinigen
Waschen oder desinfizieren Sie Ihre Hände, bevor Sie Tester anfassen. Viele Geschäfte stellen Desinfektionsmittel bereit.
Damit reduzieren Sie zwei Dinge auf einmal: Sie bringen weniger Keime an den Tester – und holen sich beim Anfassen auch weniger zurück auf die eigene Haut.
2. Tester nicht direkt ins Gesicht
Verzichten Sie nach Möglichkeit darauf, Tester direkt auf:
- Lippen
- Augenlider
- Wasserlinie der Augen
- offene, gereizte oder entzündete Hautstellen
aufzutragen.
Um Farbe, Konsistenz und Duft einzuschätzen, reichen Handrücken oder Unterarm in der Regel völlig aus.
3. Einweg-Tools konsequent nutzen
Bitten Sie das Personal um:
- Einweg-Spatel für Tiegel
- Einweg-Applikatoren für Lippen- und Augenprodukte
- frische Wattestäbchen oder Pads
Lassen Sie sich damit etwas Produkt aus dem Tester entnehmen und tragen Sie es selbst auf – ohne dass der Original-Applikator oder der Tiegel Ihre Haut direkt berührt.
4. Flüssige Produkte nicht direkt auf die Haut „tropfen“
Bei Pumpflakons zunächst einen Pumpstoß auf ein Tuch oder Pad geben, den zweiten erst auf die Haut (z. B. auf den Handrücken).
So entfernen Sie mögliche Rückstände, die am Auslass angetrocknet sind oder schon mit Luft, Fingern oder anderen Oberflächen in Kontakt waren.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie umgehen
1. Lippenprodukte direkt auf den Lippen testen
Lippenstifte oder Glosse direkt aus dem Tester aufzutragen, ist hygienisch besonders ungünstig. Besser: Produkt mit einem Einweg-Spatel abnehmen und mit einem frischen Wegwerf-Applikator auftragen – oder nur die Farbe auf dem Handrücken testen.
2. Mascara oder Eyeliner direkt am Auge
Produkte für Wimpernkranz oder Wasserlinie sind heikel, weil sich Keime im Augenbereich leicht verbreiten. Idealerweise testen Sie nur die Textur und Deckkraft auf dem Handrücken und verzichten auf direkten Augenkontakt.
3. Offene Tiegel mit den Fingern „probieren“
Greifen Sie nicht mit den Fingern in Tiegel-Tester. Lassen Sie sich mit einem sauberen Spatel Produkt entnehmen – alles andere ist unnötig riskant.
4. Testen auf ohnehin gereizter Haut
Ist die Haut gerade gerötet, verletzt, sehr trocken oder entzündet, sind Tester keine gute Idee. Die geschwächte Hautbarriere macht sie anfälliger für Reizungen und Keime.
Praktische Alltagstipps fürs sichere Ausprobieren
- Eigene Tools dabeihaben: Ein kleiner, sauberer Pinsel oder Spatel in der Tasche ist sinnvoll, wenn der Laden keine Einweg-Tools bereitstellt.
- Reihenfolge überlegen: Erst Texturen und Düfte, ganz zum Schluss eventuelle Lippenprodukte – so verkürzen Sie die Kontaktzeit sensibler Bereiche.
- Nach dem Testen reinigen: Wischen Sie getestete Stellen mit einem feuchten Reinigungstuch ab und pflegen Sie die Haut mit einer einfachen Feuchtigkeitspflege.
- Auf den eigenen Eindruck achten: Wirkt ein Tester sichtbar verschmutzt, eingetrocknet, riecht seltsam oder ist die Öffnung völlig verschmiert, lassen Sie ihn stehen und bitten Sie um einen frischen Tester.
Kurz zusammengefasst
Tester sind nützlich, aber aus hygienischer Sicht Kompromisslösungen. Besonders Produkte für Augen und Lippen, offene Tiegel und gemeinsam genutzte Applikatoren erhöhen das Risiko für Keimübertragung.
Wenn Sie Tester nicht direkt im Gesicht verwenden, Einweg-Tools nutzen, auf Handhygiene achten und gereizte Haut meiden, können Sie Produkte im Laden mit vertretbarem Risiko ausprobieren und Ihre Haut weitgehend schützen.