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Welche Rolle spielt das Mindesthaltbarkeitsdatum im Vergleich zum PAO-Symbol („geöffnet haltbar bis … Monate“)?

Wie lange ist Kosmetik wirklich gut? Was MHD und PAO-Symbol für Sie bedeuten

Cremes, Seren, Make-up – vieles davon steht monatelang im Badregal, manches auch über Jahre. Auf der Verpackung begegnen Ihnen dann zwei Angaben: ein konkretes Mindesthaltbarkeitsdatum und das kleine Tiegel-Symbol mit „6M“, „12M“ oder „24M“. Beides wirkt wichtig, beides klingt nach Haltbarkeit – aber wovon sollten Sie sich leiten lassen? Und ab wann wird ein Produkt wirklich problematisch?

Im Folgenden geht es darum, was hinter beiden Angaben steckt, wie Sie sie richtig einordnen und wie Sie im Alltag realistischer einschätzen, ob ein Produkt noch verwendet werden sollte.


Mindesthaltbarkeitsdatum und PAO: Zwei Angaben, zwei Funktionen

Auf Kosmetik finden sich in der Regel zwei unterschiedliche Arten von Haltbarkeitsinformationen:

1. Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)
Das MHD ist ein festes Datum, zum Beispiel „09/2025“, und bezieht sich auf ungeöffnete Produkte.
Die Aussage dahinter: Bis zu diesem Datum garantiert der Hersteller bei üblicher Lagerung die vorgesehene Qualität – also eine stabile Konsistenz, einen unveränderten Geruch, die richtige Farbe und eine verlässliche Wirkung.

Für Produkte, die mindestens 30 Monate haltbar sind, ist ein MHD allerdings nicht mehr verpflichtend. Häufig finden Sie bei solchen Artikeln stattdessen nur das PAO-Symbol.

2. PAO-Symbol („Period After Opening“) – der geöffnete Tiegel
Der kleine offene Tiegel mit einer Zahl und einem „M“ (z. B. 12M) beschreibt die empfohlene Verwendungsdauer nach dem Öffnen unter normalen Nutzungsbedingungen.
„12M“ heißt also: Ab dem ersten Öffnen sollte das Produkt idealerweise innerhalb von 12 Monaten aufgebraucht werden.

Wichtig: Die PAO-Angabe bezieht sich auf die Zeit ab dem ersten Gebrauch – unabhängig davon, wie lange die ungeöffnete Packung vorher herumstand.


Wie Sie beide Angaben im Alltag sinnvoll nutzen

In der Praxis hilft es, sich an einer einfachen Logik zu orientieren:

  • Ungeöffnet:
    Maßgeblich ist das Mindesthaltbarkeitsdatum.
    Ist es überschritten, ist das Produkt nicht automatisch verdorben, sollte aber bewusst geprüft werden, bevor Sie es verwenden.

  • Geöffnet:
    Ab dem Moment des Öffnens ist das PAO-Symbol relevanter als das MHD.
    Sinnvoll ist ein kleiner Vermerk mit Kugelschreiber oder Sticker direkt auf der Verpackung: Öffnungsdatum notieren, fertig.

  • MHD fehlt, PAO ist vorhanden:
    Typisch für sehr stabile Formulierungen. Entscheidend ist hier die angegebene Zahl der Monate nach Öffnung.

  • PAO fehlt, MHD ist vorhanden:
    Das kommt etwa bei sehr kleinen oder schnell zu verbrauchenden Produkten vor. Hier orientieren Sie sich am MHD – und nutzen den Inhalt nach dem Öffnen zügig auf.


Typische Irrtümer – und was wirklich dahinter steckt

Ein paar Annahmen begegnen einem immer wieder:

„Unbenutzt heißt unbedenklich.“
Nicht unbedingt. Auch geschlossene Produkte altern: Temperaturwechsel, Licht und Lagerbedingungen können die Rezeptur beeinflussen.

„Solange es gut riecht, passt alles.“
Geruch ist nur ein Teil der Wahrheit. Konservierungsstoffe, UV-Filter oder Wirkstoffe können sich abbauen, ohne dass sich der Duft stark verändert.

„Naturkosmetik hält genauso lange wie konventionelle.“
Nicht zwingend. Produkte mit schwächerer oder anderer Konservierung sind oft empfindlicher. Sie sollten hier besonders auf Veränderungen achten und eher früher aussortieren.

„MHD kann ich ignorieren, ist ja keine Milch.“
Kosmetik kippt nicht wie Frischware über Nacht. Aber je weiter Sie sich vom MHD entfernen, desto unsicherer wird die Stabilität. Wenn Sie zweifeln, ist Wegwerfen meistens vernünftiger als ein Experiment auf der Haut.


Wie Sie die Haltbarkeit Ihrer Produkte sinnvoll verlängern

Ein paar Gewohnheiten machen einen spürbaren Unterschied – weniger Verschwendung, mehr Sicherheit:

  • Kühl und trocken lagern
    Hitze, direkte Sonne und dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit (Dampfbad-Bad) beschleunigen den Abbau von Inhaltsstoffen.

  • Immer gut verschließen
    Deckel vollständig schließen, Pumpen ganz zurückgleiten lassen, Tuben nicht offen liegen lassen. Sauerstoff und Keime haben es dann schwerer.

  • Finger möglichst aus dem Tiegel lassen
    Besser mit einem sauberen Spatel oder frisch gewaschenen Händen entnehmen. Jede Berührung bringt Mikroorganismen ins Produkt.

  • Veränderungen ernst nehmen
    Wenn sich Farbe, Geruch oder Textur spürbar ändern, sich etwas absetzt, flockt oder die Haut plötzlich brennt: nicht weiter testen, sondern entsorgen.

  • Realistisch einkaufen
    Große Vorräte lohnen sich selten, wenn Sie Produkte nur gelegentlich benutzen. Kaufen Sie eher kleinere Mengen, die Sie innerhalb der PAO-Frist auch wirklich schaffen.


Kurz zusammengefasst

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gilt für ungeöffnete Produkte und gibt den Zeitraum an, in dem der Hersteller eine stabile Qualität zusichert.
Das PAO-Symbol beschreibt, wie lange ein Produkt nach dem Öffnen voraussichtlich sicher genutzt werden kann.

Im Alltag heißt das:
Ungeöffnet orientieren Sie sich am MHD, geöffnet an der PAO-Angabe – ergänzt durch das, was Sie sehen, riechen und fühlen. Wenn ein Produkt sich merklich verändert, ist das ein Warnsignal, selbst wenn formell noch alles „im Rahmen“ ist.


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