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Welche Make-up-Produkte sind im Hinblick auf Haltbarkeit und Keimbelastung besonders empfindlich?

Wenn Make-up kippt: Diese Produkte sind besonders empfindlich

Make-up kann Ihrer Haut Glanz verleihen – oder sie unnötig stressen, wenn Produkte überlagert, verkeimt oder einfach „umgekippt“ sind. Vor allem flüssige und cremige Texturen sind ein gemütliches Biotop für Bakterien und Pilze. Im Folgenden geht es darum, welche Produkte als besonders empfindlich gelten, woran Sie sich bei Haltbarkeit und Hygiene orientieren können und wie Sie Ihr Make-up möglichst lange sicher verwenden.


Warum Haltbarkeit bei Make-up mehr ist als ein Datum auf der Verpackung

Kosmetik wird so entwickelt, dass sie eine bestimmte Zeit lang stabil bleibt: Die Textur soll sich nicht trennen, der Duft nicht kippen, und die Keimbelastung soll unter Kontrolle bleiben. In der Praxis verändert sich ein Produkt aber mit jeder Nutzung – durch Luftkontakt, Temperaturschwankungen, Licht und natürlich durch die Berührung mit der Haut.

Besonders problematisch sind Produkte, die

  • viel Wasser enthalten
  • im Gesicht, vor allem in Augen- oder Mundnähe, verwendet werden
  • direkt mit Fingern oder Schleimhäuten in Kontakt kommen
  • häufig geöffnet oder lange offen herumstehen

Dadurch reagieren bestimmte Make-up-Kategorien deutlich empfindlicher als andere – sowohl, was ihre Haltbarkeit angeht, als auch in Bezug auf die mikrobielle Belastung.


Die „Sensibel-Liste“: Diese Make-up-Produkte gelten als besonders empfindlich

Flüssige Foundations und getönte Cremes

Flüssige Produkte kombinieren meist Wasser- und Fettphasen – ein idealer Nährboden, sobald die Konservierung nachlässt oder das Produkt stark beansprucht wird. Jede Öffnung, jeder Pumpstoß, jeder Kontakt mit Haut oder Schwämmchen bringt Luft und Keime hinein. Mit der Zeit steigt so das Risiko, dass das Produkt kippt oder die Haut reizt.

Mascara und flüssiger Eyeliner

Augenprodukte sind ein Sonderfall: Sie enthalten Wasser, kommen sehr nah an ein empfindliches Organ und werden ständig auf- und zugeschraubt. Beim Pumpen und Drehen der Bürste gelangen Luft, Tränenflüssigkeit und Hautkeime in die Verpackung. Mascara und flüssiger Eyeliner zählen deshalb zu den kritischsten Produkten im Schminktäschchen – auch, weil sich Irritationen und Entzündungen am Auge besonders deutlich bemerkbar machen.

Creme- und flüssige Concealer

Sie verhalten sich ähnlich wie Foundations, werden aber oft auf Problemzonen gesetzt: Pickel, gerötete Stellen, gereizte Hautpartien. Berührt der Applikator direkt die Haut und wandert danach wieder ins Produkt, ist der Weg für Keime kurz. Das gilt vor allem für Concealer mit Schwämmchen- oder Flockapplikator.

Lippenstifte und Lipgloss

Lippenprodukte haben ständig direkten Kontakt zu Speichel und Schleimhäuten. Klassische Lippenstifte sind aufgrund ihrer festen, wasserarmen Textur vergleichsweise robust. Empfindlicher wird es bei Lipgloss und flüssigen Lippenfarben mit Applikator: Sie enthalten häufig Wasser und werden durch den wiederkehrenden Kontakt mit den Lippen stärker belastet.

Creme-Rouge und -Highlighter in Tiegeln

Sobald Finger in einen Tiegel greifen, steigt die Keimzahl – zumindest langsam, aber stetig. Cremeprodukte im Döschen sind daher deutlich anfälliger als Varianten in Tuben, Sticks oder Airless-Spendern. Je öfter Sie hineinfassen, desto wichtiger sind saubere Hände und eine möglichst sparsame Entnahme.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie umgehen

  • Die „ewige“ Lieblingsmascara: Gerade Produkte fürs Auge sind nichts für die Ewigkeit. Je länger geöffnet, desto höher das Risiko für Reizungen oder Infektionen – unabhängig davon, ob noch Produkt in der Hülse ist.
  • In der Foundation herumrühren oder nachfüllen: Wenn Finger oder Werkzeuge im Tiegel landen oder Sie Reste verschiedener Produkte mischen, bringen Sie zusätzliche Keime hinein und schwächen im Zweifel die Konservierung.
  • Make-up teilen: Gemeinsame Mascara, Lippenprodukte oder Concealer-Applikatoren sind eine Einladung für Keime – von banalen Irritationen bis hin zu Lippenherpes oder Bindehautentzündung.
  • Warnsignale übersehen: Verändert sich Geruch, Farbe oder Struktur deutlich, ist das Produkt erledigt – egal, ob es „eigentlich noch haltbar“ sein müsste.

Hygienische Beauty-Routine: So schützen Sie Produkte und Haut

  • Auf Öffnungsdauer achten: Das Symbol mit dem offenen Tiegel und einer Zahl (z. B. „6M“) gibt an, wie lange ein Produkt nach dem Öffnen verwendet werden sollte. Ein kleines Datum auf der Packung oder mit Stift auf dem Boden hilft, den Überblick zu behalten.
  • Hände waschen: Vor allem bei Produkten, die Sie mit den Fingern entnehmen, sind saubere Hände der einfachste Schutz vor Verunreinigungen.
  • Applikatoren regelmäßig reinigen: Pinsel und Schwämmchen für Foundation, Concealer und Cremeblush sollten regelmäßig mit einem milden Reiniger gewaschen und vollständig getrocknet werden. Feuchte Tools, die schlecht trocknen, sind ein eigener Keimherd.
  • Direkten Hautkontakt vermeiden, wenn möglich: Statt die Tube direkt ans Gesicht zu halten, Produkt zuerst auf Handrücken, Palette oder Spatel geben. Das reduziert den Rücktransport von Keimen in die Verpackung.
  • Produkte richtig lagern: Deckel nach jeder Anwendung gut schließen. Kosmetik mag es kühl und trocken – ein dauerhaft warmes, dampfiges Bad beschleunigt Alterungsprozesse und kann die Konservierung schwächen.

Kurz zusammengefasst

Besonders empfindlich in Bezug auf Haltbarkeit und Keime sind flüssige und cremige Make-up-Produkte: Mascara, flüssiger Eyeliner, flüssige Foundations, Concealer, Lipgloss, flüssige Lippenfarben und Cremeprodukte in Tiegeln. Wer auf Hygiene achtet, Produkte sorgfältig lagert und bei Veränderungen konsequent aussortiert, senkt das Risiko für Haut- und Augenreizungen deutlich – und nutzt seine Kosmetik bewusster statt einfach nur länger.


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