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Welche veganen oder tierversuchsfreien Produkte gibt es speziell für Augen-Make-up?

Veganes Augen-Make-up: Worauf Sie wirklich achten sollten

Für viele gehört Augen-Make-up ganz selbstverständlich zur täglichen Routine. Gleichzeitig wächst der Wunsch, dass Mascara, Eyeliner und Lidschatten nicht nur gut aussehen, sondern auch ohne tierische Inhaltsstoffe auskommen – und ohne Tierversuche. Die Begriffe „vegan“ und „tierversuchsfrei“ begegnen einem inzwischen überall, sind aber weder einheitlich geregelt noch immer eindeutig. Im Folgenden geht es darum, welche Augen-Make-up-Produkte es in vegan oder tierversuchsfrei gibt, worin der Unterschied tatsächlich besteht und wie Sie im Alltag fundierte Entscheidungen treffen können.


Vegan, tierversuchsfrei, „clean“ – was hinter den Begriffen wirklich steckt

Wer nach tierfreundlichem Augen-Make-up sucht, landet in der Regel bei zwei Schlüsselbegriffen:

Vegan:
Ein veganes Produkt enthält keine Inhaltsstoffe, die von Tieren stammen.
Beim Augen-Make-up betrifft das häufig:

  • Bienenwachs (sehr verbreitet in Mascara, Kajal, Lidschatten)
  • Lanolin (Wollfett, z. B. in cremigen oder pflegenden Texturen)
  • Karmin (roter Farbstoff aus Schildläusen, typisch in Rot-, Bordeaux- und manchen Pinktönen)
  • Seidenpulver oder Kollagen tierischen Ursprungs

Tierversuchsfrei:
Tierversuchsfrei heißt: Das fertige Produkt – und im besten Fall auch seine Rohstoffe – wurden nicht im Rahmen von Tierversuchen getestet. Die Details sind weniger klar, als es auf den ersten Blick wirkt:

  • In der EU sind Tierversuche für kosmetische Fertigprodukte und neue kosmetische Inhaltsstoffe grundsätzlich verboten.
  • Es gibt aber Grauzonen: Stoffe, die etwa in Medizin, Industrie oder Haushaltschemie eingesetzt werden, können dort sehr wohl an Tieren getestet worden sein.
  • Außerhalb der EU gelten andere Regelungen; in manchen Ländern sind bestimmte Tests gesetzlich vorgeschrieben, wenn ein Produkt offiziell verkauft werden soll.

Vegan bedeutet also nicht automatisch tierversuchsfrei – und umgekehrt. Wenn Ihnen beides wichtig ist, müssen Sie tatsächlich auf beide Aspekte achten.


Diese Augen-Make-up-Produkte gibt es heute problemlos in vegan oder tierversuchsfrei

Im Augenbereich lässt sich inzwischen fast jede Produktkategorie vegan oder tierversuchsfrei abdecken – meist ohne Komfort- oder Qualitätsverlust.

1. Mascara

  • Lässt sich gut vegan formulieren, da pflanzliche Wachse und Öle tierische Fette ersetzen können.
  • Achten Sie gezielt auf Hinweise wie „vegan“ oder auf entsprechende Zertifizierungen, statt sich nur auf Werbeversprechen zu verlassen.

2. Eyeliner und Kajal

  • Flüssige Eyeliner, Gel-Liner und viele Kajalstifte kommen problemlos ohne Bienenwachs oder tierische Fette aus.
  • Bei klassischen Khol- oder Kohle-Linern lohnt sich ein Blick in die INCI-Liste, da hier noch häufiger Bienenwachs eingesetzt wird.

3. Lidschatten (Puder, Creme, Sticks)

  • Puder-Lidschatten sind relativ einfach vegan herzustellen.
  • Vorsicht bei intensiven Rot‑, Pink- und Violetttönen: Hier steckt oft Karmin dahinter.
  • Cremige Texturen arbeiten gerne mit Bienenwachs oder Lanolin – ein kurzer Check der Zutatenliste bringt Klarheit.

4. Augenbrauenprodukte

  • Brow-Gels, -Stifte und -Puder gibt es mittlerweile breit in veganen Versionen.
  • Bienenwachs ist in klassischen Brauenstiften ein Standardschmelz- und Strukturgeber; in veganen Varianten kommen stattdessen pflanzliche Wachse zum Einsatz.

5. Primer, Bases und Fixing-Produkte für die Augenpartie

  • Lidschatten-Bases, transparente Puder oder Fixier-Sprays lassen sich formulierungstechnisch sehr gut vegan denken.

Mit ein wenig System und einem Blick auf Siegel und Inhaltsstoffe können Sie Ihre gesamte Augenroutine auf vegan und/oder tierversuchsfrei umstellen, ohne Ihr Schminkverhalten radikal zu ändern.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie erkennen

Selbst wer sich gut informiert fühlt, kann im Regal oder Online-Shop schnell danebengreifen. Diese Punkte sind besonders tückisch:

Unklare Begriffe auf der Verpackung

  • Aussagen wie „ohne Tierversuche“, „nicht an Tieren getestet“ oder „tierfreundlich“ sind rechtlich nicht einheitlich geschützt. Sie sagen in der Regel nichts darüber aus, was entlang der gesamten Lieferkette passiert ist.
  • Verlässlicher sind unabhängige, etablierte Siegel mit klar formulierten Kriterien.

Verwechslungsgefahr: Vegan vs. tierversuchsfrei

  • Ein veganes Produkt kann auf Rohstoffen basieren, die in anderen Branchen (z. B. in der Chemie oder Medizin) sehr wohl an Tieren getestet wurden.
  • Ein tierversuchsfreies Produkt kann wiederum durchaus Bienenwachs, Lanolin oder Karmin enthalten.

Rottöne im Lidschatten oder Kajal

  • Intensive Rot- und Burgundertöne, aber auch bestimmte Pink- und Beerentöne, enthalten oft Karmin.
  • Wenn Sie konsequent vegan bleiben möchten, achten Sie in der INCI-Liste auf „CI 75470“ oder „Carmine“.

Praktische Tipps für den Einkauf: So finden Sie passende Produkte schneller

Wenn Sie Ihre Augenroutine möglichst tierfreundlich gestalten wollen, hilft es, strukturiert vorzugehen statt jedes Mal bei Null anzufangen.

1. Auf zuverlässige Siegel achten

  • Orientieren Sie sich an anerkannten, unabhängigen Zertifizierungen für vegane und/oder tierversuchsfreie Kosmetik.
  • Es lohnt sich, sich einmal in Ruhe anzusehen, wofür die gängigen Siegel genau stehen – danach können Sie wesentlich schneller entscheiden.

2. INCI-Listen gezielt scannen
Mit ein wenig Übung reicht ein kurzer Blick, um typische tierische Zutaten zu erkennen. Wenn Sie konsequent vegan einkaufen möchten, meiden Sie vor allem:

  • Bienenwachs (Cera Alba, Beeswax)
  • Lanolin
  • Karmin (CI 75470, Carmine)
  • Seide (Silk, Serica)
  • Kollagen tierischen Ursprungs

3. Online filtern und recherchieren

  • Viele Online-Shops bieten Filter wie „vegan“, „cruelty free“ oder „tierversuchsfrei“; das spart Zeit bei der Vorauswahl.
  • Auf Hersteller-Webseiten finden sich häufig FAQ-Bereiche zur Tierversuchspolitik und Kennzeichnungen, welche Produkte einer Marke vegan sind.

4. Schrittweise umstellen

  • Sie müssen nicht alles auf einen Schlag austauschen. Starten Sie mit Produkten, die ohnehin zur Neige gehen – etwa Ihrer Mascara.
  • Danach können nach und nach Eyeliner, Lidschatten und Brauenprodukte folgen. So bleibt die Umstellung überschaubar, auch finanziell.

Kurz zusammengefasst

Vegane und tierversuchsfreie Augen-Make-up-Produkte sind heute in praktisch allen Kategorien zu finden – von Mascara über Eyeliner bis zu Lidschatten und Augenbrauenprodukten. Entscheidend ist, den Unterschied zwischen „vegan“ und „tierversuchsfrei“ zu verstehen und sich nicht allein auf Werbeslogans zu verlassen. Wer Siegel kennt, Inhaltsstofflisten grob lesen kann und beim Einkauf ein bisschen systematisch vorgeht, kann seine Augenroutine Schritt für Schritt an die eigenen Werte anpassen – ohne Abstriche bei Tragegefühl oder Ergebnis.


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