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Welche Wirkstoffe sind gut gegen trockene, schuppige Haut?

Trockene, schuppige Haut: Welche Wirkstoffe wirklich helfen

Trockene, schuppige Haut kann spannen, jucken und fahl aussehen – und oft passt kein Pflegeprodukt so richtig. Die Auswahl im Regal ist riesig, aber am Ende entscheidet, welche Wirkstoffe in der Formulierung stecken. Im Folgenden geht es darum, welche Inhaltsstoffe tatsächlich Feuchtigkeit liefern, die Hautbarriere stärken und Schüppchen sichtbar reduzieren – und wie man sie klug kombiniert.


Warum die Haut überhaupt trocken und schuppig wird

Damit Haut glatt und elastisch bleibt, braucht sie im Grunde zwei Dinge: ausreichend Wasser in den oberen Schichten und eine intakte Schutzbarriere aus Fetten und Hornzellen. Gerät dieses Zusammenspiel aus dem Lot, verliert die Haut vermehrt Feuchtigkeit, wird rau, rissig – und beginnt sich zu schuppen.

Typische Auslöser sind:

  • kalte, trockene Außenluft und trockene Heizungsluft
  • zu heißes oder zu häufiges Duschen
  • aggressive Reinigungsprodukte
  • ganz normale Alterungsprozesse
  • genetische Faktoren

Pflegewirkstoffe können diese Ursachen nicht „wegzaubern“, aber sie können die Haut in drei Punkten deutlich unterstützen: Wasser besser binden, die Barriere stabilisieren und die sichtbare Trockenheit inklusive Schuppen mildern.


Die wichtigsten Wirkstoff-Gruppen bei trockener, schuppiger Haut

1. Feuchtigkeitsspender (Humectants)

Diese Stoffe ziehen Wasser an und halten es in den oberen Hautschichten. Dadurch wirkt die Haut praller und weniger knittrig.

Typische Vertreter:

  • Glycerin
  • Hyaluronsäure (in verschiedenen Molekülgrößen)
  • Urea (Harnstoff) in niedrigen bis mittleren Konzentrationen
  • Aloe vera-Gel
  • Pflanzliche Zucker und Zuckeralkohole (z. B. Sorbitol)

2. Lipide und Öle für die Hautbarriere

Lipide gleichen Fettverluste aus und helfen, die Schutzfunktion der Haut wieder zu stabilisieren.

Wichtige Stoffe sind:

  • Ceramide (hautverwandte Fette der Hornschicht)
  • Fettsäuren wie Linol- und Linolensäure
  • Pflanzliche Öle wie Sonnenblumen-, Mandel- oder Jojobaöl
  • Cholesterin und andere hautähnliche Lipide

3. Okklusive Wirkstoffe

Sie legen sich wie ein zarter Film auf die Haut und verlangsamen die Verdunstung von Wasser. So bleibt die zuvor zugeführte Feuchtigkeit länger erhalten.

Dazu gehören:

  • Wachse (z. B. Bienenwachs oder pflanzliche Wachse)
  • Bestimmte Fette und Buttern (z. B. Sheabutter), die gut hautverträglich formuliert sind

4. Sanfte keratolytische Stoffe

Bei sichtbaren Schuppen geht es auch darum, lose Hornzellen kontrolliert zu lösen – ohne die Haut zusätzlich zu reizen.

Geeignet sind:

  • Urea in etwas höheren Konzentrationen, um verdickte, verhornte Bereiche weicher zu machen
  • Laktat (Milchsäure-Salze) in niedrigen, pH-hautnahen Konzentrationen

So setzen Sie die Wirkstoffe im Alltag sinnvoll ein

  • Milde Reinigung: Wählen Sie eine sanfte, möglichst wenig schäumende Reinigung, die die Lipidschicht nicht unnötig abträgt.
  • Innerhalb weniger Minuten eincremen: Nach dem Waschen auf noch leicht feuchte Haut ein Produkt mit Feuchtigkeitsspendern auftragen – so wird das vorhandene Wasser besser „eingeschlossen“.
  • Danach lipidhaltige Pflege: Anschließend eine Creme mit Ceramiden, pflanzlichen Ölen oder Buttern verwenden, um die Feuchtigkeit in der Haut zu halten.
  • Körperzonen gezielt unterscheiden: Schienbeine, Ellenbogen oder Hände vertragen oft deutlich reichhaltigere Produkte als Gesicht oder Dekolleté.
  • Neue Wirkstoffe langsam einführen: Urea oder milde Säuren zunächst an kleinen Hautarealen testen und die Anwendung dann schrittweise steigern.

Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

  • Zu viel Peeling: Körnige Peelings oder hoch dosierte Säuren können trockene, schuppige Haut zusätzlich schädigen. Besser: selten und eher mit sanften, dafür gut formulierten Produkten arbeiten.
  • Sehr heiße Duschen: Heiße Temperaturen lösen Fette aus der Hautbarriere. Lauwarmes Wasser ist deutlich schonender.
  • Reine Öle ohne Feuchtigkeitsbasis: Öl alleine kann auf bereits dehydrierter Haut wenig ausrichten. Erst Feuchtigkeit zuführen, dann mit Lipiden „versiegeln“ – das ist sinnvoller.
  • Ständiger Produktwechsel: Die Haut braucht Zeit, um auf eine Routine zu reagieren. Häufige Wechsel bringen eher Unruhe und Irritation als Verbesserung.

Erprobte Tipps für eine glattere, weniger schuppige Haut

  • Achten Sie bei Cremes und Lotionen auf eine Kombination aus Feuchtigkeitsspendern und Lipiden.
  • Für sehr raue, verdickte Stellen können Produkte mit Urea und Milchsäure-Salzen besonders nützlich sein.
  • Im Winter sind reichhaltigere Texturen meist angenehmer, im Sommer eher leichtere, aber weiterhin gut feuchtigkeitsspendende Formulierungen.
  • Ausreichend zu trinken ersetzt keine Creme, kann den Hautzustand aber sinnvoll ergänzen.
  • Bei starker Trockenheit mit Juckreiz, Rötungen oder entzündeten Stellen sollte ärztlich abgeklärt werden, ob z. B. ein Ekzem oder eine andere Hauterkrankung vorliegt.

Kurz zusammengefasst

Wirksam gegen trockene, schuppige Haut sind vor allem drei Gruppen von Inhaltsstoffen: Feuchtigkeitsspender, die Wasser in der Haut halten, Lipide, die die Barriere stabilisieren, und okklusive Stoffe, die den weiteren Wasserverlust bremsen. Sanfte keratolytische Wirkstoffe können Schuppen lösen, ohne die Haut zu überfordern. Entscheidend ist eine regelmäßige, milde Pflege, die an Körperregion und Jahreszeit angepasst wird.


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