Serum und Ampullen richtig auftragen: So holen Sie das Beste aus Ihrer Pflege heraus
Seren und Ampullen gelten als konzentrierter Turboschritt in der Pflegeroutine: leicht in der Textur, stark in der Wirkung.
Aber wie viel davon braucht die Haut tatsächlich? Und wie trägt man diese hochdosierten Formulierungen auf, damit sie wirken – ohne die Haut zu überfordern oder Produkt zu verschwenden?
In diesem Artikel geht es darum, welche Menge sinnvoll ist, wie Sie Serum und Ampullen richtig anwenden und worauf Sie dabei unbedingt achten sollten.
Was Seren und Ampullen so besonders macht
Seren und Ampullen sind meist dünnflüssig oder gelartig – deutlich leichter als klassische Cremes.
Sie enthalten in der Regel eine hohe Konzentration an Wirkstoffen, die auf bestimmte Hautbedürfnisse zielen: zum Beispiel mehr Feuchtigkeit, Unterstützung bei ersten Fältchen oder ein ruhigeres, ebenmäßigeres Hautbild.
Gerade weil sie so konzentriert sind, kommt es auf Dosierung und Technik an:
Zu wenig – und man sieht kaum einen Effekt.
Zu viel – und die Haut reagiert mit Irritationen, Glanz oder das Produkt bleibt einfach auf der Oberfläche liegen.
Es lohnt sich daher, sich für diesen Schritt einen Moment Zeit zu nehmen – idealerweise auf sauberer, leicht feuchter Haut.
Schritt für Schritt: So tragen Sie Serum und Ampullen richtig auf
1. Vorbereitung der Haut
- Gesicht, Hals und ggf. Dekolleté gründlich, aber sanft reinigen.
- Ein mildes Tonic oder ein feiner Sprühnebel kann die Haut leicht anfeuchten – so lässt sich das Produkt besser verteilen und zieht meist gleichmäßiger ein.
2. Die richtige Menge
Als Orientierung können Sie sich an folgenden Mengen entlanghangeln:
- Serum fürs Gesicht: etwa 2–3 Tropfen oder eine erbsengroße Menge.
- Serum für Gesicht + Hals: ca. 3–4 Tropfen.
- Ampulle: häufig ist eine Ampulle für eine Anwendung gedacht, oft reicht sie für Gesicht und Hals. Fühlt sich die Haut damit überfordert an, können Sie den Inhalt auf zwei Anwendungen aufteilen (sauber arbeiten, gut verschließen und zügig aufbrauchen).
3. Auftragetechnik
- Produkt in die sauberen Handflächen geben und kurz verteilen.
- Serum oder Ampulle sanft auf Gesicht und Hals aufdrücken oder einklopfen, nicht kräftig einreiben.
- Von der Gesichtsmitte nach außen arbeiten, die Augenpartie aussparen, sofern das Produkt nicht ausdrücklich dafür geeignet ist.
- Kurz einziehen lassen (meist reichen 30–60 Sekunden) und anschließend mit einer passenden Creme abschließen, um die Pflege zu „versiegeln“.
Was viele falsch machen – und wie Sie es besser machen
1. Zu viel Produkt verwenden
„Viel hilft viel“ funktioniert bei hochkonzentrierten Produkten selten. Zu große Mengen können klebrig wirken, die Haut glänzen lassen oder sie sogar reizen. Besser: mit einer kleineren Menge starten und nur bei Bedarf leicht erhöhen.
2. Direkt auf trockene, gespannte Haut auftragen
Auf leicht feuchter Haut lassen sich Seren und Ampullen oft feiner verteilen, und ein Teil der Feuchtigkeit wird gleich mit eingeschlossen. Das kann die Haut praller wirken lassen.
3. Reiben statt sanft verteilen
Kräftiges Reiben ist unnötig und kann sensible Haut zusätzlich reizen. Schonender ist es, das Produkt aufzudrücken oder leicht einzuklopfen.
4. Zu viele aktive Produkte schichten
Mehrere hochkonzentrierte Produkte übereinander können die Haut stressen – vor allem, wenn es sich um starke Wirkstoffe handelt (z. B. Säuren, Retinoide, Vitamin C in hoher Dosierung). Führen Sie neue Produkte einzeln ein und beobachten Sie, wie Ihre Haut reagiert.
Kleine Alltagshelfer: So klappt’s noch besser
- Saubere Hände: Vor dem Auftragen Hände waschen, damit keine Keime auf die frisch gereinigte Haut gelangen.
- Dranbleiben: Seren und Ampullen entfalten ihre Wirkung meist über Wochen, nicht von heute auf morgen. Regelmäßigkeit zählt.
- Auf die Haut achten: Brennen, starke Rötung oder Schuppung sind Warnsignale. Dann lieber pausieren, die Anwendung reduzieren und bei Unsicherheit fachlichen Rat einholen.
- Routine anpassen: Im Winter verträgt die Haut oft mehr Schutz (z. B. Serum plus reichhaltigere Creme), im Sommer reicht vielen eine leichtere Kombination.
Kurz zusammengefasst
Seren und Ampullen wirken dann am besten, wenn sie gezielt und sparsam eingesetzt werden.
Nach der Reinigung genügen in der Regel 2–3 Tropfen Serum oder eine Ampulle für das Gesicht, ggf. plus Hals. Auf leicht feuchter Haut auftragen, sanft andrücken oder einklopfen und anschließend mit einer passenden Creme abschließen.
Gerade bei hochkonzentrierten Formulierungen gilt: lieber etwas weniger und dafür konsequent anwenden.