Telefon 0662 / 26126083
Welche Rolle spielt der pH-Wert bei chemischen Peelings?

Sanft oder scharf? Warum der pH‑Wert bei chemischen Peelings den Unterschied macht

Chemische Peelings können die Haut glatter, ebenmäßiger und insgesamt frischer wirken lassen. Meist dreht sich die Diskussion um Prozentangaben der Säuren – 5 %, 10 %, 30 %. Entscheidend ist aber etwas anderes: der pH‑Wert. Er legt fest, wie „bissig“ ein Peeling tatsächlich ist und wie gut Ihre Haut damit klarkommt. Im Folgenden geht es darum, warum der pH‑Wert so wichtig ist, wie er die Wirkung beeinflusst und worauf Sie bei der Anwendung im Alltag achten sollten.


Was hinter dem pH‑Wert steckt – und warum das für Ihre Haut wichtig ist

Der pH‑Wert beschreibt, wie sauer oder basisch eine Lösung ist. Die Skala reicht von 0 (stark sauer) bis 14 (stark basisch), 7 ist neutral.

Die Hautoberfläche liegt natürlicherweise im leicht sauren Bereich – in der Regel zwischen pH 4 und 6. Dieser sogenannte Säureschutzmantel:

  • stabilisiert die Hautbarriere
  • unterstützt das Mikrobiom der Haut
  • hilft, Feuchtigkeit zu halten
  • erschwert es schädlichen Keimen, sich anzusiedeln

Chemische Peelings nutzen Säuren wie AHA (z. B. Glykol-, Milch- oder Mandelsäure), BHA (z. B. Salicylsäure) oder PHA. Damit sie wirklich etwas bewirken, müssen sie in einem sauren Bereich formuliert sein. Je niedriger der pH‑Wert, desto mehr Säure liegt in ihrer „freien“, aktiven Form vor – und desto stärker greift das Produkt in die oberste Hautschicht ein.


Wie der pH‑Wert die Wirkung Ihres Peelings steuert

Wie intensiv ein chemisches Peeling arbeitet, hängt im Wesentlichen von zwei Größen ab:

  1. Konzentration der Säure
  2. pH‑Wert der Formulierung

Beides wirkt zusammen. Ein Produkt mit mittlerer Säurekonzentration kann sehr scharf ausfallen, wenn der pH‑Wert stark abgesenkt ist. Umgekehrt kann ein hoher Säureanteil relativ mild wirken, wenn der pH‑Wert bewusst näher an den natürlichen Haut-pH herangeführt wird.

Grob lässt sich sagen:

  • Niedriger pH (stärker sauer)
    – mehr freie, aktive Säuremoleküle
    – intensivere Exfoliation
    – höheres Risiko für Reizungen

  • pH in Nähe des natürlichen Haut-pH
    – sanftere Wirkung
    – meist besser verträglich
    – eher für eine regelmäßige, langfristige Anwendung geeignet

Professionelle Peelings mit hoher Konzentration und sehr niedrigem pH‑Wert, wie sie in Praxen oder Kabinen zum Einsatz kommen, sind deutlich „aggressiver“ und gehören in erfahrene Hände – nicht ins heimische Badezimmer-Experiment.


Typische Stolperfallen beim Thema pH und chemische Peelings

Viele Irritationen und Missverständnisse rund um chemische Peelings lassen sich auf den pH‑Wert zurückführen:

  • Fixierung auf die Prozentangabe
    Wer nur auf die Prozentzahl schaut, übersieht, wie stark ein niedriger pH‑Wert die tatsächliche Stärke eines Produkts nach oben treiben kann.

  • Zu viele saure Produkte im Layering
    Werden Cleanser, Toner, Serum und Peeling alle mit niedrigem pH geschichtet, kann der Säureschutzmantel schnell aus dem Gleichgewicht geraten.

  • Der aktuelle Hautzustand bleibt unberücksichtigt
    Schon angegriffene, sehr trockene oder entzündliche Haut reagiert empfindlicher – selbst auf Formulierungen, die auf dem Papier „mild“ aussehen.

  • Anwendung direkt nach der Rasur oder auf verletzter Haut
    Auf frisch rasierter, aufgeschürfter oder anderweitig irritierter Haut kann ein saurer pH besonders stark brennen und zusätzliche Irritationen provozieren.


Erprobte Tipps für eine ausgewogene Peeling-Routine

Man muss kein Chemiker sein, um den pH‑Wert praktisch zu berücksichtigen. Einige Grundsätze reichen:

  • Langsam einsteigen
    Starten Sie mit Produkten, die ausdrücklich als „sanft“ oder „für empfindliche Haut“ ausgewiesen sind, und erhöhen Sie die Anwendungshäufigkeit nur, wenn die Haut gut mitzieht.

  • Reaktionen ernst nehmen
    Anhaltendes Brennen, intensive Rötung oder starke Schuppung sind Hinweise darauf, dass pH, Konzentration oder Häufigkeit (oder die Kombination daraus) zu viel sind.

  • Nicht alles Saure auf einmal
    Wenn bereits ein Peeling im Einsatz ist, sollten zusätzliche stark saure Produkte in derselben Routine eher die Ausnahme sein.

  • Barriere unterstützen
    Nach einem chemischen Peeling profitiert die Haut von feuchtigkeitsspendenden, beruhigenden Produkten – und konsequentem Sonnenschutz am Tag.

  • Bei Unsicherheit Tempo rausnehmen
    Wirkt die Haut zunehmend empfindlich, ist es sinnvoller, Pausen einzubauen, die Anwendung zu reduzieren oder auf mildere Formulierungen umzusteigen, statt „durchzuziehen“.


Kurz zusammengefasst

Der pH‑Wert entscheidet wesentlich darüber, wie „aktiv“ ein chemisches Peeling auf der Haut ist. Prozentangaben allein sagen wenig aus, wenn man den pH‑Wert und den eigenen Hautzustand ausblendet. Wer dieses Zusammenspiel versteht, kann Produkte realistischer einschätzen, Reizungen minimieren und die Vorteile – glattere, ebenmäßigere Haut – gezielter nutzen.


Ähnliche Fragen