Telefon 0662 / 26126083
Welche Handpflege ist für Menschen mit Neurodermitis an den Händen geeignet?

Sanfte Handpflege bei Neurodermitis: Was Ihrer Haut wirklich guttut

Neurodermitis an den Händen greift direkt in den Alltag ein: Die Haut spannt, juckt, reißt ein, brennt bei Kleinigkeiten und reagiert auf scheinbar harmlose Dinge gereizt. Ausgerechnet die Handpflege, die eigentlich Entlastung bringen soll, wird dann kompliziert – viele gängige Produkte verschlimmern das Brennen oder verstärken die Trockenheit.

Im Folgenden geht es darum, worauf Sie bei der Pflege achten sollten, welche Inhaltsstoffe sinnvoll sein können und wie Sie Ihre Hände im Alltag möglichst gut schützen.


Wenn die Hautbarriere schwächelt: Was bei Neurodermitis an den Händen passiert

Bei Neurodermitis ist die natürliche Schutzbarriere der Haut gestört. Die Haut verliert leichter Feuchtigkeit, wird trocken, rau und reagiert schneller gereizt. An den Händen kommt noch mehr Belastung dazu:

  • häufiges Waschen
  • Kontakt mit Wasser, Seifen und Reinigungsmitteln
  • Kälte, Wind, trockene Heizungsluft
  • mechanische Reize wie Reiben, Arbeiten, Desinfizieren

All das setzt der ohnehin angegriffenen Haut zusätzlich zu – Handekzeme verschlechtern sich so leicht oder springen immer wieder an. Eine sinnvolle Handpflege verfolgt deshalb drei Ziele:

  1. Feuchtigkeit zuführen
  2. Fette und schützende Lipide ergänzen
  3. Reizstoffe und unnötige Belastungen vermeiden

Entscheidend ist dabei weniger die Menge an Produkten als die Passung: möglichst reizarm, gut verträglich und regelmäßig angewendet.


So bauen Sie eine handfreundliche Pflegeroutine bei Neurodermitis auf

Eine Routine muss nicht kompliziert sein, aber sie sollte konsequent sein. Grundsätzlich bewährt haben sich folgende Schritte:

1. Schonende Reinigung statt „Schaumorgie“

  • Nur lauwarmes Wasser verwenden.
  • Milde, pH-hautneutrale oder leicht saure Reinigungsprodukte bevorzugen.
  • Hände nur so oft waschen, wie es wirklich nötig ist – nicht aus purer Gewohnheit.

2. Sofort nach dem Waschen eincremen
Die Haut nimmt Pflege am besten auf, wenn sie noch leicht feucht ist.

  • Hände sanft abtupfen, nicht trocken rubbeln.
  • Direkt im Anschluss eine geeignete Handcreme auftragen.
  • In akuten Phasen lieber öfter cremen, z. B. nach jedem Waschen.

3. Schutzpflege für den Tag, reichhaltigere Pflege für die Nacht

  • Tagsüber eine nicht zu fettige, aber schützende Pflege, die schnell einzieht und nicht klebt.
  • Abends oder über Nacht dürfen es ruhig fettreichere Cremes oder Salben sein, bei Bedarf mit Baumwollhandschuhen darüber.

4. Alltagsschutz nicht vergessen

  • Bei Hausarbeit, Putzen, Abwaschen und Kontakt mit Reinigungsmitteln: Handschuhe tragen.
  • Bei längerer Arbeit im Wasser: dünne Baumwollhandschuhe unter Gummihandschuhen, damit die Haut nicht im eigenen Schweiß „badet“.

Häufige Stolperfallen: Was Menschen mit Neurodermitis an den Händen oft unterschätzen

Manche Alltagsgewohnheiten sind für empfindliche Hände eine Dauerbelastung:

  • Zu häufiges Desinfizieren: Alkoholhaltige Desinfektionsmittel trocknen stark aus. Nur nutzen, wenn es wirklich nötig ist – und danach eincremen.
  • „Intensive“ Düfte und ätherische Öle: Sie können empfindliche Haut reizen. Besser parfümfreie oder sehr mild parfümierte Produkte wählen.
  • Peelings und grobe Bürsten: Mechanische Reize verstärken Trockenheit und begünstigen Risse. Auf Handpeelings möglichst verzichten.
  • Zu heißes Wasser: Heißes Wasser löst Fette aus der Haut und macht sie noch trockener. Lauwarm ist deutlich schonender.
  • Ständiger Produktwechsel: Wer dauernd Cremes wechselt, merkt schwer, was wirklich gut tut – und stresst die Haut zusätzlich.

Was Ihrer Haut helfen kann: Bewährte Strategien für entspanntere Hände

Bei Neurodermitis an den Händen sind vor allem diese Punkte hilfreich:

  • Reizarme Formulierungen wählen

    • Möglichst ohne bekannte Reizstoffe wie starke Duftstoffe oder aggressive Tenside.
    • Kurze, übersichtliche Inhaltsstofflisten sind oft leichter verträglich.
  • Feuchtigkeit & Lipide kombinieren

    • Feuchtigkeitsbinder wie Glycerin, moderat dosierter Harnstoff oder Hyaluronsäure können sinnvoll sein.
    • Fette und Lipide wie pflanzliche Öle, Ceramide oder bestimmte Fettsäuren unterstützen die geschwächte Hautbarriere.
  • Individuelle Verträglichkeit beobachten

    • Neue Produkte zuerst an einer kleinen Stelle testen.
    • Bei Brennen, starkem Juckreiz oder ausgeprägter Rötung absetzen.
  • Kleidung und Umgebung im Blick behalten

    • Im Winter Handschuhe tragen, um die Hände vor Kälte und Wind zu schützen.
    • Zu trockene Raumluft vermeiden, z. B. durch Luftbefeuchter oder regelmäßiges Lüften.

Wenn die Hände stark entzündet, nässend oder sehr schmerzhaft sind, reicht Pflege allein meist nicht aus. Dann gehört die Situation in ärztliche Hände, um eine passende medizinische Behandlung zu finden.


Kurz zusammengefasst

Bei Neurodermitis an den Händen ist eine milde, aber konsequente Handpflege zentral. Sanfte Reinigung, Eincremen direkt nach dem Waschen, reizarme Produkte und ein guter Schutz im Alltag stabilisieren die Hautbarriere und können Beschwerden deutlich abmildern. Entscheidend ist nicht die „stärkste“ oder „intensivste“ Creme, sondern das, was Ihre Haut langfristig ruhig lässt.


Ähnliche Fragen