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Sollte meine Feuchtigkeitspflege immer einen integrierten Lichtschutzfaktor enthalten?

Braucht jede Feuchtigkeitspflege wirklich einen integrierten Lichtschutzfaktor?

Sonnenschutz ist längst kein Saison-Thema mehr, sondern einer der entscheidenden Faktoren, wenn Haut gesund bleiben und möglichst langsam altern soll. Viele Tagescremes kommen heute standardmäßig mit Lichtschutzfaktor. Die naheliegende Frage: Muss die Feuchtigkeitspflege wirklich immer SPF enthalten? Oder genügt ein eigenständiger Sonnenschutz obendrauf?

Im Folgenden geht es darum, wann integrierter Lichtschutz sinnvoll ist, wo seine Grenzen liegen und wie Sie Ihre Routine so aufbauen, dass sie zu Ihrem Alltag passt – und Sie sie auch tatsächlich durchhalten.


Warum Sonnenschutz in der Gesichtspflege so eine große Rolle spielt

UV-Strahlung gehört zu den wichtigsten Ursachen für vorzeitige Hautalterung. Sie kann unter anderem:

  • Kollagenstrukturen schädigen
  • Pigmentflecken begünstigen
  • Rötungen und Hautreizungen fördern

UV-A-Strahlen dringen tief in die Haut ein und sind das ganze Jahr über relativ konstant – auch bei Wolken oder im Schatten. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei Faltenbildung und Elastizitätsverlust.
UV-B-Strahlen sind stärker für Sonnenbrand verantwortlich und im Sommer oder in direkter Sonne deutlich intensiver.

Der Lichtschutzfaktor (SPF) reduziert vor allem das Risiko, durch UV-B-Strahlung schneller zu verbrennen. Viele moderne Formulierungen schützen zusätzlich vor UV-A-Strahlen, was für alle Anti-Aging-Aspekte entscheidend ist.

Ob dieser Schutz in Ihrer Feuchtigkeitspflege steckt oder als separates Produkt on top kommt, ist weniger eine Frage von „richtig“ oder „falsch“, sondern vor allem von Alltagstauglichkeit, Texturvorlieben und Konsequenz.


So finden Sie heraus, ob integrierter SPF in Ihrer Pflege zu Ihnen passt

Als Faustregel gilt: Ein täglicher Sonnenschutz fürs Gesicht ist immer dann sinnvoll, wenn Sie tagsüber Tageslicht abbekommen – also nicht nur im Freibad, sondern auch am Bürofenster oder auf dem Weg zur Bahn.

Ein integrierter Lichtschutzfaktor in der Feuchtigkeitspflege kann vor allem dann praktische Vorteile haben, wenn:

  • Sie Ihre Routine so einfach wie möglich halten möchten
  • Sie im Alltag eher kurzen, moderaten UV-Belastungen ausgesetzt sind
  • Ihre Haut normal bis leicht trocken ist und Sie mit etwas reichhaltigeren Texturen gut klarkommen

Ein separater Sonnenschutz passt häufig besser, wenn:

  • Sie viel und lange im Freien sind
  • Sie einen hohen SPF nutzen möchten
  • Ihre Haut eher fettig ist oder zu Unreinheiten neigt und Sie sehr leichte, schnell einziehende Texturen bevorzugen
  • Sie Wirkstoffpflege verwenden (z. B. Retinoide, Peelingsäuren), die die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen kann

Entscheidend ist am Ende weniger die Form – integriert oder separat –, sondern ob Sie den Sonnenschutz in ausreichender Menge und verlässlich auftragen.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Rund um Tagescreme mit SPF halten sich einige hartnäckige Irrtümer:

1. „In meiner Tagescreme ist SPF, das reicht immer.“
Theoretisch vielleicht. Praktisch wird fast immer zu wenig aufgetragen. Um in die Nähe des angegebenen Schutzes zu kommen, braucht das Gesicht grob einen halben Teelöffel Produkt – je nach Konsistenz. Eine dünne Schicht „fürs gute Gefühl“ bietet deutlich weniger Schutz.

2. „Ich brauche nur im Sommer Sonnenschutz.“
UV-A-Strahlen sind ganzjährig da. Wer langfristig Pigmentflecken und feinen Linien vorbeugen möchte, profitiert von einer gewissen Routine – auch an hellen Tagen im Herbst oder Winter.

3. „Hoher SPF schützt den ganzen Tag, egal was ich mache.“
Mit der Zeit, durch Schweiß, Reibung (z. B. Schal, Maske, Abtupfen mit dem Handtuch) nimmt die Schutzleistung ab. Bei längeren Aufenthalten im Freien kann Nachlegen sinnvoll sein – vor allem, wenn Sie schwitzen oder baden.

4. „Mit SPF-Creme bin ich abends auch gut versorgt.“
Lichtschutz ist ein Thema für den Tag. Abends darf die Pflege gern ohne SPF auskommen und stattdessen stärker auf Feuchtigkeit, Barrierestärkung und Regeneration setzen.


Praxisnahe Tipps für eine clevere SPF-Routine im Alltag

  • Für den Büro-Alltag:
    Wenn Sie überwiegend drinnen sind und nur kurze Wege nach draußen haben, kann eine Feuchtigkeitspflege mit mittlerem SPF ausreichen – vorausgesetzt, Sie verwenden eine ausreichende Menge.

  • Für viel Zeit im Freien:
    Hier ist ein separater Sonnenschutz mit höherem SPF meist die robustere Lösung. Tragen Sie ihn über Ihrer gewohnten Feuchtigkeitspflege auf. So können Sie Textur, Pflege und Schutz flexibel kombinieren.

  • Kombination mit Make-up:
    Foundation oder getönte Tagescreme mit SPF sind sinnvoll – aber eher als Bonus. Den eigentlichen Schutz sollten Sie bereits mit Ihrer Pflege oder einem Sonnenschutzprodukt erreichen, nicht allein mit Make-up.

  • Empfindliche oder zu Unreinheiten neigende Haut:
    Achten Sie auf leichte, nicht komedogene Formulierungen. Wenn eine Feuchtigkeitspflege mit SPF Ihre Haut „zudrückt“ oder zu reichhaltig wirkt, ist ein separater, speziell formulierter Sonnenschutz oft angenehmer.

  • Konsequenz vor Perfektion:
    Eine Lösung, die Sie jeden Tag halbwegs gern verwenden, schützt besser als der „ideale“ SPF, der aus Frust, Glanz oder Klebrigkeit immer wieder im Schrank stehen bleibt.


Kurz zusammengefasst

Ihre Feuchtigkeitspflege muss nicht zwangsläufig einen integrierten Lichtschutzfaktor haben. Ihre Gesichtspflege insgesamt sollte tagsüber aber möglichst immer einen wirksamen Sonnenschutz beinhalten – ob als Teil der Creme oder als zusätzlicher Schritt.

Ein integrierter SPF senkt die Hemmschwelle und ist für den Alltag oft praktisch. Wer jedoch viel Sonne abbekommt, einen höheren SPF braucht oder bei der Textur sehr wählerisch ist, fährt mit einer getrennten Lösung flexibler.

Wichtiger als die Form ist, dass Sie regelmäßig, in ausreichender Menge und zur eigenen Lebensrealität passend schützen.


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