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Wie kann ich Haare pflegen, die durch Sonne, Meerwasser und Chlor stark beansprucht sind?

Sommerstress fürs Haar: So pflegen Sie Längen, die von Sonne, Salz und Chlor strapaziert sind

Sonne, Meer und Pool sind schön – fürs Haar allerdings eher Hochleistungssport. Die Folge sind oft stumpfe, trockene, brüchige Längen, die sich schlecht entwirren lassen und jede Bürste übelnehmen. Spätestens nach dem Urlaub stellt sich dann die Frage: Wie bekomme ich das wieder in den Griff?

Im Folgenden lesen Sie, was Sonne, Salz und Chlor im Haar tatsächlich anrichten – und wie Sie Ihre Längen mit überschaubarem Aufwand wieder geschmeidiger, glänzender und besser kämmbar bekommen.


Was Sonne, Salz und Chlor im Haar wirklich anrichten

UV-Strahlen greifen die Proteinstruktur des Haars an. Die äußere Schuppenschicht (Cuticula) wird rauer, die Oberfläche verliert ihre glatte Reflexion – das Haar wirkt matt, fühlt sich trocken an und neigt stärker zu Haarbruch. Helle oder bereits chemisch behandelte Haare (gefärbt, blondiert, dauergewellt) sind besonders anfällig, weil ihre Struktur ohnehin schon angegriffen ist.

Meerwasser bringt zusätzlich Salz ins Spiel. Salz entzieht dem Haar Feuchtigkeit, die Fasern quellen erst auf und trocknen dann umso stärker aus. Bleibt Salzwasser im Haar und trocknet in der Sonne, kristallisieren die Salzreste auf der Oberfläche und verstärken den austrocknenden Effekt.

Chlorhaltiges Wasser aus Pools belastet die Schuppenschicht erneut. Chlor kann sie öffnen und die Haarstruktur auf Dauer schwächen. Bei hellen Haaren kommt es gelegentlich zu Verfärbungen, wenn sich bestimmte Metallionen oder andere Stoffe aus dem Wasser anlagern.

Die Summe dieser Einflüsse merken Sie deutlich: Das Haar verheddert schneller, ist schwer zu kämmen, bricht leichter und wirkt stumpf.


Schritt für Schritt: So bringen Sie strapaziertes Sommerhaar wieder ins Gleichgewicht

Nach Strand- oder Pooltagen zählt vor allem Schnelligkeit: Rückstände so früh wie möglich aus dem Haar holen. Spülen Sie Ihre Haare daher zeitnah mit klarem, lauwarmem Wasser aus, um Salz- und Chlorrückstände zu lösen, bevor sie sich festsetzen.

Anschließend reicht oft ein mildes, feuchtigkeitsspendendes Shampoo, das für trockenes oder strapaziertes Haar formuliert ist. Es reinigt, ohne die Längen zusätzlich auszutrocknen, und schont gleichzeitig die Kopfhaut.

Dann folgt die eigentliche Aufbauarbeit:

  • Eine Spülung nach jeder Haarwäsche verbessert unmittelbar die Kämmbarkeit und glättet die Oberfläche.
  • 1–2 Mal pro Woche darf es eine intensivere Kur oder Maske sein, die Feuchtigkeit und Pflegestoffe in die Längen bringt.

Nach dem Ausspülen das Haar nur sanft ausdrücken, am besten in ein Handtuch einschlagen und nicht kräftig rubbeln. Im noch leicht feuchten Zustand ein Leave-in-Produkt – etwa eine Creme, ein Spray oder ein leichtes Öl – in die Längen geben. Das reduziert Reibung, schützt vor weiterem Austrocknen und erleichtert das spätere Entwirren.


Typische Sommer-Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Was viele unterschätzen: Das Haar nach dem Baden einfach in der Sonne trocknen zu lassen, ohne Salz oder Chlor vorher auszuspülen. Damit bleiben die Rückstände im Haar und verstärken die schädigende Wirkung von UV-Strahlung und Hitze.

Ebenso heikel ist grobes Bürsten im nassen Zustand. Nasses Haar ist dehnbarer und damit bruchanfälliger. Ein grobzinkiger Kamm oder eine Bürste, die speziell für nasses Haar geeignet ist, ist hier die bessere Wahl. Entwirren Sie die Längen von unten nach oben, Strähne für Strähne.

Zusätzlichen Stress verursachen sehr straffe Zöpfe oder Dutts mit harten Haargummis – vor allem, wenn das Haar noch feucht ist. Die punktuelle Spannung kann ohnehin geschwächte Partien weiter schädigen und Haarbruch an immer denselben Stellen begünstigen.


Erprobte Pflegeroutinen für entspanntes Urlaubs- und Poolhaar

Im Sommer lohnt es sich, das Haar so oft wie möglich mechanisch zu schützen:

  • Ein Hut, Tuch oder eine lockere Kappe bietet einen einfachen, aber wirksamen UV-Schutz.
  • Vor dem Baden das Haar mit klarem Wasser durchfeuchten – so nimmt es weniger Salz- oder Chlorwasser auf, weil die Haarfaser bereits gesättigt ist.

Zwischendurch können feuchtigkeitsspendende Sprays oder leichte Leave-in-Pflegen helfen, die Längen geschmeidiger zu halten und die Kämmbarkeit zu verbessern, ohne das Haar zu beschweren.

Wenn die Haare stark beansprucht sind, lohnt es sich, weitere Belastungen vorübergehend zu reduzieren:

  • Hitzestyling mit Föhn, Glätteisen oder Lockenstab möglichst einschränken oder zumindest mit Hitzeschutz arbeiten.
  • Extrem strapazierte, weiße oder „ausgefranste“ Spitzen ruhig ein Stück kürzen lassen – das verbessert das Gesamtbild oft sofort und verhindert, dass sich Spliss weiter „hochfrisst“.

Eine konsequent milde Routine nach der Badesaison – sanfte Reinigung, regelmäßige Pflege, weniger Hitze und weniger Reibung – reicht in vielen Fällen aus, damit sich die Haarstruktur stabilisiert und sich das Haar nach einigen Wochen wieder spürbar glatter und kräftiger anfühlt.


Kurz zusammengefasst

Sonne, Meerwasser und Chlor greifen die Schuppenschicht an, entziehen dem Haar Feuchtigkeit und erhöhen das Risiko für Haarbruch. Entscheidend sind drei Grundschritte: Rückstände zügig ausspülen, schonend reinigen und konsequent feuchtigkeitsspendend pflegen. Kombiniert mit einem einfachen UV-Schutz für das Haar und reduzierter Hitzeeinwirkung kann sich strapaziertes Sommerhaar meist gut erholen und wirkt wieder weicher, glänzender und leichter kämmbar.


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