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Welche Pflegeroutine ist für sehr dickes, schwer zu bändigendes Haar empfehlenswert?

Dickes, widerspenstiges Haar: So finden Sie eine Pflegeroutine, die wirklich funktioniert

Sehr dickes, schwer zu bändigendes Haar kann fantastisch aussehen – im Alltag fühlt es sich aber oft eher nach Arbeit als nach Wow-Effekt an. Frizz, trockene Spitzen, ein schneller „Aufpluster-Effekt“ und aufwendiges Styling gehören für viele einfach dazu. Mit einer durchdachten Routine lässt sich die Struktur jedoch deutlich besser kontrollieren, ohne das Haar platt oder schwer zu machen. In diesem Artikel geht es darum, wie dickes Haar „tickt“, welche Pflegeschritte wirklich sinnvoll sind und wie Sie daraus eine Routine bauen, die zu Ihrem Alltag passt.


Was dickes Haar ausmacht – und warum es so eigensinnig wirkt

Bei sehr dickem Haar ist nicht nur viel Haar da, sondern jeder einzelne Haarschaft ist kräftiger gebaut. Das sieht man: Es wirkt voll, bringt von Natur aus Volumen mit und hält mechanisch einiges aus. Gleichzeitig bedeutet diese Dichte, dass Pflege und Feuchtigkeit länger brauchen, um überhaupt im Haar anzukommen.

Typische Merkmale von dickem, schwer zu bändigendem Haar:

  • fühlt sich griffig, teils leicht „drahtig“ an
  • neigt stark zu Frizz, vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit
  • wirkt in den Längen und Spitzen schnell trocken
  • braucht gefühlt ewig, bis es durchgetrocknet ist
  • lässt sich nur mit Aufwand glatt föhnen oder definiert stylen

Die Schwierigkeit liegt in der Oberfläche: Die Schuppenschicht ist bei dieser Haarstruktur häufiger leicht angehoben. Feuchtigkeit kann leicht entweichen, gleichzeitig dringt Luftfeuchtigkeit von außen ein – das Haar plustert sich auf, wird unruhig und verliert Form. Eine sinnvolle Routine zielt deshalb darauf ab, Feuchtigkeit im Haar zu halten, die Oberfläche zu glätten und die Masse insgesamt besser kontrollierbar zu machen.


Schritt für Schritt: So bauen Sie eine sinnvolle Routine für dickes Haar auf

Eine gute Routine für dickes Haar muss kein kompliziertes Ritual sein, aber sie sollte konsequent sein. Der folgende Aufbau hat sich für viele bewährt:

1. Sanfte Reinigung
Waschen Sie Ihr Haar nur so oft, wie es Ihre Kopfhaut wirklich braucht – bei vielen sind 2- bis 3-mal pro Woche völlig ausreichend. Wählen Sie ein Shampoo, das gründlich reinigt, ohne stark zu entfetten oder zu „quietschig“ zu machen. Massieren Sie vor allem die Kopfhaut, die Längen werden beim Ausspülen automatisch mitgereinigt und müssen nicht extra eingeschäumt werden.

2. Reichhaltige Spülung nach jeder Wäsche
Eine pflegende Spülung in Längen und Spitzen ist bei dickem Haar nach jeder Wäsche praktisch unverzichtbar. Lassen Sie sie ein paar Minuten einwirken und entwirren Sie das Haar dann vorsichtig – zuerst mit den Fingern, danach bei Bedarf mit einem grobzinkigen Kamm. So vermeiden Sie unnötigen Haarbruch.

3. Tiefenpflege 1- bis 2-mal pro Woche
Eine intensive Kur oder Maske hilft, die Struktur geschmeidiger zu machen und den Frizz-Basispegel zu senken. Tragen Sie die Maske vor allem in den mittleren Längen und Spitzen auf und lassen Sie sie so lange einwirken, wie es die Anleitung vorsieht – lieber etwas länger als zu kurz, damit das Haar wirklich davon profitiert.

4. Leave-in-Pflege nach dem Waschen
Ein Leave-in-Produkt – egal ob Creme, Spray oder Serum – funktioniert bei dickem Haar wie eine Art „Schutzmantel“ für den Alltag. Es verhindert, dass Feuchtigkeit zu schnell entweicht, und bremst Frizz. Besonders bei dickem, langem Haar lohnt es sich, diesen Schritt nicht auszulassen, sondern als festen Bestandteil der Routine zu sehen.

5. Schonendes Trocknen und Stylen
Drücken Sie das Haar nach dem Waschen nur sanft mit dem Handtuch aus, statt zu rubbeln. Mikrofaserhandtücher oder alte Baumwoll-T-Shirts sind dabei oft schonender als klassische Frotteehandtücher. Föhnen Sie, wenn möglich, auf mittlerer Temperatur, und nutzen Sie bei Glätteisen, Lockenstab & Co. konsequent einen Hitzeschutz.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie umgehen

Zu viel Produkt, falsche Verteilung
Weil dickes Haar trocken und „durstig“ wirkt, landet schnell die doppelte oder dreifache Produktmenge im Haar. Die Folge: Das Haar hängt, wirkt stumpf und schwer. Besser ist, mit weniger Produkt zu starten, es sorgfältig Strähne für Strähne in Längen und Spitzen einzuarbeiten und bei Bedarf minimal nachzulegen.

Pflege nur direkt nach dem Waschen
Dickes Haar ist oft nicht nur direkt nach der Wäsche pflegebedürftig. Gerade zwischen den Waschtagen kann ein kleiner Klecks Leave-in oder etwas Serum in die trockenen oder leicht angefeuchteten Längen helfen, die Struktur wieder zu beruhigen und Spitzen geschmeidiger zu machen.

Zu häufiges, heißes Glätten
Regelmäßige hohe Hitze rauht die Oberfläche noch weiter auf – genau das, was man bei Frizz-anfälligem Haar nicht braucht. Wenn Sie häufig glätten oder mit hohen Temperaturen stylen, reduzieren Sie die Hitze, gönnen Sie Ihrem Haar Pausen und setzen Sie lieber auf gute Vorbereitung (Pflege, Hitzeschutz) statt auf maximale Temperatur.

Haare ständig streng zusammenbinden
Stramme Zöpfe oder Dutts, immer an derselben Stelle, setzen dem Haar auf Dauer zu. Es kommt zu Reibung, Knicken und Abbruch. Schonender sind lockere, variierende Frisuren und weiche Haargummis ohne Metallteile, am besten aus Stoff oder Spiral-Haargummis.


Alltagsnahe Tipps für mehr Kontrolle und weniger Frizz

1. Kämmen mit System
Entwirren Sie dickes Haar am besten im nassen oder leicht feuchten Zustand, wenn eine Spülung oder ein Leave-in im Haar ist. Setzen Sie in den Spitzen an und arbeiten Sie sich langsam nach oben. So vermeiden Sie das „Zerren“ am Ansatz und reduzieren Haarbruch deutlich.

2. Schlafen mit Schutz
Über Nacht entsteht viel Reibung – vor allem bei langen, dicken Haaren. Ein lockerer Zopf oder ein weicher Dutt bündelt die Haare und verhindert, dass sie zu sehr aneinander reiben. Ein glatter Kissenbezug (z. B. aus Satin oder Seide) kann zusätzlich helfen, Frizz zu reduzieren.

3. Feuchtigkeit und Fett in Balance halten
Dickes Haar braucht meist beides: Feuchtigkeit aus wasserbasierten Produkten und Fette bzw. Öle, die diese Feuchtigkeit im Haar halten. Reine Ölanwendungen ohne vorherige Feuchtigkeitspflege bringen oft wenig – die Haare fühlen sich dann zwar „eingeschmiert“, bleiben innen aber trocken. Achten Sie darauf, feuchtigkeitsspendende Produkte (z. B. mit Glycerin, Aloe Vera oder Panthenol) mit reichhaltigeren Komponenten zu kombinieren.

4. Struktur nutzen statt bekämpfen
Je konsequenter man versucht, dickes Haar komplett glatt und „brav“ zu bekommen, desto mehr Aufwand, Hitze und Frust entstehen. Oft ist es entspannter, die natürliche Struktur in Frisuren einzubeziehen: geflochtene Styles, lockere Dutts, definierte Wellen oder nur leicht gebändigte Naturwelle. Das spart Zeit, schont die Haare und wirkt trotzdem gepflegt.


Kurz zusammengefasst

Sehr dickes, widerspenstiges Haar braucht vor allem: kontinuierliche Feuchtigkeit, milde Reinigung und eine Kombination aus Spülung, Kur und Leave-in-Pflege. Ziel ist nicht, das Haar „klein“ zu pflegen, sondern die Oberfläche zu glätten, ohne das natürliche Volumen zu ersticken. Eine Routine, die die Eigenstruktur respektiert und gleichzeitig bändigt, macht aus schwieriger Masse eine kontrollierbare, volle Mähne.


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