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Sind Haarkuren mit Ölen für feines oder schnell fettendes Haar geeignet oder eher für dickes, trockenes Haar?

Glanz oder Belastung? Wie sinnvoll Haarkuren mit Ölen für feines, fettiges und dickes Haar sind

Haarkuren mit Ölen gelten als Intensivpflege, die brüchiges, sprödes Haar wieder geschmeidig machen soll. Auf Bildern sieht das immer nach seidigem Glanz aus – in der Praxis kann das Ergebnis je nach Haartyp jedoch sehr unterschiedlich ausfallen.
Die naheliegende Frage: Was, wenn Ihr Haar sehr fein ist oder ohnehin schnell nachfettet – verschlimmert Öl das Problem? Oder sind Ölkuren vor allem etwas für dicke, trockene Haare?

Im Folgenden erfahren Sie, wie Öle auf unterschiedliche Haartypen wirken, worauf Sie bei der Anwendung achten sollten und wie Sie Haarkuren so einsetzen, dass sie pflegen, ohne das Haar zu beschweren.


Warum Öle nicht für jedes Haar gleich funktionieren

Öle legen sich wie ein feiner Film um das Haar. Sie können helfen, Feuchtigkeit länger im Haar zu halten, Frizz sichtbar reduzieren und die Kämmbarkeit verbessern. Gleichzeitig sind sie von Natur aus reichhaltig – und genau das kann zum Problem werden.

Feines Haar hat einen geringeren Durchmesser und damit weniger „Tragkraft“. Es wirkt schnell platt, wenn zu viel Produkt im Spiel ist. Schon wenige Tropfen zu viel können Volumen nehmen, den Ansatz schneller fettig erscheinen lassen und das Haar optisch „anlegen“.

Dicke, eher trockene Haare oder stark strukturierte, wellige bis lockige Haare bringen andere Voraussetzungen mit. Sie haben oft eine rauere Oberfläche, verlieren leichter Feuchtigkeit und fühlen sich schneller stumpf an. Hier bietet der Haarschaft mehr „Aufnahmefläche“, und das Eigengewicht der Haare ist höher. Öle werden deshalb meist besser vertragen und können die Oberfläche tatsächlich glätten, die Spitzen beruhigen und das Haar insgesamt geschmeidiger wirken lassen.

Wie gut eine Ölkureinheit für Sie funktioniert, hängt nicht nur vom Haartyp ab, sondern auch davon,

  • wie viel Öl Sie verwenden
  • wo im Haar Sie es auftragen
  • wie lange es einwirkt
  • und wie gründlich Sie es wieder auswaschen

So setzen Sie Ölkuren je nach Haartyp sinnvoll ein

Für feines oder schnell fettendes Haar

Bei feinem oder tendenziell fettigem Haar gilt: lieber zu wenig als zu viel.

  • Greifen Sie zu kleinen, gezielten Ölmengen und konzentrieren Sie sich auf Längen und Spitzen.
  • Halten Sie die Einwirkzeit eher kurz – etwa 5–15 Minuten vor der Haarwäsche reichen meist aus.
  • Lassen Sie den Ansatz konsequent frei, damit das Haar nicht so aussieht, als wäre es schon wieder reif für die nächste Wäsche.
  • Waschen Sie anschließend mit einem milden Shampoo, so lange, bis sich das Haar sauber anfühlt, aber nicht „quietschend“ trocken wird.

Für dickes, trockenes oder stark strapaziertes Haar

Bei dickerem, ausgetrocknetem oder stark beanspruchtem Haar darf die Pflege intensiver ausfallen.

  • Tragen Sie die Ölkuren ruhig reichhaltiger auf – vor allem in den trockenen Längen und Spitzen.
  • Längere Einwirkzeiten, etwa 30 Minuten oder mehr, werden in der Regel gut vertragen.
  • Sehr trockene Haare profitieren oft auch von einer winzigen Menge Öl als Leave-in nach der Wäsche, ausschließlich in den Spitzen.
  • Wichtig bleibt: Das Haar soll genährt aussehen, nicht tropfnass vor Öl. Sobald es glänzt und sich geschmeidig anfühlt, ist genug Produkt im Spiel.

Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

  • Zu viel Produkt:
    Große Mengen Öl lassen selbst robustes Haar schnell strähnig wirken. Starten Sie mit wenigen Tropfen und erhöhen Sie nur dann, wenn das Haar die Menge sichtbar „schluckt“.

  • Ansatz mitpflegen:
    Öl am Ansatz ist fast immer zu viel – insbesondere bei feinem oder schnell fettendem Haar. Der Effekt: Das Haar wirkt sofort ungewaschen. Pflege deshalb konsequent nur in Längen und Spitzen.

  • Nicht gründlich auswaschen:
    Bleiben Ölrückstände im Haar, verliert es an Schwung und wirkt schwer. Wenn Sie nach dem Trocknen das Gefühl haben, ein Film liegt auf dem Haar, war die Auswaschzeit zu kurz – beim nächsten Mal lieber ein zweites Mal sanft nachwaschen.

  • Zu häufige Anwendung:
    Auch trockene Haare brauchen keine Dauer-Ölkur. Zu viel Pflege kann sie beschweren und stumpf machen. Weniger, dafür bewusst eingesetzt, bringt meist die bessere Wirkung.


Strategien, mit denen Ölkuren wirklich für Sie arbeiten

  • Richten Sie sich konsequent nach Ihrem Haartyp:
    feines, fettendes Haar = sparsam dosieren;
    dickes, trockenes Haar = etwas großzügiger, aber kontrolliert anwenden.
  • Wenn Ihr Haar fein ist, starten Sie mit einer „Pre-Wash“-Kur, also vor der Haarwäsche, statt mit reichlich Leave-in-Öl nach der Wäsche.
  • Tragen Sie Öl auf nahezu trockenes oder leicht feuchtes Haar in den Längen auf. Wenn Sie zu fettigem Ansatz neigen, bleibt die Kopfhaut komplett außen vor.
  • Beobachten Sie das Ergebnis über mehrere Anwendungen:
    Fühlt sich Ihr Haar weicher an, lässt sich besser kämmen und behält trotzdem Volumen und Frische, ist die Kombination aus Menge, Produkt und Häufigkeit für Sie stimmig.

Kurz zusammengefasst

Ölkuren sind nicht ausschließlich dicken, trockenen Haaren vorbehalten – auch feines oder schnell nachfettendes Haar kann davon profitieren. Der Unterschied liegt in der Dosierung und der Anwendung: Feines Haar braucht kleine Mengen, kurze Einwirkzeiten und Pflege nur in Längen und Spitzen, idealerweise vor der Haarwäsche. Dickes, trockenes Haar verträgt mehr Produkt und längere Einwirkzeiten.

Ob eine Ölkureinheit Ihr Haar am Ende gepflegt oder einfach nur beschwert aussehen lässt, entscheidet sich an drei Punkten: Wie viel Sie verwenden, ob der Ansatz ausgespart bleibt und wie gründlich Sie das Öl wieder auswaschen.


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